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Sieger der Hugo-Junkers-Preise kommen aus Halle

(halle.de/ps) Kluge Köpfe aus Halle (Saale) haben 2018 mit innovativen Ideen alle vier Wettbewerbskategorien des Hugo-Junkers-Preises gewonnen. Es sind die höchstdotierten Innovationspreise des Landes Sachsen-Anhalt. 

Zwölf Preisträger in vier Kategorien erhielten in Magdeburg die mit insgesamt 80.000 Euro dotierten Auszeichnungen. Im Jahr 2018 hatten sich 82 zukunftsweisende Projekte und Produkte aus Wirtschaft und Wissenschaft um den „Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt“ beworben.  

 Die Sieger in den vier Kategorien sind:

1. In der Kategorie: „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“: Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Prof. Dr. Sven-Erik Behrens, Dr. Torsten Gursinsky) mit einem neuartigen Verfahren zur Impfung von Pflanzen gegen Bakterien und Viren
Innovationstitel: Neues Verfahren zur Protektion / ‚Impfung‘ von Pflanzen gegen Pathogene
Mit dem neuartigen Verfahren wird so genannte esiRNA (effective small interfering RNA) in Pflanzen eingebracht, um eine effektive Immunantwort gegen Pathogene wie Viren, Pilze und Würmer zu stimulieren. Dadurch kann der Einsatz von genetisch veränderten Pflanzen und Pestiziden verringert werden. Während die Wirkungsweise von RNA bereits bekannt ist und teilweise eingesetzt wird, können durch das Verfahren erstmals die tatsächlich wirksamen Enzyme (daher die Abkürzung e) identifiziert, isoliert und eingesetzt werden. 
 
2. In der Kategorie: „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“: Das Fraunhofer Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS), Halle (Dr. Christian Thieme, Prof. Dr. Christian Rüssel, Prof. Dr. Thomas Höche) mit einer Glaskeramik mit niedriger Wärmedehnung für Hightech-Produkte
Innovationstitel: Neuartige Glaskeramik mit niedriger Wärmedehnung:
Die Forscher haben negativ dehnende Silicate entwickelt, die in neuartigen Glaskeramiken mit niedriger Wärmeausdehnung zum Einsatz kommen können. Das verbessert die Herstellungsprozesse und bietet neue Anwendungsfelder in Hightech-Produkten und im Massenmarkt (z.B. für Cerankochfelder).
 
Drei junge Männer mit einem Laptop und einem Messgerät an einem SolardachMarkus Patzold, Dr. Dominik Lausch und Dr. Kai Kaufmann (v.l.) von der Denkweit GmbH, Foto TGZ Halle GmbH, Marco Warmuth3. In der Kategorie: „Innovativste Produktentwicklung/ Dienstleistungen / Geschäftsmodelle: Die Denkweit GmbH, Halle (Saale) (Dominik Lausch, Dr. Kai Kaufmann, Markus Patzold) mit einem einzigartigen Verfahren zur Bewertung fließender Ströme
Innovationstitel: Kontaktlose, ortsaufgelöste Analyse von elektrischen Strömen für die Massenproduktion für E-Mobilität, Solarindustrie & Leistungselektronik:
Elektrische Baugruppen wie Batterien/Akkus oder Solarmodule zeichnen sich durch eine wohldefinierte Stromverteilung und ein typisches Magnetfeld aus. Weicht der elektrische Strom von der „Normalität“ ab, so ändert sich auch die Magnetfeldverteilung. Die DENKweit GmbH hat ein einzigartiges Verfahren entwickelt, lokal fließende Ströme zu bewerten. Das Unternehmen liefert für elektrische Bauteile oder Baugruppen eine Lösung, die schnell und zuverlässig Abweichungen erkennt, die mit bisherigen Verfahren unsichtbar waren, und sich aufgrund ihrer hohen Dynamik in Produktionen integrieren lässt. Insbesondere in den stark wachsenden Märkten der E-Mobilität, der Solarindustrie und der Leistungselektronik zeigt sich eine hohe Nachfrage.
 
