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Archivale des Monats Dezember 2019

 100. Todestag von Bernhard Hieronymus Velthuysen

PorträtzeichnungBernhard Hieronymus Velthuysen wurde am 10. September 1881 im hessischen Dehringhausen im Kreis Twiste geboren. Nach seiner Gymnasialzeit in Cleve bis 1902 studierte er an den Universitäten Heidelberg bis 1904 und Göttingen bis 1906 Rechts- und Staatswissenschaften. Daneben nahm er auch an Vorlesungen über Philosophie teil. Zugleich diente er beim 2. Badischen Grenadierregiment Kaiser Wilhelm I. Nr. 110 in Heidelberg. Die erste juristische Staatsprüfung legte Velthuysen 1906 in Celle ab, 1911 die zweite in Kassel. Er arbeitete zeitweise als Gerichtsreferendar an den Gerichten in Bergen (b. Hanau), Marburg und Kassel sowie in den Geschäften der Staatsanwaltschaft, der Rechtsanwaltschaft und des Notariats zu Marburg. 1911 und 1912 war er als Prozessrichter am Amtsgericht beschäftigt. Ab 1913 wurde er in die Verwaltung der Stadt Charlottenburg übernommen.

Im Januar 1919 begann Bernhard Hieronymus Tätigkeit beim Magistrat der Stadt Halle als besoldeter Stadtrat und leitete bis 1933 an der Seite des Oberbürgermeisters Richard Robert Rive (1864–1947) zentrale Bereiche der Stadtverwaltung von Halle. Im Oktober 1925 wurde er zum Stadtsyndikus ernannt und war fortan für die Rechtsgeschäfte der Stadt zuständig. Im März 1930 wählten ihn die städtischen Körperschaften, Stadtrat und Magistrat, zum Zweiten Bürgermeister und zwei Jahre später steigt er zum Ersten Bürgermeister auf. Im September 1932 schließlich wählte ihn die Stadtverordnetenversammlung zum Nachfolger des Oberbürgermeisters Rive. Die Nationalsozialisten vereitelten nach ihrer Machtergreifung seinen Amtsantritt und veranlassten ihn, sich in den vorzeitigen Ruhestand versetzen zu lassen.

1936 fand er noch einmal den Anschluss, wurde erst Bürgermeister in Altona und ein Jahr später im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes als Kämmerer in den Dienst der Hansestadt übernommen.
Am 1. Oktober 1945 wurde er durch den Hamburger Bürgermeister Rudolf Petersen (1878–1962) nach Vorlage eines ärztlichen Attestes auf seinen Antrag hin in den Ruhestand versetzt und zog mit seiner Frau und seiner Tochter nach Kiefersfelden. Bernhard Hieronymus Velthuysen starb am 19. November 1969 im Alter von 88 Jahren und wurde auf dem Bergfriedhof von Kiefersfelden beigesetzt.

Eine ausführliche Abhandlung zu Velthuysen findet sich im durch die Stadt Halle in Verbindung mit dem Verein für hallische Stadtgeschichte aktuellen Jahrbuch für hallische Stadtgeschichte 2019.

 

Bildunterschrift:
Köpfe aus der mitteldeutschen Heimat: Bernhard Hieronymus Velthuysen.
Zeitungsdruck nach einer Originalzeichnung für die Halleschen Nachrichten von Emil Stumpp, 1931.

 

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