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31. Stein Naturlehrpfad I Dölauer Heide

links

Hier sehen Sie eine 175 Jahre alte Wald-Kiefer mit Hexenbesen. (Bezugsjahr 2015)

Wald-Kiefer, Gemeine Kiefer, Föhre (Steckbrief)

Baumkrone mit Zweigbüscheln und blauer HimmelKieferngewächse
Pinus sylvestris L.
pinus ist ein lateinischer Pflanzenname (eigentlich picnus) von picis = Harz, also Harz liefernder Baum; silva (lat.) = Wald

 

 

  • bis 45 Meter hoher, im Bestand geradstämmiger Baum mit zunächst fuchsroter Borke, die in papierdünnen Streifen abschilfert, später am unteren Stammteil graubraune Tafelborke, neben der Lärche die harzreichste einheimische Baumart
  • zwei steife 2 bis 7 Zentimeter lange, wachsüberzogene, blau-grüne, um ihre Längsachse gedrehte, bis 0,2 Zentimeter breite Nadelnin 0,5 bis 1,0 Zentimeter langer Nadelscheide
  • Blütezeit: Mai
    männliche Blüten in 3 bis 8 Zentimeter langen, schmal-pyramidenförmigen, stehenden Kätzchen, schwefelgelb, produzieren viel hellgelben Pollen („Schwefelregen“)
  • weibliche Blüten in rötlich-violetten, gestielten, eiförmigen, aufrechten Zäpfchen
  • 2,5 bis 7 Zentimeter langer und 2 bis 3,5 Zentimeter dicker, 0,2 bis 0,5 Zentimeter lang gestielter, brauner, hängender, holziger Zapfen, springt nach zwei Jahren Reife im dritten Frühjahr auf und entlässt Nüsschen mit einseitigem Flügel
  • Alter: 150 bis 200 Jahre (Maximalalter 600 Jahre)
  • Heimat: Europa, Asien
  • an den Boden anspruchsloser wichtiger Forstbaum mit hohem Lichtbedarf, kräftige Pfahlwurzel (bis 6 Metern Tiefe)
  • weiches dauerhaftes Holz, vielseitig verwendbar in der Papier- und Zelluloseindustrie, für Möbel, Balken Schwellen, Harz zur Herstellung von Kolophonium, Terpentin
  • im Mittelalter wurden aus Kiefernholz Kienspäne geschnitten, lange Zeit eine wichtige Lichtquelle
  • frost- und hitzeertragenden Lichtholzart
  • in den Forsten der Dölauer Heide mit über 50 Prozent Anteil vorherrschende Baumart
  • Mitte des 19. Jahrhunderts Umwandlung der Laubwaldungen der Heide in schnellwüchsige und ertragreiche Kiefernforste

Hexenbesen

So bezeichnet werden dichte, belaubte bzw. benadelte, besenartige Zweigbüschel, eine Zusammendrängung zahlreicher Seitenäste auf engstem Raum, die verbreitet bei Hainbuche, Hänge-Birke, Erle, Wald-Kiefer und Tanne auftreten können.
Normalerweise entwickeln die Bäume aus den entfalteten Winterknospen die Zweige. Es werden aber nicht alle Knospen entfaltet. Die meisten Seitenknospen bleiben als ruhende Knospen („schlafende Augen“) unentwickelt. Unter dem Einfluss eines auf den Bäumen parasitierenden Schlauchpilzes kommt es zu einem ungeregelten, krankhaften Auswachsen sämtlicher Knospen und die sich entwickelnden Zweige bleiben gestaucht.

Nach Überqueren des nächsten Weges führt der Naturlehrpfad in das Naturschutzgebiet "Bischofswiese".

Naturschutzgebiet Bischofswiese

Seit 1961 besteht das 54 Hektar große Naturschutzgebiet Bischofswiese. Sein Kern ist das 130 Meter über NN gelegenen Plateau der Bischofswiese, das allseitig auf 95 bis 100 Meter über NN abfällt. Die Vegetation wird durch wärmeliebende Pflanzenarten  charakterisiert (beispielsweise die seltenen Diptam und Türkenbundlilie). Unter den Bäumen dominieren Trauben-Eiche und Winter-Linde. Die Bischofswiese war schon seit langem Treffpunkt der Hallenser. Sie wurde von Ausflüglern zum Lagern und Spielen genutzt, diente halleschen Gewerkschaftlern und Sozialdemokraten als Versammlungs- und Festplatz, war sogar Schauplatz von Duellen und Mensuren der Studenten.
Das Naturschutzgesetz verbietet alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebietes oder seiner Bestandteile führen können. So ist es nicht gestattet, im Naturschutzgebiet die Wege zu verlassen, Pflanzen oder deren Teile zu entnehmen und Tiere zu beunruhigen.


Nun erfolgt ein allmählicher Anstieg zum Langen Berg.

 

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