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10. Stein des Naturlehrpfades II Dölauer Heide

links vom Weg

Hier steht eine alte Wald-Kiefer, deren Stamm auffällige Borkenbildungen zeigen, die an Flügel erinnern ("Flügel-Kiefer"). Der Baum ist im Jahr 2020 abgestorben. 

Wald–Kiefer, Gemeine Kiefer, Föhre (Steckbrief)

Baumstamm mit flügelartiger Borkenrindelat.: Pinus sylvestris
pinus  (lat. - eigentlich picnus) von picis = Harz, also Harz liefernder Baum; silva (lat.) = Wald

Familie: Kieferngewächse 

 

 

 

 

  • bis 45 Meter hoher, im Bestand geradstämmiger Baum mit zunächst fuchsroter Borke, die in papierdünnen Streifen abschilfert, später am unteren Stammteil graubraune Tafelborke
  • neben der Lärche die harzreichste einheimische Baumart
  • zwei steife, 2 bis 7 Zentimeter lange, wachsüberzogene, blau-grüne, um ihre Längsachse gedrehte, bis 0,2 Zentimeter breite Nadeln in 0,5 bis 1,0 Zentimeter langer Nadelscheide
  • Blütezeit: Mai
  • männliche Blüten in 3 bis 8 Zentimeter langen, schmal–pyramidenförmigen, stehenden Kätzchen, schwefelgelb, produzieren viel hellgelben Pollen (Schwefelregen)
  • weibliche Blüten in rötlich-violetten, gestielten, eiförmigen, aufrechten Zäpfchen
    2,5 bis 7 Zentimeter langer und 2 bis 3,5 Zentimeter dicker, 0,2 bis 0,5 Zentimeter lang gestielter, brauner, hängender, holziger Zapfen, springt nach zwei Jahren Reife im dritten Frühjahr auf und entlässt Nüsschen mit einseitigem Flügel
  • erreichbares Alter: 150 bis 200 Jahre (Maximalalter 600 Jahre)
  • Heimat: Europa, Asien
  • an den Boden anspruchsloser, wichtiger Forstbaum mit hohem Lichtbedarf
  • kräftige Pfahlwurzel (bis 6 Meter Tiefe)
  • weiches dauerhaftes Holz, vielseitig verwendbar in der Papier- und Zelluloseindustrie, für Möbel, Balken Schwellen, Harz zur Herstellung von Kolophonium, Terpentin
  • im Mittelalter wurden aus Kiefernholz Kienspäne beschnitten, lange Zeit eine wichtige Lichtquelle
  • frost- und hitzeertragenden Lichtholzart; Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Umwandlung der Laubwaldungen der Heide in schnellwüchsige und ertragreiche Kiefernforste
     
  • in den Forsten der Dölauer Heide ist die Kiefer mit etwa 30 Prozent Flächenanteil die vorherrschende Baumart.  Der Anteil der Kiefer in der Dölauer Heide wird in Zukunft wieder deutlich sinken
     

Die Borke junger Kiefern ist fuchsrot, älterer Bäume zunächst rotbraun, später graurosa, tief gefurcht und blättert ab. Die braune oder rote Farbe beruht auf der Einlagerung von Gerbstoffderivaten. Als Borke bezeichnet man von der Nahrungs- und Wasserzufuhr abgeschnittene und abgestorbene Rindenteile, die beim Dickenwachstum des Stammes nicht mehr mitwachsen können und demzufolge einreißen und bei vielen Baumarten abgestoßen werden. Nun kann es bei älteren Wald-Kiefern vorkommen, dass sich die alte Borke zwar in großen Platten ablöst, diese aber nicht abfallen, sondern nur vom Stamm abspreizen, was dann wie kleine Flügel aussieht. Unter diesen legen Wald- und Gartenbaumläufer gern ihre Nester an und bei Bildung von Mulm dienen diese Mulmtaschen den Larven verschiedener holzbewohnender Insekten als Lebensraum.

Vom Anfang an bis zur Wald-Feld-Grenze beim Schutzgebiet „Lindbusch“ verläuft der Naturlehrpfad in brombeerreichen Kiefer-Eichen-Mischbeständen. Sie nehmen den flächenmäßig größten Anteil von allen in der Dölauer Heide vertretenen Waldtypen ein. Unter den Baumarten dominiert die Wald-Kiefer, weiterhin sind Trauben- und Stieleiche, Hänge-Birke, Eberesche und auch die Rot-Eiche vertreten. In der Strauchschicht findet man Eberesche, Schneebeere, Schwarzen Holunder, Späte Traubenkirsche. Kennzeichnende Art in der Krautschicht ist die Brombeere.

 

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