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Grünes Halle / Friedhöfe

Gertraudenfriedhof

Wegweiser

Standort

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Kontaktinformationen

Friedhofsleiterin: Frau Bunge

Landrain 25
06118 Halle (Saale)

Telefon: 0345 5211250

Hauptgebäude mit Spiegelung im BassinDer Friedhof wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zur Entlastung des Südfriedhofs errichtet. Mit der Namensgebung wollte man die Erinnerung an die heilige Gertrud wach halten, deren Verehrung und Kult durch fränkische Siedler nach Halle gebracht wurde. Ihr wurde damals die gleichnamige Kirche auf dem Obermarkt geweiht. Von ihr sind heute lediglich als Bestandteil der an dieser Stelle errichteten Marienkirche  Teilstücke erhalten. Der Gertraudenfriedhof ist mit einer Fläche von 47 ha (nach Erweiterung) und einer Anzahl von ca. 34.600 Grabstellen der größte Friedhof in Halle. Die Gestaltung des Gertraudenfriedhofs erfolgte ab 1912 durch den damaligen Leiter des Stadtbaurates Wilhelm Jost, der zu dieser Zeit seinen Dienst antrat. Als einer der ersten Gestalter der Freiflächen wird Oberinspektor Henry Cyrenius genannt. Am 17. September 1914 fand die erste Beerdigung statt. Die erste Einäscherung im Krematorium von insgesamt drei im Jahr 1915 erfolgte am 23. Dezember 1915. Heute wird das Krematorium als Flamarium vom Gemeinnützigen Feuerbestattungsverein Halle e. V., der im Jahr 1990 wieder gegründet wurde, betrieben. Außerdem ziert sich der Gertraudenfriedhof mit zahlreichen Brunnenanlagen, wovon zahlreiche kunsthistorisch wertvoll sind. Sie wurden unter anderem von Richard Horn geschaffen. Weiterhin gibt es Gedenkstätten des I. und II. Weltkrieges und Gedenkstätten der vom Nationalsozialismus Gemordeten, der ausländischen Opfer und der sowjetischen Kriegsgefallenen.

sanierte Kolonnaden2014 feiert der Gertraudenfriedhof sein 100-jähriges Bestehen. Die denkmalgerecht sanierten Kolonnaden erstrahlen bereits im neuen Glanz.

Direkt neben dem Gertraudenfriedhof liegt der 1929 geweihte jüdische Friedhof, der als getrennte Anlage errichtet wurde. Zu ihm gehört ein jüdisches Denkmalfeld mit Grabmalen aus dem Mittelalter. Es entstand, als das jüdische Begräbnisfeld an der Stadtgottesackerstraße aufgelöst und die bestehenden Grabmale im neuen jüdischen Friedhof aufgestellt wurden. Heute ist der jüdische Friedhof unter Verwaltung der Jüdischen Gemeinde Halle.

Übersichtsplan
Lageplan Gertraudenfriedhof

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landschaftsgarten
Urnengarten im Grün mit Skulptur in der Mitte1904 hatte sich der hallesche Gartenbauverein unter dem Vorsitz von Wilhelm Ule mit der Bitte an den Magistrat gewandt, dem neu anzulegenden Friedhof nach dem Beispiel anderer Großstädte einen parkartigen Charakter zu verleihen. Jost beschäftigt sich deshalb mit dem Zentralfriedhof Ohlsdorf in Hamburg, welcher damals sogar internationale Beachtung für seine Gestaltung fand. Es sollte ein harmonisches Zusammenwirken von Architektur, Skulptur Modell von Jostund Landschaftsgärtnerei werden. Das Gelände wurde ummauert, um es vom Straßenverkehr abzugrenzen und es entstanden Alleen, die heute noch parallel, rechtwinklig oder diagonal als Wege verlaufen. Ein zentraler Bestandteil ist die große Aussegnungshalle mit Krematorium, welche sich in dem davor angelegten rechteckigen Wasserbassin spiegelt. Die vorhandenen einzelnen kleinen Teilfriedhöfe, meist rechteckige Quartiere, sind durch Formhecken abgegrenzt. Ein nach dem Entwurf von Martin Knauthe angelegter Musterfriedhof der Rückseite der Trauerhalle ist heute nicht mehr erhalten.
 

