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Das IBA-Thema für Halle: Balanceakt Doppelstadt

Blick von der Neustadt zur Alttadt

Das 2003 entwickelte Motto für Halle: „Balanceakt Doppelstadt“ zielt auf ein Kernthema hallescher Stadtentwicklung. Halle wurde vor 40 Jahren in einem Umfang und einem Tempo umgebaut, wie nie zuvor in seiner 1.200jährigen Geschichte. Das Ergebnis dieses Stadtumbaus in Halle ist eine Stadt mit zwei Polen. Der jüngere Pol westlich der Saale, Halle-Neustadt, eine der größten industriell errichteten Wohnsiedlungen überhaupt, war einst als sozialistische Stadt der Moderne das Gegenmodell zur alten Stadt und sollte diese sogar ersetzen.

Inzwischen ist es umgekehrt: während die alte Stadt wieder lebt, schrumpft Neustadt trotz großer Sanierungserfolge. Damals wie heute stehen sich die beiden Städte aber nicht nur gegenüber, sondern durchdringen sich auch. Die Schnittstelle ist die „Magistrale“ samt Hochstraße. Sie reicht vom Göttinger Bogen im Westen von Neustadt über die Salineinsel bis zum Riebeckplatz am Hauptbahnhof im Osten von Halle – so weitreichend und einschneidend war das städtebauliche Konzept 1964.

Phänomene des Stadtumbaus: Schrumpfung und Wachstum, Leerstand und Erneuerung stehen hier im starken Kontrast zueinander. Hier geht es im besonderen Maße um Zukunftsfähigkeit und Identität. Die IBA lenkte damit in Halle den Blick auf die noch junge, dramatische Ost-West-Entwicklung der Stadt, die ihrerseits im Kontrast zu der über Jahrhunderte gewachsenen, entlang der Saale verlaufenen Nord-Süd-Entwicklung der Stadt steht.

Wie geht man mit diesem städtebaulichen Erbe um? Der spannende IBA-Prozess in Halle zeigte, dass es dazu bis heute keine einhelligen Antworten gibt. Das ursprüngliche Anliegen der IBA, Neustadt umfassend aufzuwerten - bis zur Gleichwertigkeit mit der Altstadt - wurde zugunsten einer realistischeren Vorgehensweise aufgegeben. Sie rückte die Quartiere in den Mittelpunkt. An sieben Standorten entlang der Magistrale behandelte die IBA in Halle mit sehr unterschiedlichen Projekten die spannende Frage, wie nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität trotz Schrumpfung ermöglicht werden kann.

Die Ergebnisse sind überraschend, manchmal ernüchternd und insgesamt lehrreich.

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