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33. Stein Naturlehrpfad I Dölauer Heide

links und rechts

Hier sehen Sie viele Moosarten an Steinen, Stämmen und auf dem Boden. An einigen Stellen steht Wurmfarn. Besonders hier am Hang liegt viel Totholz.

Moose

grüne sternchenförmige PflanzeMoose findet man vorrangig an feuchten, beschatteten Stellen. So konnten in der Dölauer Heide auf feuchtem Erdreich, an Gräben und Feuchtstellen 51 Moosarten, auf morschem Holz 31, am Fuß von Bäumen und an freiliegenden Wurzeln 15 und als Bewuchs von Steinen 97 Arten festgestellt werden. 14 Arten wurden auf den unteren Stammstücken von Birken gezählt.

 

 

Gemeiner Wurmfarn (Steckbrief)

Schildfarngewächse, Dryopteris filix-mas
drys (gr.) = Eiche; pteris (gr.) = Farn, also Farn, der in Beziehung zu Eichen steht; filix  (lat.) = Farnkraut; mas (lat.) =  männlich (man nahm früher an, dieser Farn sei das männliche Pendant zu einem andern „weiblichen“ Farn)

  • aus dem fingerdicken, zirka 20 Zentimeter langen Wurzelstock (Rhizom) entspringen trichterförmig die Blätter (Wedel), meist doppelt gefiedert, dunkelgrün, im Umriss lanzettlich, Blattstiel mit braunen Schuppen, rundliche Sporenhäufchen in je einer Reihe beiderseits der Nerven an der Unterseite der Fiederblättchen, Blätter im Herbst rasch faulend, selten überwinternd
  • Sporenreife: Juli bis September
    Heimat: über die ganze Erde verbreitet
  • schon von Paracelsus (1493 bis 1541) erwähnt, galt der Wurzelstock noch bis vor Jahrzehnten als wirksames Mittel gegen Bandwürmer (daher die Namensgebung), da aber nach Resorption im Darm schwere Schädigungen auftreten können (Erbrechen, Bewusstlosigkeit, Krämpfe), wird die Pflanze heute nicht mehr dazu verwendet
  • Gartenpflanze

Totholz

Für viele Tier- aber auch einige holzabbauende Pilzarten werden Bäume erst dann bedeutsam, wenn sie alt oder krank sind, Faulstellen, Höhlen oder Risse bekommen und schließlich absterben und vermodern. In Deutschland sind zirka 3000 Tierarten (davon zirka 1500 Käferarten) an die Zerfallsstadien von Holz gebunden.
Totes Buchenholz wird beispielsweise von 217 Insektenarten (meistens deren Larven) abgebaut.
Die meisten Spechtarten bevorzugen absterbendes oder totes Holz zum Anlegen ihrer Höhlen. Insektenlarven entwickeln sich in bestimmten Vermoderungsstadien, Asseln, Schnecken, Ringelwürmer, Tausend- und Hundertfüßler sind an der Holzzersetzung beteiligt. Um im Wald eine artenreiche Organismenwelt zu erhalten, sollte dort immer ein gewisser Totholzanteil verbleiben.

Hier ist auch ein Standort von Frühjahrsblühern: Hohler Lerchensporn (siehe Nr. 58), Veilchen, Scharbockskraut (siehe Nr. 55), Duftende Weißwurz (siehe Nr. 56). Ab Juni dominiert hier Kleinblütiges Springkraut fast flächendeckend.

Kleinblütiges Springkraut (Steckbrief)

grüne Pflanze mit gelben kleinen BlütenBalsaminengewächse
Impatiens parviflora DC.
impatiens (lat.) = ungeduldig, empfindlich; parvulus (lat.) = klein, gering, kleinblütig

 

 

  • 0,3 bis 0,6 Meter hohes Kraut mit saftigem, glasig-durchscheinendem, an den Knoten verdicktem Stängel
  • eiförmige, gesägte Blätter
  • Blütezeit: Juni bis September
  • blattachselständige, vier- bis zehnblütige Trauben
  • 1 Zentimeter lange, hellgelbe, aufrechte Blüten mit geradem Sporn
  • fünfklappige, gefächerte, elastisch aufspringende Kapsel
  • Mittelsäule steht unter Gewebespannung, bei Berührung oder Erschütterung trennen sich bei der reifen Frucht die Fruchtblätter ruckartig, rollen sich ein und schleudern die Samen aus, die bis 1 Meter weit fliegen können (Name „Rühr mich nicht an“)
  • Heimat: Mittelmeerraum 
  • Neophyt (1837)

Neophyten

Nach der Entdeckung Amerikas im Jahre 1492 begann das Kolonialzeitalter mit regem Austausch von Handelswaren, damit auch ein unbeabsichtigter oder auch beabsichtigter Austausch von Pflanzen- und Tierarten der Kontinente. Alle Arten, die nach 1492 nach Europa eingeführt wurden, werden als Neobiota (= Neu-Lebewesen), bezeichnet. Nicht einheimische Pflanzenarten sind Neophyten.
In den letzten Jahrzehnten haben sich in der Dölauer Heide einige Neophyten stark ausgebreitet, sind als Gartenflüchtlinge oder, ausgehend von Anpflanzungen in den Heiderandgebieten, weit in das Innere der Heide eingedrungen. Einige Arten, wie die Schneebeere und die Spätblühende Traubenkirsche, haben die Heide inzwischen fast flächendeckend besiedelt.


 

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