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Ehrenbürger

Hertzberg, Gustav Friedrich

Überblick

Beschrieb Stadtgeschichte
Gustav Friedrich Hertzberg war eine der originellsten Persönlichkeiten

Am 17. Juni 1901 beschloss die hallische Versammlung der Stadtverordneten Professor Dr. Gustav Friedrich Hertzberg „zu seinem am 21. Juni d. J. stattfindenden 50-jährigen Jubiläum des Eintritts in den Lehrberuf der Universität, das Ehrenbürgerrecht der Stadt Halle a. S. zu verleihen“.1 Schon am folgenden Tage erklärte Oberbürgermeister Gustav Staude für den Magistrat die Zustimmung, so dass sich am Ehrentag eine Delegation von Kommunalvertretern, an der Spitze der Oberbürgermeister und der Stadtverordnetenvorsteher, zur Wohnung des Jubilars, Bernburger Straße 2, begab, um die Ernennung bekannt zu geben. Natürlich konnte die Ehrenbürgerurkunde zu diesem Zeitpunkt noch nicht überreicht werden. Nach Entwürfen von Stadtbauinspektor Karl Rehorst erledigte die hallische Juwelierfirma Wratzke & Steiger den Auftrag, der jedoch erst Anfang Juni 1902 fertig war, so dass die feierliche Übergabe erst jetzt erfolgen konnte.

Hertzberg gehörte zu den originellsten Persönlichkeiten unserer Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und genoss hohes Ansehen. Als Sohn eines Arztes wurde er am 19. Januar 1826 in Halle geboren. Hier besuchte er das Pädagogium der Franckeschen Stiftungen und studierte anschließend an den Universitäten Halle und Leipzig Theologie und schließlich Geschichte. Kaum 23 Jahre alt, erwarb er die philosophische Doktorwürde, bestand das Staatsexamen und begann 1850 die Lehrertätigkeit an seiner alten Schule. Nur ein Jahr später habilitierte er sich als Privatdozent für Alte Geschichte. Für wenige Jahre wechselte Hertzberg als Redakteur nach Berlin, um dann 1860 eine außerordentliche Professur an der Universität seiner Vaterstadt anzunehmen. Der Gelehrte war literarisch ungemein produktiv und veröffentlichte zahlreiche Werke zur griechischen, römischen und byzantinischen Geschichte. Einen Ehrenplatz nimmt er in unserer Lokalgeschichtsschreibung ein, denn noch heute behauptet seine dreibändige Geschichte der Stadt Halle (1889/93) ihren Platz unter den unentbehrlichen Standardwerken. So verlieh die Stadt Halle Professor Hertzberg das Ehrenbürgerrecht als „dem ausgezeichneten Gelehrten und Förderer der akademischen Jugend, in dankbarer Anerkennung der großen Verdienste, die er sich durch sein hervorragendes Werk ,Die Geschichte der Stadt Halle von den Anfängen bis zur Neuzeit‘ um unsere Gemeinde erworben hat“.2

Der neue Ehrenbürger bedankte sich in einem Brief vom 4. Juli 1901 für die Auszeichnung. Er schrieb u. a.: „Im Bereich dieser, unserer Stadt geboren, habe ich seit sehr langer Zeit – neben dem vielseitigen Interesse unseres eigenen Zeitalters – mit stets wachsender Vorliebe, neben anderen Studien, die Durchforschung der Geschichte ihrer interessanten und unvergleichlichen reichen Vergangenheit stets im Auge behalten. Wenn es mir endlich (wie ich doch wohl annehmen darf) wirklich gelungen ist, unseren Mitbürgern das rechte Bild jener Vergangenheit in frischen Farben vor Augen zu führen, so haben Sie mir durch die mir zuerteilte Auszeichnung die reichste und schönste Belohnung gespendet.“3

Anlässlich seines 80. Geburtstages erhielt Hertzberg den Titel Geheimer Regierungsrat, und der Magistrat verlieh einer Straße und dem sich anschließenden Platz im Süden der Stadt seinen Namen. Knapp zwei Jahre später, am 16. November 1907, verstarb er und wurde auf dem Stadtgottesacker bestattet.


1 StAH, Ehrenbürgerrecht Bd. 2 Bl. 35.
2 Ebd. Bl. 42.
3 Ebd. Bl. 34 a. 

Beruf/Funktion

Professor für Geschichte, "Gesch. d. Stadt Halle"

Jahr der Verleihung

1901 

Geburtsdatum

19.01.1826 

Geburtsort

Halle 

Sterbedatum

16.11.1907 

Ort der Beisetzung

Halle, Stadtgottesacker 

 

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