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Ehrenbürger

Heidel, Hermann Rudolf

Überblick

Schöpfer der Händel-Statue
Der Bildhauer Hermann Rudolf Heidel war "überrascht und ergriffen" 

Am 2. Juli 1859, einen Tag nach der festlichen Einweihung des
Händeldenkmals auf dem Markt, unterbreitete Oberbürgermeister von Voß der Versammlung der Stadtverordneten den Vorschlag, dem Bildhauer Hermann Heidel das Ehrenbürgerrecht der Stadt Halle zu verleihen.

In seinem Schreiben heißt es u. a.: „Das schöne Fest des gestrigen Tages ist vorüber – geblieben aber ist auf unserem Marktplatz ein herrliches Kunstwerk, laut zeugend für das tiefe Verständnis und eine hohe Meisterschaft des anderen Künstlers, der es geschaffen. Leider aber muß er auch in dem Ruhm, den dies Kunstwerk ihm bereiten wird, den alleinigen Lohn für diese Arbeit finden, da die Mittel des Händel Comites kaum gestatten werden, ihm vielmehr als die baaren Auslagen zu ersetzen und jedenfalls ein angemessener Sold für Entwurf und Ausführung der Händel-Statue ihm nicht wird gewähret werden können. In dieser Beziehung kann auch die Stadt nicht ergänzend eintreten, sie kann aber einem so modernen genialen und so uneigennützigen Künstler einen Tribut ihrer Dankbarkeit durch Ausübung des in § 6 der Städte-Ordnung ihr verliehenen Rechtes darbringen und den Künstler wie sich selbst zu ehren, indem sie diesen unter die Zahl ihrer Bürger aufnimmt.“1

Schon am 4. Juli erklärten die Stadtverordneten ihr Einverständnis, „da sie sein Verdienst um die der Stadt gegebenen Zierde vollständig anerkennt“.2 Noch am gleichen Tag wird der Text der Verleihungsurkunde entworfen, deren Ausführung dem Oberlehrer Louis C. Spieß übertragen wird. Magistrat und Stadtverordnete rühmen hier die meisterhafte Vollendung des ehernen Standbildes und sein Verdienst, „welcher er durch dies ausgezeichnete, unseren Marktplatz zur wahren Zierde gereichende Kunstwerk“3 sich erworben hat.

Am 20. September 1859 konnte der Ehrenbürgerbrief an den Bildhauer nach Berlin abgeschickt werden. Heidel bedankte sich in einem Schreiben vom 3. Oktober 1859, in dem es u. a. heißt: „Obwohl schon vor einiger Zeit das Gerücht eines dahin zielenden Beschlusses in Zeithungen umherlief, so wurde ich doch durch die Verwirklichung desselben überrascht und ergriffen. Der Beschluß selbst, die dazu angeführten Motive, ja die schöne und prachtvolle Ausstattung des Diploms – Alles ist mir ein Beweis des einmüthigsten Wohlwollens; und es ist dies Gefühl, was mich der rühmlichsten aller Auszeichnungen unbedenklich […] freuen läßt. So fühle ich mich dem Magistrat, den Stadtverordneten und dem Händel-Comite für immerdar mit dankbarem Herzen verpflichtet, so wie an die gesammte Bürgerschaft durch ein so ehrenvolles Band enger geknüpft.“4

Der Bildhauer Hermann Heidel stammte aus Bonn, wo er am 20. Februar 1811 geboren wurde. Ab 1835 war er Schüler des berühmten Schwanthaler in München und lebte dann von 1838 bis 1842 in Italien. Danach lebte und arbeitete er in Berlin, hatte jedoch mit seinen Arbeiten wenig Glück.

So blieb das Denkmal für den in Halle geborenen Komponisten Georg Friedrich Händel das einzige große Monumentalwerk, das freilich die größte Popularität errang und behauptet. Der Künstler
verstarb am 29. September 1865 in Stuttgart.


1 StAH, Ehrenbürgerrecht Bl. 62.
2 Ebd. Bl. 62.
3 Ebd. Bl. 63.
4 Ebd. Bl. 66.

Beruf/Funktion

Bildhauer, Künstler (Händelstatue, 1859)

Jahr der Verleihung

1859

Geburtsdatum

20.02.1810

Geburtsort

Bonn

Sterbedatum

29.09.1865

Ort der Beisetzung

Stuttgart 

 

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