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Stadtgottesacker

Friedhofsanlage nach Vorbild italienischer Campo Santi, erbaut 1557 - 1590 auf dem Martinsberg nach Plänen und unter Leitung des Ratsbaumeisters Nickel Hofmann, der damit ein herausragendes und in seiner Geschlossenheit in Deutschland einmaliges Renaissancedenkmal schuf. Nachdem eine etwa 5 - 6 Meter hohe Mauer stand, entwarf er den imposanten Plan, die vierflüglige Anlage mit Grabbogengewölben (94 Stück) zu umgeben. Jede Gruft war mit kunstvoll geschmiedeten Eisengittern bzw. Holzgittern bündig abgeschlossen. Vor allem die Verzierungen der Arkadenvorderseiten mit Reliefs und Inschriften sind von kunsthistorischem Wert. Unter den Schwibbögen ruhen unter anderem: August Hermann Francke, Christian Thomasius, Robert Franz, August Hermann Niemeyer und Ludwig Wucherer. Den Eingang zur Begräbnisstätte versah Hofmann mit einem Torturm. Bei Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg wurde der Stadtgottesacker schwer beschädigt. In den 50er Jahren erfolgte im südlichen Flügel nur teilweise ein Wiederaufbau. Durch Untätigkeit begann ein weiterer Verfall bis 1990. Mit großen Kraftanstrengungen und einem millionenschwerem Kostenaufwand (vor allem ermöglicht durch eine private Stiftung) wurde der geschichtsträchtige Friedhof von 1991 bis Mai 2003 saniert und die alte Schönheit wieder hergestellt. Mit dem Beschluss einer neuen Friedhofssatzung können seit dem Jahr 2001 auf dem Friedhof wieder Urnenbeisetzungen in ausgewählten Grüften und auf Grabfeldern unter Beibehaltung der historischen Bezüge stattfinden.

 

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