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Ausstellungen im Stadtarchiv Halle

„Ruhe und Ordnung. Plünderungen und Tumulte als Spiegel der politischen Unruhen 1919-1921“

Ausstellungsdauer: 24. Oktober bis 20. Dezember 2018

Menschen auf der StraßeIm Jahre 2018 begehen wir die 100. Wiederkehr des Endes des Ersten Weltkrieges, das verbunden ist mit einem bis dahin beispiellosen Umbruch in der Geschichte unseres Landes. Bis dahin über Jahrhunderte tradierte Gewissheiten und Traditionen gingen in wenigen Wochen verloren. Die Freude über die Rückkehr des Friedens und des Überlebens der Schrecken des Krieges verband sich mit der Frage der Neuordnung und Neuorientierung des Landes. Vor dem Aufblühen der Moderne u. a. in Gestalt des 1919 begründeten Bauhauses stand eine mehrjährige Phase politischer Richtungs- und Machtkämpfe.

Wie würde das neue Deutschland aussehen – folgte man dem Vorbild Russlands in der Errichtung einer Räterepublik oder hatten Befürworter der Demokratie westlich-bürgerlicher Prägung die Chance, die Zukunft zu gestalten? Oder siegten am Ende die beharrenden Kräfte der Vergangenheit und errichteten ein diktatorisches Regime? Über drei Jahre hinweg erlebte Deutschland in mehreren Wellen erbitterte aufbrechende und abflauende Bürgerkriegskämpfe, in deren Zentrum neben anderen Regionen auch die Stadt Halle (Saale) und ihr mitteldeutsches Umland standen. 

Das Stadtarchiv Halle widmet sich in seiner Sonderausstellung einem speziellen Aspekt dieses Geschehens. Materielle Not und das immer wieder eintretende Phänomen zeitweilig herrschender rechtsfreier Räume führten zu massiven Plünderungen und Verwüstungen im öffentlichen Raum, in Kaufhäusern, Geschäften und Wohnungen. Häufig standen Bürger und Geschäftsleute vor den Trümmern ihrer Existenz. An dieser Stelle soll aufgezeigt werden, wie die kommunale Verwaltung reagierte, um eingetretene Schäden zu regulieren.

Instrument dieser Bestrebungen waren die Magistratskommission für Plünderungsentschädigung und Tumulte sowie das von ihr ins Leben gerufene Büro, welches mehrere tausend Anträge betroffener Opfer der Unruhen entgegennahm, bewertete, Sachverständige hinzuzog, Prozesse um Entschädigungssummen zu führen hatte und letztgültige Entscheidungen traf, diese Vorgänge abzuwickeln. Die Darstellung des Wirkens dieser Behörde wird umrahmt durch ein Panorama der in mehreren Wellen aufbrechenden Kämpfe in Halle und seinem Umland. Angeschlossen ist der Blick auf die spätere Aufarbeitung des Geschehens, die wesentlich in der Form der Traditions- und Legendenbildung zur Legitimierung der beiden deutschen Diktaturen erfolgte und erst in unserer Zeit die Chance einer abgewogenen Bewertung auf demokratischer Grundlage hat.

Abgerundet wird die Ausstellung durch eine frühe literarische Aufarbeitung des Geschehens in Gestalt des Tatsachenromans „Ruhe und Ordnung“ des Schriftstellers Ernst Ottwalt (1901-1943), der als Zeitzeuge ein plastisches Bild vom Innenleben der 1919 bis 1921 in Halle aktiven militärischen Formationen zeichnete.

Begleitprogramm

Führungen zur Ausstellung:
07.11.2018 16:00 Uhr
27.11.2018 16:00 Uhr
 

 

Schriftzug Stadtarchiv Halle (Saale) mit Buch als grafischem Element

Archivale des Monats

Stadtwappen auf historischen Gemälde

 

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