2 junge Männer und eine junge Frau experimentieren mit getrockneten HülsenfrüchtenSimon Vogt, Gunnar Schulze und Emilie Wegner (v.l.) von "Hülsenreich"4. In der Kategorie: Sonderpreis „Innovativste Projekte der Ernährungswirtschaft“: das Projekt Hülsenreich der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, (Emilie Wegner, Simon Vogt, Gunnar Schulze) mit gesunden Snacks aus Hülsenfrüchten
Innovationstitel: Hülsenreich
Im Mittelpunkt stehen Snacks (Tortilla Chips und Dips) aus Hülsenfrüchten, die aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes als gesundheitlich sehr wertvoll eingestuft und in Bioqualität regional in Sachsen-Anhalt produziert werden können. Bisher gelten Hülsenfrüchte als vergleichsweise „unattraktiv“. Durch ihre Verwendung als Basis für zubereitungsarme, „moderne“ Snacks können sie trotzdem stärker in die alltägliche Ernährung eingebunden werden und so einen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung sowie zur ökologischen Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt leisten. Die Markteinführung ist im Frühjahr 2019 geplant – in Biomärkten, über eine eigene Homepage und im Lebensmitteleinzelhandel.
 
In der Kategorie „Innovativste Projekte der angewandten Forschung“ belegten Wettbewerbsteilnehmer aus Halle (Saale) auch die Plätze zwei und drei.
Den zweiten Platz belegte die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Prof. Dr. Karsten Mäder, Dr. Johannes Stelzner, Prof. Dr. Sven-Erik Behrens) mit einem neuartigen Wirkverstärker für Impfstoffe.
Innovationstitel: Lipidnanopartikel: Neue Adjuvantien mit hoher Stabilität, Effektivität und Verträglichkeit:
Ein neuartiges Adjuvans (Wirkverstärker für Impfstoffe) auf Nanopartikelbasis, das anders als bisherige Produkte sehr verträglich ist, eine hohe Wirksamkeit erzielt und als trockenes Pulver für einige Monate bei Raumtemperatur (25°C) gelagert werden kann. Das ist von besonderer Relevanz für Anwendungen, in denen zur Impfung von Tieren oder Menschen kein flüssiges Adjuvans genutzt werden kann. Aufgrund der einfachen Lagerung sind die Wirkverstärker besonders interessant für die Landwirtschaft und den Einsatz in Entwicklungsländern.
Den dritten Platz belegte das Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie, Halle (Dr. Mirko Buchholz, Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth, Dr. Stephan Schilling) mit der Entwicklung eines hochspezifischen Antibiotikums zur Behandlung von Parodontitis:
Lokal wirkendes Antibiotikum gegen die Volkskrankheit Parodontitis, die ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie Schlaganfall oder Demenz nach sich zieht. Dabei werden die Enzyme gehemmt, mittels derer die Mikroben das Eiweiß des Wirtes abbauen. Es werden nur diejenigen Bakterien bekämpft, die dieses Enzym produzieren; alle anderen erhalten dadurch einen Wettbewerbsvorteil und der Biofilm bzw. die Darmflora des Patienten wird gesund erhalten. Das Antibiotikum stellt einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit in alternden, sitzenden Gesellschaften mit hohem Zuckerkonsum und der Gefahr von Antibiotika-Resistenzen dar.
 
Für Wirtschaftsminister Armin Willingmann ist der Hugo-Junkers-Preis „das Schaufenster für innovative Ideen und kluge Köpfe aus Sachsen-Anhalt.“ Der Wettbewerb um den höchst dotierten Landespreis habe einmal mehr gezeigt: „Sachsen-Anhalt kann Innovation. Die vielen exzellenten Bewerbungen belegen, dass Unternehmer und Wissenschaftler hierzulande mit Neugier und Mut echtes Neuland betreten, Zukunft gestalten und Sachsen-Anhalt voran bringen."
 

10.01.2019

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