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Ringe der Macht

(halle.de/ps) (halle.de/ps) Die im Landesmuseums für Vorgeschichte eröffnete Sonderausstellung „Ringe der Macht“ beschäftigt sich mit dem Ring als Macht- und Herrschaftssymbol vom Beginn der Menschheitsgeschichte an. Ringe können in Form von Zauberringen nicht nur selber Macht besitzen, sondern sie waren und sind durch alle Zeiten wichtige Symbolträger für die unterschiedlichsten Botschaften. Die Wiederentdeckung und Entschlüsselung des geheimnisvollen, mittelalterlichen Inschriftenrings von Paußnitz bietet den Anlass, diese wirkmächtigen Ringe ins Zentrum der neuen Sonderausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte "Ringe der Macht" zu stellen. Im Zeitraum vom 15. November 2019 bis zum 1. Juni 2020 wird anhand von rund 250 ausgesuchten Exponaten von 30 Leihgebern aus Deutschland, Dänemark, England, Frankreich, Ungarn, der Schweiz und Tschechien auf einer Ausstellungsfläche von 500 Quadratmetern der Kosmos machtvoller Ringe seit der Altsteinzeit veranschaulicht.

Anhand ausgesuchter Preziosen wird der Kosmos der zahlreichen Ringtraditionen seit der Vorgeschichte veranschaulicht. Ringe, die selber Macht besitzen. Ringe, die Macht beziehungsweise den Status des Trägers ausdrücken. Oder Ringe, die auch Macht vermitteln können. Sie alle sollen die zahlreichen Ringtraditionen der europäischen Menschheitsgeschichte veranschaulichen – waren sie doch fortwährend bedeutende Herrschafts- und Statussymbole. Eine eindrucksvolle Zentralinstallation visualisiert, von den Eigenschaften des Rings von Paußnitz ausgehend, die Ideen- und Glaubenswelt des Mittelalters. Zudem vereint die Ausstellung die bekanntesten Inschriftenringe Deutschlands mit dem berühmten "Coventry Ring", einem aus Gold gefertigten Inschriftenring des späten 15. Jahrhunderts aus dem British Museum in London. Diese herausragenden Stücke veranschaulichen die Magie der Ringe des Mittelalters. Armreliquiare aus Halberstadt, Hochelten und Hildesheim laden dazu ein, in die Glaubenswelt der Ringträger einzutauchen.

Die Schau präsentiert ein spektakuläres Panorama an Ringen der Macht, von den ältesten bekannten Fingerringen aus dem mährischen Pavlov (circa 35.000 bis 24.000 vor heute) über die goldenen Armringe der bronzezeitlichen Fürsten Mitteldeutschlands und den Torques der Kelten bis zu dem EINEN RING aus Tolkiens Romanen, der aus einer langen Tradition schöpfte. Amulettringe und Insignien beleuchten spirituelle und weltliche Facetten der Macht bis hin zur ideellen Vorstellung des Rings als Liebespfand.

Ein ganz besonderes Highlight der Ausstellung ist die rund 3500 Jahre alte, jüngst entdeckte Bronzehand von Prêles (Kanton Bern). Diese älteste Bronzeplastik eines menschlichen Körperteils in Mitteleuropa wird zum ersten Mal außerhalb der Schweiz präsentiert. Ein weiteres Highlight ist der überraschend große und fast 7 Kilogramm schwere, keltische Ring von Trichtingen (Baden-Württemberg). Sowie der legendenumwobene Fingerring der heiligen Elisabeth, den sie von ihrem Gatten zum Geschenk erhielt und dessen Stein im Augenblick seines Todes in zwei Teile gesprungen sein soll.

Ergänzt wird die Sonderausstellung durch ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Kuratoren-Führungen, Angeboten für Kinder und Familien und besonderen Aktionen und Veranstaltungen.

Die Ausstellung "Ringe der Macht" hat bis 1. Juni 2020 Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Montags nur nach Voranmeldung. Am 24. und 31.12.2019 ist das Landesmuseum geschlossen. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6, Kinder 3 Euro.

Für weitere Eintrittspreise (z. B. Gruppen, Schulklassen, Familien- oder Jahreskarten) informieren Sie sich bitte auf der Internetseite des Landesmuseums: www.landesmuseum-vorgeschichte.de 

Zur Sonderausstellung erscheinen zwei neue Publikationen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Sie sind im Shop des Landesmuseums und im Buchhandel erhältlich.

27.11.2019

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