zur Startseite
Seite durchblättern:
Seite 22 / 39

22. Stein Naturlehrpfad II Dölauer Heide

rechts vor alter Kirsche

Duftende Weißwurz, Salomonssiegel (Steckbrief)

Pflanze mit grünen länglichen Blättern und kleinen grünen runden hängenden BlütenkapselnLiliengewächse
Polygonatum odoratum (MILL.)DRUCE
polys (gr.) = viel, gony (gr.) = Knie, Knoten, wegen der knotigen Anschwellungen des Wurzelstockes,
odoratus (lat.) = wohlriechend, duftend

 

  • 0,15 bis 0,45 Meter hohe Staude mit kantigem, bogig geneigtem Stängel
  • zweizeilige, wechselständige, eiförmig-längliche bis elliptischeBlätter
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Blüten zu einer bis zwei in Blattachseln, sechszipfliges Perigon bis zur Mitte verwachsen, unterseits verschmälert, Zipfel kahl
  • Heimat: Europa, Asien
  • seit dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts in Kultur 
  • enthält die gleichen Giftstoffe wie das Maiglöckchen
  • alljährlich hinterlässt der oberirdische Spross nach seinem Absterben auf dem Wurzelstock (Rhizom) eine Narbe, die einem Siegelabdruck ähnelt

 An vielen Stellen des Waldes liegen morsche Äste und Stämme.

Totholz

Für viele Tier- aber auch einige holzabbauende Pilzarten werden Bäume erst dann bedeutsam, wenn sie alt oder krank sind, Faulstellen, Höhlen oder Risse bekommen und schließlich absterben und vermodern. In Deutschland sind zirka 3000 Tierarten (davon zirka 1500 Käferarten) an die Zerfallsstadien von Holz gebunden.
Totes Buchenholz wird beispielsweise von 217 Insektenarten (meistens deren Larven) abgebaut. Die meisten Spechtarten bevorzugen absterbendes oder totes Holz zum Anlegen ihrer Höhlen. Insektenlarven entwickeln sich in bestimmten Vermoderungsstadien, Asseln, Schnecken, Ringelwürmer, Tausend- und Hundertfüßler sind an der Holzzersetzung beteiligt. Um im Wald eine artenreiche Organismenwelt zu erhalten, sollte dort immer ein gewisser Totholzanteil verbleiben.

Oft sind an Bäumen Pilze zu sehen, beispielsweise der ungenießbare Echte Zunder- oder Feuerschwamm. 

Echte Zunder- oder Feuerschwamm (Steckbrief)

Fomes fomentarius (L. ex. FR.) FR.
fomes (lat.) = Zündstoff, Zunder; fomentarius (lat.) = zunderliefernd

Mehrjähriger Porling, der vorrangig an Buchen und Birken  10 bis 50 Zentimeter breite und bis 25 Zentimeter dicke graue, ausdauernde Fruchtkörper bildet mit mehreren Schichten gelbbraun-bräunlich-grauer Röhren.
Der Pilz parasitiert an lebenden, aber geschwächten Bäumen, von deren Holz er sich ernährt. Unter der glanzlosen, sehr harten Kruste befindet sich eine rostbraune, weiche, flockige Substanz, die früher zu Zunder verarbeitet wurde, der vor der Erfindung der Zündhölzer beim Feuerschlagen mit Stahl und Stein zum Auffangen der Funken diente.

 Pilze

In der Dölauer Heide gibt es über 600 Pilzarten, allerdings sind davon nur ein Teil essbare Großpilze. Es gibt hier viele, oft mikroskopisch kleine Pilze, allein 71 phytoparasitische Kleinpilze (beispielsweise Mehltaupilze und Rostpilze). Pilze sind im Naturhaushalt wichtig als Mykorrhizabildner und als Holzzerstörer. Sie bieten vielen Kleintieren Lebensraum und Nahrung.

Beiderseits des Naturlehrpfades liegen oft Baumstubben.

Baumstubben

Baumstubben sind Lebensräume einer Vielzahl auf diese besonderen Bedingungen spezialisierten Lebewesen. An frischen Stubben siedeln sich zuerst Käfer- und Fliegenlarven an. Beginnt sich die Rinde zu lösen, wird die Schnittfläche von Algen (vorrangig Blaualgen) überzogen und verschiedene Schneckenarten wandern ein. Pilze dringen mit ihrem Myzel in den Holzkörper ein (beispielsweise Baumporlinge, Hallimasch). Bei genügender Feuchtigkeit wachsen Polster verschiedener Moosarten auf der Stubbenoberfläche. Die Moosdecke bietet nun einer Reihe von Bodentieren (Regenwürmer, Asseln) optimalen Lebensraum, oft auch den Sämlingen von Waldbäumen. Je nach Holzart und Stand des Zerfassprozesses können bis 600 Pilzarten und zirka 1.350 Käferarten an der Holzzersetzung beteiligt sein.

Ein mit Gängen durchzogener Stubben bildet oft den Mittelpunkt eines Nestes der Roten Waldameisen, die den Stubben mit kleinen Zweigen und totem Laub oder Nadeln überziehen. Doch auch größere Tiere profitieren von zerfallenden Baumstubben. So sucht der auf Totholz spezialisierte Grauspecht dort nach Nährtieren, ebenso der Schwarzspecht. Blindschleiche und Erdkröte dienen Baumstubbenhöhlen in Bodennähe als Tagesversteck und Überwinterungsmöglichkeit.

Der Naturlehrpfad trifft auf den Köllmer Weg, verläuft auf diesem nach rechts (Westen) bis zur Kreuzung mit dem Bergmannsstieg und dann auf diesem weiter.

Zirka 150 Meter auf dem Köllmer Weg nach Westen sind es bis zur Siedlung.

Waldheil

Der Juwelier Franz Tittel, Begründer des „Heidevereins“, veranlasste 1909 die Gründung eines Vereins „Waldheil-Hallesche Sommerhäuser- und Laubenniederlassung (e.V.) Halle a. S.“. So entstand in der Folgezeit eine Sommer-Villenkolonie, die sich aber nach dem 1. Weltkrieg zu einer ständig bewohnten Siedlung entwickelte. Dort bestand auch die viel besuchte Waldgaststätte „Waldheil“, die leider heute nicht mehr existiert.
 

Anzeige EVH

Banner WG Freiheit

Abfallberater