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28. Stein Naturlehrpfad II Dölauer Heide

rechts

Kahlschlag mit Überhältern (Winter-Linde, Wald-Kiefer, Trauben-Eiche)

Aufgeforstet sind hier vorrangig Wald-Kiefer, im hinteren östlichen Teil auch Douglasie. Schon nach kurzer Zeit hatten sich hier Hänge-Birken angesamt.

Kahlschlag

Wiese mit dahinterliegenden WaldbäumenDurch Zersetzung der Laub- und Nadelstreu besteht auf einem Kahlschlag ein hohes Nährstoffangebot. Die sich ansiedelnden stickstoffliebenden Kahlschlagspflanzen (beispielsweise Kanadische Goldrute, Große Brennnessel, Brombeere, Himbeere) unterdrücken oft die typischen Waldpflanzen. Oft werden die Jungpflanzen gegen den Wildverbiss mit einem Abwehrmittel versehen.

Da in Kahlschlägen andere Umweltbedingungen herrschen als im umliegenden Waldbestand, siedeln sich hier solche Pflanzen- und Tierarten an, die sonst in der offenen Landschaft anzutreffen sind. Die Überhälter sollen den Jungwuchs beschatten, dienen aber auch den Greifvögeln als Sitzwarten.

Bei einiger Aufmerksamkeit und ruhigem Verhalten kann man hier im Westteil der Dölauer Heide das eine oder andere Exemplar der im Gebiet häufiger als in anderen Heideteilen nistenden Greifvögel (Mäuse-Bussard, Roter Milan, Schwarzer Milan, Habicht, Turm-Falke) beobachten.

Wild in der Heide

Außer den Trittsiegeln von Rehen und Wildschweinen oder dem von den Wildschweinen aufgewühlten Boden bekommt man auch bei ruhigem Verhalten das in der Dölauer Heide heimische Wild kaum zu Gesicht. Dazu gehören vor allem Reh und Fuchs, weiterhin Schwarzwild, seltener Hase, Wildkaninchen und Dachs, der zwar regelmäßig, aber nur in geringer Anzahl vertreten ist.
Früher gab es in der Heide auch Wildkatze (1876 wurde die letzte geschossen) und Wolf (daher der Name Wolfsschlucht).
Schwarzwild wechselt häufig zwischen dem Wald und den Ackerflächen. Das Reh, die Hauptwildart in der Dölauer Heide, flieht beim Annähern von Menschen meistens nicht, sondern drückt sich in das Unterholz. Die meisten Fuchsbaue sind hier im Westteil der Heide im Naturschutzgebiet Lindbusch und im Bereich zwischen Bergmannsstieg, Köllmer Weg und dem Kuhkamm zu finden.

rechts

Himbeere (Steckbrief)

Strauch mit Stacheln und roten BeerenfrüchtenRosengewächse
Rubus idaeus L.
ruber (lat.) = rot (Frucht); idaeus (lat.) von Idagebirge (Kleinasien) bzw. Berg Ida auf Kreta; möglich ist auch Ableitung von ida (gr.) = Holz, Wald

 

 

 

 

  • 0,6 bis 2,5 Meter lange Stängel mit kurzen, nicht hakigen Stacheln, verholzen, fruchten  und sterben im zweiten Jahr ab
  • 5 bis 10 Zentimeter lange, drei- oder fünfzählige, wechselständige Blätter mit eiförmigen ungleich scharf gesägtenFiederblättern, unterseits weißfilzig
  • weiße oder hellrosa, langstielige, meist nickende, fünfzählige Blüten in vielblütigen, lockeren Rispen oder Trauben, nach der Blütezeit zurückgeschlagene Kelchblätter länger als die Kronblätter
  • Blütezeit: Mai bis Juli
  • rote, saftige, wohlschmeckende Steinfrüchtchen in einer Sammelfrucht, die sich unter Zurücklassen den Blütenbodens ablöst (bei Brombeere löst sich die Sammelfrucht zusammen mit dem Blütenboden ab)
  • unterirdische Ausläufer bildend
  • Heimat: Europa, Asien
  • verbreitet auf Waldschlägen, in Strauchfluren, Pioniergehölz auf Waldlichtungen
  • Himbeerblätter sind gerbstoffhaltig, wegen ihrer adstringierenden Wirkung wurden sie früher bei Durchfällen verordnet
  • seit dem Mittelalter Kulturpflanze (auch gelbfrüchtige Sorten)

 links und rechts

Brombeere (Steckbrief)

Strauch mit Stacheln und schwarzen BeerenfrüchtenRosengewächse
Rubus fruticosus (Sammelart)
ruber (lat.) = rot; fruticosus (lat.) = strauchig, buschig

 

 

  • bis 2 Meter hoher Strauch mit Stacheln und abstehenden Borsten
  • einfach oder doppelt gesägteBlätter
  • Blütezeit: Mai bis August
  • weiß bis rote, fünfzählige Blüten in traubigem Blütenstand
  • Sammelfrucht aus vielen Steinfrüchten (Sammelfrucht  löst sich zusammen mit dem Blütenboden ab)
  • Heimat: Europa , Asien
  • medizinische Nutzung wegen der Gerbstoffe (zusammenziehende Wirkung) schon im alten Griechenland
  • wild oft auf Kahlschlägen

rechts

Faulbaum, Pulverholz (Steckbrief)

Strauch mit roten später schwarzglänzenden FrüchtenKreuzdorngewächse
Frangula alnus MILL.
frangere (lat.) = brechen, bezieht sich auf Brüchigkeit des Holzes; alnus (Ähnlichkeit mit Erle); Faulbaum wegen des fauligen Geruchs der frischen Rinde

 

 

 

 

  • bis 4 Meter (Maximalgröße 7 Meter) hoher Strauch mit steifen, brüchigen Zweigen, dunkelbleigrauer Rinde mit zahlreichen weißlichen Punkten (Rindenporen)
  • wechselständige, 3 bis 7 Zentimter lange, breitelliptische, ganzrandige Blätter mit kurzer aufgesetzter Spitze, Stiel 0,6 bis 1,4 Zentimeter lang, behaart
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • grünlich-weiße Blüten in zwei- bis zehnblütigen, blattachselständigen Trauben
  • kugelige, rote, später schwarzglänzende, meist zweikernige Steinfrucht
  • Alter: 80 Jahre
  • Heimat: Europa, Asie
  • Das weiche, gelbrote Holz wurde früher zur Herstellung von Holzkohle zur Bereitung von Schießpulver verwendet (daher der Name)
  • Früchte seit dem 14. Jahrhundert als Abführmittel, heute wird dazu die Rinde verwendet
  • oft Blüten und Früchte in allen Reifestadien am selben Strauch, fauliger Geruch der Rinde (enthält Glykoside, Gerb- und Bitterstoffe, Saponine)

 Der Naturlehrpfad kreuzt den Granauer Weg.
 

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