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„Sommerfrühstück für junge Krebsbetroffene“

(halle.de/ps) Auch wenn Krebs meist im höheren Lebensalter auftritt, gibt es auch bei jungen Erwachsenen Krebserkrankungen. Diese unterscheiden sich kaum von Krebs im höheren Lebensalter, allerdings sind die Lebensumstände in dieser Zeit besonders. Das körperliche und seelische Erleben in der individuellen Bewältigung der Krebserkrankung steht in einem deutlichen Gegensatz zur Lebenssituation eines gesund aufwachsenden jungen Erwachsenen. Die als wichtig wahrgenommenen Themen beziehen sich auf den Start ins Berufsleben, die Familiengründung, die Unabhängigkeit vom Elternhaus. Krankheit, Schmerzen und auch Arztbesuche sind für die meisten jungen Erwachsenen weit weg von der eigenen Realität.

„Junge Menschen brauchen eine zeitgemäße Plattform, die ihre Sorgen und Ängste ernst nimmt und praktische, lebensnahe Angebote bringt“ sagen Bianca Zendel-Deparade und Konstanze Thiele, Mitarbeitende des psychosozialen Beratungsteams der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e.V.
Am Freitag, den 30. August 2019, startet ein neues Format für junge Krebsbetroffene. Bianca Zendel-Deparade und Konstanze Thiele wollen bei einem „Sommerfrühstück“ im Veranstaltungsraum der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft, in der Paracelussstraße 23, in 06114 Halle (Saale) von 10 bis 12 Uhr mit jungen Krebsbetroffenen ins Gespräch kommen.

Informationen und Anmeldungen unter 0345 4788110 oder info@sakg.de

Hintergrund:
Üblicherweise ist Krebs eine Erkrankung der älteren Generation. In seltenen Fällen können jedoch auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an Krebs erkranken.
Die Herausforderungen und Problemfelder innerhalb der genannten Altersgruppe unterscheiden sich sehr stark voneinander. Eine Gemeinsamkeit besteht für die jungen Betroffenen: ihre hohen Heilungschancen bei vielen Erkrankungen liegt bei rund 80%.
Charakteristisch für die Betroffenengruppe ist ebenso, die Konfrontation mit Herausforderungen und Entscheidungen, die parallel zur bestmöglichen medizinischen Krebstherapie getroffen werden müssen und deren Folgen das eigene Leben auf Jahre hinaus prägen werden.
Hierzu gehören z.B. der Umgang mit therapiebedingten Nebenwirkungen und ihren Folgen für einen späteren Kinderwusch, Partnerschaft und Sexualität, eine mögliche Unterbrechung des Ausbildungsweges, zukünftige Berufschancen sowie wirtschaftliche und soziale Notlagen infolge der Krankheit. Aber auch Fragen der Endlichkeit des eigenen Daseins haben plötzlich eine ungewohnte Aktualität. Bei jungen Erwachsenen kommt die Diagnose „Krebs“ zu einer Zeit, in der Gedanken an Krankheit, Sterben und Tod normalerweise keinen Platz haben.
Vieles wird plötzlich in Frage gestellt oder muss auf den Prüfstand. Bisherige Lebensziele werden neu überdacht und neben der eigentlichen Aufbruch-Stimmung, beim Start in das eigene Erwachsenenleben, treten nun die Bewältigung von Einschränkungen der bisherigen körperlichen Leistungsfähigkeit und akute Beeinträchtigungen im ganz alltäglichen Leben. Für die erfolgreiche Bewältigung einer Krebserkrankung und ihrer Folgen sind deshalb die Unterstützung und der Rückhalt durch die Familie, Partner und Freunde von großer Bedeutung.
Junge Menschen, die an Krebs erkrankt sind oder waren, suchen in Deutschland oft vergeblich nach persönlichem Austausch und Vernetzungsmöglichkeiten mit gleichaltrigen Betroffenen in ihrer Region. Um das zu ändern, organisiert die SAKG in diesem Jahr mehrere offene Treffpunkte für junge Erwachsene mit Krebs, um den gegenseitigen Austausch zu fördern.

Die Treffpunkte sollen in lockerer Atmosphäre stattfinden, z. B. auch in Cafés, Parks oder anderen Orten und werden bei jedem Termin von zwei Mitarbeiterinnen des Beratungsteams der Krebsgesellschaft (Sozialpädagogin und Psychologin) begleitet. Zu jedem Treffpunkt steht ein Experte für alle fachlichen Fragen zur Verfügung.
 

06.08.2019

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