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27. Stein des Naturlehrpfades I Dölauer Heide

Kuhberg (119 Meter NN)

Der Kuhberg gehört zu den Erhebungen des Halleschen Porphyrkomplexes, infolge der Abtragung der tertiären und pleistozänen Schichten durch Wind- und Wassererosion tritt hier der Porphyr zutage.
Hier gedeihen xerotherme (Trockenheit und Wärme bevorzugende) Arten wie Tüpfel-Johanniskraut, Gemeine Schafgarbe, Kleines Habichtskraut, Silber-Fingerkraut.
 

Tüpfel- Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu (Steckbrief)

gelbe blühende Pflanzelat.: Hypericum perforatum
hyper (gr.) = auf,  ereikon (gr.) = auf der Heide wachsend
Familie: Hartheugewächse
 

 

 

 

 

 

  • 0,15 bis 0,80 Meter hohe Staude, markiger, kahler zur Spitze hin drüsiger Stängel mit zwei erhabenen Längskanten
  • gegenständige, kaum gestielte, oval-linealische Blätter
  • Blütezeit: Juni bis August (Johanniskraut wegen Blütezeit: 24. Juni = Johannistag)
  • fünfzählige Blüten in reichblütigen, endständigen Trugdolden, dunkelgelbe Kronblätter am Rand schwarz gepunktet
    vielsamige Kapsel
  • Heimat: Europa, Westasien
  • Blätter erscheinen gegen Licht betrachtet wie durchlöchert (daher die Namensgebung) wegen der zahlreichen Öldrüsen (ätherisches Öl)
  • Kraut ist Heilmittel gegen Durchfall, Leber und Nierenleiden, altes Wundheilmittel
  • Pflanze spielte im Aberglauben eine Rolle wegen der Rotfärbung zerquetschter Blüten, dort sind Hypericinkristalle (roter Farbstoff) eingelagert, verantwortlich für die „Lichtkrankheit“ beispielsweise bei Tieren, die Johanniskraut gefressen haben, aus Hypericin entstehen bei Lichteinwirkung toxische Substanzen

Kleines Habichtskraut, Langhaariges Habichtskraut (Steckbrief)

gelbe blühende Blume auf einem Felslat.: Hieracium pilosella
hiera (lat.) = Habicht; pilosellus (lat.) = feinfilzig, behaart
Familie: Korbblütengewächse
 

 

 

 

 

  • 0,05 bis 0,3 Meter hohe Staude mit blattlosem Stängel, verkehrteiförmige, etwas blaugrüne, ganzrandige, langhaarige, unterseits grau-weißfilzige Blätter eine grundständige Rosettebildend
  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Stängel mit 1 bis 2 Blütenständen (Korb), nur gelbe Zungenblüten, Fruchtknoten mit Haarkrone 
  • Heimat: Europa
  • Pflanze bildet dünne Ausläufer mit zur Spitze hin kleiner werdenden Blättern 
  • trockene Standorte

Silber- Fingerkraut (Steckbrief)

lat.: Potentilla argentea
potens (lat.) = mächtig, kräftig (wegen Heilkraft), argentea ( lat.) = silberweiß;  Fingerkraut wegen der handförmig geteilten Blätter
Familie: Rosengewächse

  • Staude mit bis zu 40 Zentimetern hohem, dicht weißhaarigem Stängel
  • drei- bis fünfzählige, handförmig geteilte, unregelmäßig tief eingeschnittene Blätter mit linealisch bis lanzettlichen Zipfeln (daher der Name Fingerkraut!), Teilblättchen unterseits weißfilzig und am Rand nach unten eingerollt (Anpassung an trockene Standorte!)
  • 1 bis 1,5 Zentimeter breite, hellgelbe Blüten in Rispe
  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Heimat: Europa, Westasien
  • gedeiht auf flachgründigen, steinigen oder sandigen Böden

An der Südseite des Plateaus ist während der Vegetationszeit der Weiße Schwalbenwurz zu sehen.

Weiße Schwalbenwurz (Steckbrief)

Blume mit gelblich-weißen Blütenlat.: Vincetoxicum hirundinaria
vinco (lat.) = besiegen; toxicum = Gift; (hirundo (lat.) = Schwalbe
Familie: Seidenpflanzengewächse
 

 

 

 

 

  • 0,3 bis 1,2 Meter hohe Staude mit mehreren aufrechten Stängeln, im oberen Teil manchmal windend
  • Blätter sind gegenständig, zugespitzt, kurzgestielt, untere herzförmig, mittlere eiförmig, obere länglich-lanzettlich
  • Blütezeit: Mai bis August
  • blattachselständige Trugdolden
  • Blütenkrone gelblichweiß, fünfzählig, radförmig
  • der Aasgeruch der Blüten lockt Fliegen an die Klemmfallenblüte: Insektenrüssel wird in Blüte durch einen lose an der Narbe sitzenden Klemmkörper festgehalten, reißt das Insekt den Rüssel heraus, bleiben Pollensäcke an diesem hängen 
  • zwei vielsamige Balgfrüchte, Samen mit Haarschopf (Windverbreitung)
  • Heimat: Europa
  • einzige von etwa 1700 bekannten, meist in den Tropen lebenden Seidenpflanzenarten, die nach der Eiszeit nach Mitteleuropa zurückgekehrt ist
  • Milch enthält giftiges Glykosid Vincetoxin, auch Samen und Wurzeln sind giftig
  • die Brechreiz verursachende und schweißtreibende Wurzel wurde früher als Gegenmittel bei Vergiftungen benutzt (Name vincetoxicum = Giftbesieger)

Nach dem Abstieg quert der Naturlehrpfad am Richtungsstein R3 den breiten Hallweg. Hier kann man einen Abstecher (zirka 120 Meter) nach rechts Richtung Norden zum Steinbruch machen.
 

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