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Krise ist immer. Infektionen als gesellschaftliche Herausforderung

(halle.de/ps) Grippewelle, resistente Krankenhauskeime, Zika-Virus: Die Diskussionen über Infektionen sind längst Alltag geworden. Was könnte eine weltweite Epidemie, eine Pandemie bedeuten? In der Vortragsreihe zum Thema "Krise und Aufbruch" der Franckeschen Stiftungen sind im Februar zwei hochkarätige Mikrobiologen zu Gast. Im Bereich der molekularen Infektionsbiologie leistet die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Petra Dersch herausragende Arbeit, die 2018 mit der Aufnahme in die European Academy of Microbiology geehrt wurde. Dersch nimmt zum 1. Februar einen Ruf an die Universität in Münster an und wird dort zukünftig an der Medizinischen Fakultät das Institute of Infectiology leiten. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jörg Hacker war bis 2010 Präsident des Robert Koch-Instituts in Berlin und ist seitdem Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Beide nehmen die Pest zum Ausganspunkt ihrer Vorträge über Infektionen als gesellschaftliche Herausforderung.

Prof. Dr. Petra Dersch und die Historikern Dr. Katrin Moeller laden am Mittwoch, 6. Februar 2019, 18 Uhr zum Gespräch über den "Massenmörder Pest" in den Englischen Saal, Haus 26, ein. Das Bakterium Yersinia pestis ist eines der gefährlichsten Erreger für Seuchen, verantwortlich für Millionen Tote weltweit. Dersch stellt den tödlichen Erreger und seine erfolgreichen Strategien gegen das menschliche Immunsystem vor. Moeller ist Ansprechpartnerin des Historischen Datenzentrums der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, in dem zahlreiche Informationen über die Bevölkerung der Stadt zwischen 1670 und 1820 aufbewahrt werden. Sie weiß, welchen Aufschluss die Sterbe- und Krankheitsregister der Frühen Neuzeit über hiesige Epidemien und ihre gesellschaftlichen Folgen geben. Durch den Abend führt Prof. Dr. Holger Zaunstöck.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jörg Hacker wird am Mittwoch, 20. Februar 2019, 18 Uhr in seinem Vortrag "Menschen, Seuchen und Mikroben – Infektionen als gesellschaftliche Herausforderung" am Beispiel der Pest und weiterer Epidemien die schwerwiegenden politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Infektionskrankheiten zeigen und darstellen, wie wichtig es ist, die Kommunikation von wissenschaftlichen Ergebnissen und Handlungsmöglichkeiten professionell und nachhaltig zu betreiben. Dies gilt sowohl für die Kommunikation mit der Politik aber auch mit der breiten Öffentlichkeit. Mitte des 20. Jahrhunderts hatte sich die optimistische Auffassung verbreitet, dass Infektionen bedingt durch verbesserte Hygienebedingungen, den Einsatz von Antibiotika und Impfstoffen in der Zukunft keine große Rolle mehr spielen sollten. Diese Meinung hat sich nicht bestätigt. Heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, sind Infektionskrankheiten aktueller denn je. Die Etablierung neuer Modelle der Zusammenarbeit und Interaktion zwischen Politik und Wissenschaft ist dringend erforderlich. Moderiert wird der Abend vom Direktor der Franckeschen Stiftungen Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke.

Beide Vorträge finden im Englischen Saal, Haus 26 der Franckeschen Stiftungen bei freiem Eintritt statt.

05.02.2019

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