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Ehrenbürger

Hesekiel, Friedrich

Überblick

Verfasser des ersten Stadtführers
Verdienste Friedrich Hesekiels um Schule und Kommune

Am 5. Juli 1834 unterbreitete Oberbürgermeister Dr. Mellin der Stadtverordnetenversammlung den Vorschlag, „dem Prediger Dr. Hesekiel, der jetzt als General-Superintendent nach Altenburg abgehe, wegen seiner vielen Verdienste in mehreren Geschäftszweigen um hiesige Stadt das Ehrenbürgerrecht zu ertheilen“.1 Das Gremium stimmte diesem Ersuchen zu, so dass ihm die am 18. Juli 1834 ausgestellte Urkunde wenige Tage später übersandt werden konnte. Der Text hebt seine Leistungen um das hiesige Schul- und Kommunalwesen hervor, die diese Ehre rechtfertigen.

Friedrich Hesekiel stammte aus Rehsen bei Wörlitz, wo er am 27. Oktober 1793 als Sohn eines Pfarrers geboren wurde. Nach dem Schulbesuch in Dessau begann er 1813 in Wittenberg das Studium der Theologie, kämpfte dann als Freiwilliger gegen Napoleon, so dass er erst im Herbst 1814 seine Studien in Leipzig fortsetzen konnte. Im Herbst 1816 kam er nach Halle und bestand hier am 9. Oktober 1817 sein Examen. Nach kurzer Hauslehrerzeit erhielt Hesekiel das Diakonat an der Moritzkirche, der er bis zu seinem Weggang verpflichtet blieb.

Das Amt ließ ihm durchaus Zeit für andere Ämter und literarische Arbeiten. So war er Prediger am städtischen Hospital und der Irrenanstalt, Lehrer am Pädagogium der Franckeschen Stiftungen, Redakteur des „Hallischen patriotischen Wochenblattes“ u. a. Auch als Schriftsteller trat Hesekiel hervor und publizierte Gedichte, Erzählungen, Predigten und stadtgeschichtliche Studien. Populär wurde sein 1824 erschienenes Büchlein „Blicke auf Halle“2, das man als ersten Stadtführer bezeichnen kann.

Im Vorwort begründet er sein Vorhaben: „Was ihn aber vorzüglich bewog, fröhlich ans Werk zu gehen, war der Umstand, daß er eine lange gefühlte Schuld gegen seine theuren Hallischen Mitbürger, die ihn, den Auswärtigen, so freundlich in ihrer Mitte aufgenommen und mit so manchen Beweisen ihres Vertrauens erfreut hatten, abzutragen hoffe, indem er seine Feder dazu anwendete, das Merkwürdige ihrer so alten und in vieler Hinsicht ausgezeichneten Stadt in einem größeren Kreise bekannt werden zu lassen.“3

Diese tiefe Verbundenheit mit der Geschichte und Gegenwart der Saalestadt kommt auch in seinem Dankesbrief vom 25. Juli 1834 zum Ausdruck, in dem er schreibt: „Einem Wohllöbl. Magistrat kann ich nicht umhin, die gerührte Bewegung des Herzen hierdurch mit unvollkommenen Worten auszudrücken, zu welcher ich durch das mir heute zu teil gewordene, höchst schätzbare Geschenk des Hallischen Ehrenbürgerrechts veranlasst worden bin. Je mehr ich mich in meinen bisherigen amtlichen Verhältnissen bemüht habe, mir die Zufriedenheit meiner vorgesetzten Behörden zu erwerben, um desto mehr werde ich es mir auch in Zukunft zu Ehren rechnen, ein Hallischer Bürger zu heißen und es wird dies Verhältniß ein unzerreißbares Band sein, welches mich mit dem gesegneten Staate verbindet, dem ich bisher das Glück hatte,
anzugehören.“4

Dr. Hesekiel wirkte nun als Generalsuperintendent des Herzogtums Altenburg, starb jedoch schon nach wenigen Amtsjahren am 14. April 1840. 


1 Stadtarchiv Halle (StAH), Acta des Magistrats der Stadt Halle betr. das Ehrenbürgerrecht. Centralbüro Kap. X Abt. A
Nr. 1 Bd. 1 Bl. 30.
2 Friedrich Hesekiel: Blicke auf Halle und seine Umgebungen. Halle (Saale) 1824
3 Ebd. S. VI. 9 StAH, Ehrenbürgerrecht Bl. 33.
4 StAH, Ehrenbürgerrecht Bl. 33.

Beruf/Funktion

Theologe, Pädagoge und freier Schriftsteller ("Blicke auf Halle")

Jahr der Verleihung

1834

Geburtsdatum

27.10.1793

Geburtsort

Rehsen

Sterbedatum

14.04.1840 

Ort der Beisetzung

Altenburg

 

 

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