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Ehrenbürger

Fubel, Friedrich

Überblick

Verdienste um Stadtgrün
Friedrich Fubel engagierte sich auch im Schulwesen

Die Stadtverordnetenversammlung Halles beschloss am 19.
Dezember 1892 einstimmig, dem unbesoldeten Stadtrat Friedrich Fubel, der „wegen vorgerückten Alters“ eine Wiederwahl für sein Amt ablehnte, das Ehrenbürgerecht der Stadt zu verleihen.54 Der Magistrat billigte den Entschluss, so dass zum ersten Male seit der Verleihung dieser Ehrung zwei verdienstvolle Kommunalpolitiker am gleichen Tag ausgezeichnet wurden.

Friedrich Fubel stammte aus Havelberg, wo er als Sohn eines Oberförsters am 8. September 1810 zur Welt kam. Er besuchte das Gymnasium „Zum Grauen Kloster“ in Berlin, um dann vom Herbst 1830 bis 1833 an der Universität Halle Theologie und Philosophie zu studieren. Seine hauptsächlichsten Lehrer waren hier die berühmten Professoren Julius Ludwig Wegscheider, Wilhelm Gesenius und Friedrich August Tholuck. Nach Abschluss seines Studiums in Berlin (1834) folgte Fubel zwei Jahre später einem Ruf als Pfarrer nach Domnitz (Saalkreis). Fubel, ein an allen Zeitfragen stark interessierter Mann, trat in der Revolution 1848/49 hervor und übernahm den Vorsitz des Konstitutionellen Vereins für den Saalkreis. Er stellte sich auch zur Wahl und war von 1849 bis 1854, 1857 bis 1863 und 1872 bis 1881 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. Schon 1854 hatte der rührige Politiker auf sein Pfarramt verzichtet und war nach Halle gezogen. Drei Jahre später wählten ihn die Bürger in die Stadtverordnetenversammlung, um dann 1863 in das Magistratskollegium einzutreten. Fubel erwarb sich hier als unbesoldeter Stadtrat große Verdienste um die städtischen Grünanlagen, die Stadtgärtnerei und das Schulwesen.

Im Mai 1868 übernahm er den Vorsitz der pfännerschaftlichen Deputation und war maßgeblich an den Verhandlungen mit dem preußischen Fiskus wegen des Fortbestehens der hallischen Saline beteiligt. Damals verlegte man die Produktionsstätte in die alte Königliche Saline an der Mansfelder Straße, da die Anlage auf dem Hallmarkt geschlossen werden musste. Der kontaktfreudige Kommunalpolitiker gehörte zahlreichen Aufsichtsräten und hallischen Vereinen an, so der Schützengesellschaft oder der einflussreichen Tischrunde „Abendstern“.

Die Verleihungsurkunde begründet das Ehrenbürgerrecht mit der „Anerkennung des Gemeinsinns, welchen derselbe während einer nahezu vierzigjährigen Wirksamkeit in städtischen Ehrenämtern – zunächst als Stadtverordneter, dann als Magistratsmitglied – bestätigt, und in dankbarer Würdigung der großen Verdienste, welche er sich in der Verwaltung des Schulwesens und der gärtnerischen Anlagen sowie in manch anderen wichtigen Aufgaben um die gedeihliche Entwicklung unserer Gemeinde erworben hat“.2

Stadtrat Fubel übermittelte am 24. Juni 1893, nach Erhalt des Ehrenbürgerbriefes, den Behörden seinen Dank und schrieb: „Es ist mir vergönnt gewesen in einer langen Reihe von Jahren an dem Gedeihen unserer Stadt nach Kräften mitzuarbeiten. In dem gemeinschaftlichen und freundschaftlichen Zusammenwirken mit dem Magistrate und der Stadtverordneten-Versammlung, sowie in dem stetigen Aufblühen der Stadt ist mir dafür ein reicher Lohn zu Theil geworden!“3 Im hohen Alter von 95 Jahren starb Stadtrat Friedrich Fubel am 25. Januar 1905 in Halle und fand auf dem Nordfriedhof seine letzte Ruhestätte.


1 StAH, Ehrenbürgerrecht Bl. 175.
2 Ebd. Bl. 186 f.
3 Ebd. Bl. 191. 

Beruf/Funktion

Pfarrer, unbesold. Stadtrat 

Jahr der Verleihung

1892 

Geburtsdatum

08.09.1810 

Geburtsort

Havelberg 

Sterbedatum

25.01.1905

Ort der Beisetzung

Halle, Nordfriedhof 

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