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Stolpersteine für Halle

Zwei Stolpersteine in denr Händen Der Kölner Künstler Gunter Demnig (*1944) verfolgt seit 1992 ein Projekt, das die Vertreibung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma (damals Zigeuner genannt), politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Behinderten durch Deutsche im Nationalsozialismus in Erinnerung bringt.

Vor ihren ehemaligen Wohnhäusern werden Pflastersteine in den Bürgersteig eingesetzt. Die Steine sind aus Beton gegossen und tragen an der Oberseite eine 10 mal 10 Zentimeter große Messingtafel, in die Demnig mit Hammer und Schlagbuchstaben HIER WOHNTE und darunter Namen, Geburtsdaten und das weitere Schicksal jedes einzelnen Menschen einstanzt.

Demnig möchte das Gedenken in unserer Nachbarschaft stattfinden lassen, nicht weitab an Orten, die man auch bequem links liegen lassen kann. Ihn lässt die Frage nicht los, wie es geschehen konnte, dass Menschen friedlich nebeneinander lebten und dann auf einmal Nachbarn verschwanden;  ganz legal im Namen der Mehrheit und des Staates abgeholt und ermordet wurden und kaum jemand empörte sich oder will es gemerkt haben?

Inzwischen hat Demnig Steine in über 20 deutschen Städten verlegt. Obwohl flach in den Boden eingelassen, nennt er sie STOLPERSTEINE, denn stolpern, so Demnig, heißt auch darauf stoßen...

Kontakte nach Warschau, Wien, Antwerpen, Saloniki, Budapest,  Amsterdam, Paris und Mailand sind geknüpft und die ursprüngliche Absicht – die Erinnerung an die Deportierten an ihren Wohnorten europaweit zu bewahren – könnte greifbar werden.

 

Die Stadt Halle hat sich diesem Projekt 2003 angeschlossen und den Verein Zeit-Geschichte(n) mit der Gesamtleitung des Projekts für Halle beauftragt.

Die Finanzierung erfolgt ausschließlich aus Spenden bzw. Patenschaften.
Am 6. und 7. Mai 2004 erfolgte die Verlegung der ersten Steine.

Mehr Informationen dem Projekt unter www.stolpersteine.com   

Die Ehrenvorsitzende des Vereins für Zeitgeschichte(n) aus Halle, Gudrun Goeseke, erhielt den „Emil-Fackenheim-Preis für Toleranz und Verständigung“ durch die Jüdische Gemeinde zu Halle. In ihrer Laudatio auf die Preisträgerin sprach Projektbetreuerin Heidi Bohley ergreifende Worte über den Völkermord an den Juden während des NS-Regimes.

Weitere Informationen:   

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