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Signet MagistraleStandort 7: Standort Magistrale. Die Zukunft der Hochstraße

LuftbildDie durch Halle verlaufende Magistrale mit Hochstraße

Der Ort

Bau der Magistrale 1968 - 71 mit Hochstraße am FranckeplatzDie 1968 bis 1971 erbaute Hochstraße ist der markanteste Abschnitt der 6 km langen Magistrale, die als mächtiges Brückenbauwerk die Innenstadt durchzieht. Ohne Neustadt ist sie nicht denkbar. Als Hauptschlagader der Stadt und Teil der Bundesstraße B 80 ist sie so stark belastet wie eine Autobahn. Sie gab den Anstoß für den radikalen Umbau der angrenzenden innerstädtischen Quartiere. In Verbindung mit Rampen und Knotenbauwerken verschwand der südliche Altstadtring samt Promenade.

Die Gebäude der Franckeschen Stiftungen wurden zwar verschont, aber durch die Hochstraße nachhaltig abgeriegelt. Das 20 Jahre später nachfolgende Straßenbahnprojekt Neustadt / Hauptbahnhof hat zwar eine spätere Beseitigung der Hochstraße nicht verbaut, wohl aber den Riebeckplatz als zentrale Verkehrsdrehscheibe bestätigt. Eine in absehbarer Zeit realisierbare Alternative gab es leider nicht.

Das Thema

Rückgrat der IBA-Projekte ist die Magistrale, und die Hochstraße ist ihr problematischster Teil. Die Auseinandersetzung mit der Zukunft der Hochstraße war deshalb ein notwendiger Bestandteil des IBA-Prozesses. Das Betonbauwerk spaltet nicht nur die Innenstadt, sondern auch die Meinungen. Viele nehmen sie als unveränderbar hin, einige respektieren in ihr das Erbe der städtebaulichen Moderne. Wieder andere sehen es als zu beseitigendes Fossil bewusster Stadtzerstörung. Bislang gibt es für eine Stadt Halle ohne Hochstraße keine realistischen Vorstellungen.

Vorerst nur eine Bildmontage: Die Innenstadt ohne Hochstraße, Blick vom Franckeplatz Richtung Riebeckplatz (aus der Ausstellung "WandelHalle", 2006)Die Diskussion geriet erst nach 2006 in Bewegung, als in der Ausstellung „WandelHalle“ eine Vision ohne Hochstraße gezeigt wurde. Seit 2007 gibt es die Bürgerinitiative Hochstraße e. V., deren Ziel die zumindest langfristige Beseitigung der Hochstraße ist. Dies erfordert die Bereitschaft, kühne Vision und schwierige Realität in Einklang zu bringen. Ob Tunnel, Brücke oder gar ersatzloser Rückbau: alle Alternativen bergen neuen Konfliktstoff, alle sind mit erheblichen Kosten verbunden. Das erschwert die Auseinandersetzung.

Die Fragen

  • Wie wird die Hochstraße städtebaulich und verkehrlich bewertet?
  • Unter welchen Voraussetzungen wäre eine Beseitigung der Hochstraße denkbar?
  • Gibt es ein öffentliches Interesse für die Untersuchung dieser Option?

Das Projekt

Öffentliche Diskussion im Stadthaus am 14.11.2009 "Die Zukunft der Hochstraße"Die IBA griff diese Fragen auf und unterstützte die Aufklärungsarbeit. Es gelang, den Dialog zwischen Bürgerinitiative und Stadtverwaltung   in Gang zu setzen und eine öffentliche Debatte zu organisieren. In einer gut besuchten öffentlichen Diskussion im Stadthaus am 14. November 2009 nahmen u. a. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und halleschen Netzwerken teil. Sie wurde durch IBA fundiert vorbereitet und von einem unabhängigen Experten unterstützt. Im Auftrag der Stadt durchgeführte Verkehrsstromzählungen lieferten das notwendige aktuelle Zahlenmaterial.

Das für viele überraschende und durch ein weiteres IBA-Magazin dokumentierte Ergebnis der sachlich geführten Diskussion bestätigte im Nachhinein die Richtigkeit dieser Debatte. Ein stufenweiser Abbruch der Hochstraße ist aus Sicht der Stadtverwaltung nicht mehr undenkbar. Das soll nun mit alternativen Szenarien untersucht werden. Der Stadtrat entschied zudem in diesem Zusammenhang, dass bis 2013 das 1997 beschlossene verkehrspolitische Leitbild der Stadt überprüft werden soll.

Auf gänzlich andere Art, locker und spielerisch wurde das Thema am 30. Mai 2010 behandelt, als die Magistrale für einen Tag ausschließlich Fußgängern vorbehalten blieb und ihnen Gelegenheit gab, Straße und Stadt einmal aus ganz anderem Blickwinkel wahrzunehmen.

Schriftzug Halle Saale aus Menschen gebildet, Luftbild der Hochstraße

Logo IBA Stadtumbau 2010

Wegweiser

Standort

zwischen Altstadt und Neustadt
Halle (Saale)

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Ansprechpartner

Projektbetreuung Stadt Halle

Rainer Möbius

0345 221-6268

0345 221-4859

rainer.moebius@halle.de

Bürgerinitiative Hochstraße Halle an der Saale e. V.

Dr. J. H. Göttner

0345 2091343

info@hochstrasse-halle.de

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