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Neuer Physiologie-Professor erforscht die Wirksamkeit von Tumortherapien

(halle.de/ps) Am Institut für Physiologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Direktor Professor Dr. Michael Gekle) nimmt zum 1. Oktober 2010 ein neuer Professor für Physiologie seinen Dienst auf. Professor Dr. Oliver Thews (48) widmet sich dann in Rahmen seiner W2-Professur unter anderem der Erforschung von Tumoren und der Wirksamkeit von Tumortherapien. Er arbeitete bisher am Institut für Physiologie und Pathophysiologie der Universität Mainz. Dort hatte er auch Humanmedizin studiert sowie promoviert und habilitiert. Seit 1996 ist er Facharzt für Physiologie.
 
Die derzeitigen Forschungsarbeiten von Professor Thews beschäftigen sich mit der Pathophysiologie solide wachsender Tumoren. Die Pathophysiologie untersucht die abweichenden Funktionsweisen  von erkrankten Organismen sowie wie es zu diesen geänderten Funktionsweisen kommt. Die Tumore unterscheiden sich in zahlreichen Parametern sehr grundsätzlich von Normalgeweben. So sind die Durchblutung, die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung oder der pH-Wert pathologisch verändert. Tumoren zeigen beispielsweise einen ausgeprägten Sauerstoffmangel und einen sauren pH-Wert (Azidose). „Die Ziele meiner Forschungsprojekte beschäftigen sich mit den Auswirkungen dieser besonderen Milieubedingungen auf die malignen Eigenschaften (z.B. Metastasierung) sowie die Wirksamkeit von Tumortherapien (z.B. Strahlen- und Chemotherapie).“
 
In den vergangenen Jahren konnte gezeigt werden, dass die Säure im Tumorgewebe bestimmte Medikamenten-Pumpen in Tumorzellen aktiviert, die dafür sorgen, dass Zytostatika aktiv aus der Zelle eliminiert werden und somit die Chemotherapie weniger wirksam wird (Chemoresistenz). Hier sollen (in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Michael Gekle) die zugrunde liegenden Mechanismen sowie die Signalwege in der Zelle analysiert werden, um eventuell Hinweise darauf zu erhalten, in welcher Weise in diese Signalkaskade eingegriffen werden kann, um der Chemoresistenz-Entwicklung entgegen zu wirken. Hierbei sollen neben Zellversuchen auch in vivo Untersuchungen (mit lebenden Organismen) durchgeführt werden, um die onkologische Bedeutung dieser Phänomene nachzuweisen.
 
Ein Schwerpunkt dieser Untersuchungen soll hierbei auf der Visualisierung physiologischer Messgrößen liegen. Aus diesem Grund ist geplant, neue Bild gebende Verfahren zu entwickeln und einzusetzen, um in soliden Tumoren funktionelle Gewebeparameter sichtbar zu machen. Ideal wären hier Kombinationen mit morphologischen Informationen (z.B. aus CT- oder Kernspin-tomographischen Untersuchungen). Diese Studien könnten zukünftig zu neuen diagnostischen Verfahren führen, die es erlauben eine patientenindividuell angepasste Tumortherapie unter Berücksichtigung der spezifischen pathophysiologischen Gegebenheiten durchzuführen.
 
„Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit wird zukünftig auch auf der Lehre im Fach Physiologie liegen, wobei sicher die integrale Verknüpfung aller vorklinischen Fächer unter Einbeziehung klinischer Aspekte von größter Bedeutung ist.“ Neben den klassischen Unterrichtsformen (Vorlesungen, Praktika, Seminare) sollten hierbei auch neue didaktische Konzepte (z.B. E-Learning/Blended Learning, Skills-Lab) für die Vorklinik und Klinik erprobt und gegebenenfalls intensiver genutzt werden.

28.09.2010

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