Der Gertraudenfriedhof gestern und heute

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Architektur
Im Dezember 1909 beschloss die Stadtverordnetenversammlung einstimmig ein Vorprojekt für die neue Friedhofsanlage an der Dessauer Straße und im Februar 1912 wurde einstimmig die Errichtung eines Krematoriums genehmigt. Das Zentrum der architektonischen Anlage sollte die blockhafte, anmutige Trauerhalle bilden. Die Halle ist mit einem flachen Walmdach gedeckt und wird von Säulenkolonnaden in dorischem Stil flankiert. An die große Kapelle schließt sich zu beiden Seiten ein Querbau mit Satteldach an. Mittig vor der Halle befindet sich das große Wasserbassin, in dem sich die Halle spiegelt. Die an jedem Krematorium problematische Gestaltung der Schornsteine wurde durch deren Anordnung hinter der Kapelle und den Bau eines verbindenden Schwibbogens gelöst. Die Kapitelle der zwei großen Säulen auf dem Vorplatz der Trauerhalle trugen einst Skulpturen des Bildhauers Paul Horn. An beiden Säulen befinden sich Totentanzreliefs, die von Schriftbändern gerahmt sind. Im Inneren besteht die Trauerhalle aus einer hohen Rotunde mit einer Kuppel, die von schlichten dorischen Säulen gestützt wird. Die Kuppel ist innen mit Fresken von Karl Völker geschmückt. Der Haupteingang, welcher vom Landrain zum Friedhofsgebäude führt, verlor seine ursprüngliche Gestalt 1944 durch einen Bombenangriff.

Engelwächter am Haupteingang Gertraudenfriedhof vor 1945Zwei Häuser im Stil der Heimatarchitektur, welche die Toreinfahrt flankierten, wurden ebenso zerstört wie die beiden großen Engelwächter. In einem der Gebäude war die Friedhofsverwaltung untergebracht und in dem anderen wohnte der Friedhofsinspektor Henry Cyrenius, dessen Frau bei dem Bombenangriff ums Leben kam.
 

 


Denkmäler und Kunstwerke
Auf dem Gertraudenfriedhof stehen und standen einige bedeutsame Denkmäler. Weiterhin wurde 1948/49 ein Gedenkfeld für die Opfer des Faschismus aus Obelisk und Einzelsteinen von dem Bildhauer Richard Horn errichtet. Zur gleichen Zeit wurde ein Mahnmal in Form einer Kunststeinpyramide und Kunststeinwand mit den Namen der Gefallenen für die Kriegstoten der sowjetischen Garnison in Halle erbaut. 1965 wurde ein Ehrenmal für die Toten der sozialistischen Arbeiterbewegung in Gestalt eines Obelisken von Edi Reissner und Heinz Stiller aufgestellt.

Endlose Straße von Richard Horn, die Schicksale zeigtDas wohl bekannteste Kunstwerk ist die vom halleschen Bildhauer Richard Horn geschaffene Plastik "Endlose Straße". Sie steht seit Ende des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt des Urnengartens, Abteilung 9. Die dargestellten Figuren verkörpern Schicksale. Der Einsame - Der Abwehrende - Der Gläubige - Das Alte Ehepaar - Der Stürzende - Der Aufgerufene - Der Soldat - Das Kind - Die Bombenopfer - Der Rebell - Der Gefangene - Der Scherge - Der Rächer - Der Abschied - Der Gelassene - Der Selbstmörder - Die Braut - Der Gelehrte - Der Schalk und Der Weise. 

ReliefEin weiteres bedeutendes Kunstwerk ist das Relief "Passion" von Herbert Volwahsen, aufgestellt gegenüber der Kriegsgräberstätte - Vom Nationalsozialismus Gemordete. Es entstand im Rahmen eines öffentlichen Wettbewerbs für ein Denkmal für die Opfer des Faschismus. Volwahsen erschuf sein 2 x 5 Meter hohes Mahnmal 1949 in Kalkstein. Scharftkantige, bewegte Formen charakterisieren das als Hochrelief gearbeitete Werk. Die figürliche Komposition greift das Motiv des Häftlingszuges auf, wobei der im Hintergrund andeutende Stacheldraht an ein Konzentrationslager erinnert.

Brunnenanlagen
58 historisch wertvolle Brunnenanlagen sind Blickfänge an Kreuzungen und Baumalleen, welche die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen. Der Bildhauer Johannes Miehlich schuf den in Steinguss ausgeführten, ornamental reich verzierten Brunnen, der von der Gestalt einer trauernden Frau gekrönt wird, in Abteilung 6 des Friedhofs.

Keramikbrunnen im WinterDie meisten Brunnen schuf jedoch Richard Horn, wie beispielsweise den Brunnen aus Keramik mit einer Frau, die eine Vase trägt in Abteilung 12. Ein farbig  glasierter Keramikbrunnen Richard Horns von 1934 in Abteilung 7 wurde 1944 auch durch einen Bombenangriff zerstört. Er wurde 1949 durch einen Brunnen mit 5 Sandsteinfiguren erneuert.

 

Grabarten

Erdbestattungen:
Reihengrabstätten
Wahlgrabstätten
Sondergrabstätten

Urnenbeisetzungen:
Reihengrabstätten
Wahlgrabstätten
Urnennischen im Kolumbarium
Urnengemeinschaftsanlagen
Sondergrabstätten

 

 


Verkehrsanbindung

Straßenbahn Linie 1 bis Haltestelle Gertraudenfriedhof oder S-Bahn Linie S7 bis Haltestelle Dessauer Brücke

 

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