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.Castellum und Civitas Giebichenstein (bis 10. Jahrhundet)
.Halle und das Salz (13. bis 18. Jahrhundert)
.Halle von der Siedlung bis zur Stadt (11. bis 14. Jahrhundert)
.Reformation und 30-jähriger Krieg (15. bis 17. Jahrhundert)
.Halle wird Teil des Kurfürstentums Brandenburg (17. Jahrhundert)
.Die Schul- und Universitätsstadt (17. Jahrhundert)
.Zwischen Empfindsamkeit, Romantik und Krieg (19. Jahrhundert)
.Industrialisierung und wirtschaftlicher Aufschwung (19. Jahrhundert)
.Halles Entwicklung vom 20. Jahrhundert bis heute

Halle von der Siedlung bis zur Stadt (11. bis 14. Jahrhundert)
 


Vom Oppidum (Siedlung) zur Civitas (Stadt)
Um die Salzbereitungsstätte herum entstanden weitere Siedlungskerne. Nördlich davon gab es ein von Handwerkern, Gastwirten und Fischern bewohntes "suburbium". Im Südosten hatte sich Marktplatzneben den Hütten der Salzarbeiter ein Handelsplatz etabliert: der Alte Markt. Darum gruppierten sich die Häuser und Eigenbefestigungen der Kaufleute und Gewerbetreibenden, aber auch der Adligen. Das Gebiet war vermutlich schon im 11. Jahrhundert durch einen Mauerring geschützt. Hier stand auch mit St. Michael die älteste Pfarrkirche. Der Raum am Alten Markt wurde der prosperierenden Stadt bald zu eng, denn spätestens im 12. Jahrhundert bezog man den heutigen Markt. Marktrecht, Zoll und Münze gingen von Giebichenstein an das neue Zentrum über. Die Verwaltung oblag einem erzbischöflichen Präfekten, das Gericht übte der Schultheiß aus. Die wirtschaftlich erstarkten Handwerker schlossen sich erstmals in Innungen zusammen.


Halles Weg zu einer bedeutenden Handelsstadt

Im Mittelalter zählte Halle zu den bedeutendsten Handelsplätzen des römisch-deutschen Kaiserreiches. So ließ Bischof Otto von Bamberg die Tuche und Geschenke für seinen Missionszug nach Pommern 1128 auf dem halleschen Markt erwerben. Etwa zur gleichen Zeit entstand eine neue, großartige Verteidigungsanlage, die bis ins 19. Jahrhundert hinein das Stadtbild prägte. Eine Mauer mit Wehrgang, unterbrochen von vierzig Mauertürmen und sechs gewaltigen Torburgen, schützte die Bewohner. Das von der Mauer eingeschlossene Stadtgebiet, bis heute im Ringstraßensystem erkennbar, wurde allmählich mit stattlichen Wohnhäusern und kommunalen Gebäuden, großen Kirchen und Klöstern, aber auch ärmlicheren Hütten bebaut. Um 1300 lebten in Halle ca. 4000 Menschen: Patrizier, Kleriker, Handwerker und Arme. Die slawischen Hörigen waren in der halleschen Gemeinde aufgegangen. Die halleschen Juden bildeten, ebenso wie die Salzarbeiter, eine Sondergemeinde.


Ringen um städtische Autonomie

Das auf wirtschaftliche Macht gestützte Selbstbewusstsein der halleschen Bürgerschaft strebte nach Unabhängigkeit und Eigenverwaltung. Der ersten schriftlichen Erwähnung von elf Ratsmannen im Jahre 1258 muss die Konstituierung eines Rates oder ähnlichen Verbandes führender hallescher Bürger vorausgegangen sein. Hartnäckig ertrotzten oder erkauften sich die Hallenser unter Leitung ihres Rates Privilegien von ihrem Landesherrn, dem magdeburgischen Erzbischof, die eine größere politische und wirtschaftliche Selbständigkeit eröffneten. Höhepunkt in den jahrzehntelangen Auseinandersetzungen war die Erwerbung der "Magna Charta" (1263), die der Stadt wichtige Freiheiten sicherte, wie volles Bürgerrecht, ein spezielles Talrecht oder das Verbot des Burgenbaus in und um Halle. Nach Ausstellung der Urkunde schloss Halle Landfriedensbündnisse ab, trat der Hanse bei (vor 1281) und gab sich mit der "Willkür" (Niederschrift 1316) eine Stadtordnung.   

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