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Ehrenbürger

Hübener, Prof. Dr. Erhard

Überblick

„Dient die Politik der Einheit Deutschlands, so ist sie gut“
Dr. Erhard Hübener – Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

In der 31. nichtöffentlichen Sitzung der Versammlung der Stadtverordneten der Landeshauptstadt Halle (Saale), die am Sonnabend, dem 6. November 1948, im Stadthaus am Markt
stattfand, billigten die Abgeordneten einstimmig den Ratsbeschluss vom 2. November, dem Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Erhard Hübener, das Ehrenbürgerrecht der Stadt Halle zu verleihen.1 Der Ehrenbürgerbrief hatte folgenden Wortlaut: „Stadtverordnetenversammlung und Rat der Landeshauptstadt Halle (Saale) haben Herrn Ministerpräsidenten Prof. Dr. Erhard Hübener, dem unermüdlichen Vorkämpfer für ein einheitliches Deutschland, dem erfolgreichen Förderer des Aufbaus unseres Landes Sachsen-Anhalt und unserer Stadt, dem aufrechten Demokraten und weitblickenden Staatsmann, in dankbarer Anerkennung seiner rastlosen Arbeit im Dienste des öffentlichen Wohles das Ehrenbürgerrecht verliehen.“2

In einer Ansprache erinnert Bürgermeister Dr. Fritz Lüttge daran,
dass Professor Hübener der 25. Ehrenbürger Halles sei und der
erste, der diese Ehrung nach Ende des Zweiten Weltkrieges entgegennimmt. Mit unserer Stadt pflegte er eine enge Beziehung, nachdem er 1924 Landeshauptmann der Provinz Sachsen geworden war. Wegen seiner Verdienste um Wissenschaft und Kultur ernannte ihn die Universität Halle schon 1930 zum Ehrensenator. Professor Hübener dankte tief bewegt dem Magistrat und den Stadtverordneten der Landeshauptstadt für die Ehrung und die damit verbundenen guten Wünsche. Eingehend behandelte der Ministerpräsident auch das Verhältnis zwischen Staat und Kommunen und betonte, dass er stets ein entschiedener Anhänger der kommunalen Selbstverwaltung gewesen sei. Ebenso wichtig sei der Aufbau des neuen Landes Sachsen-Anhalt und seiner Verfassung zum Wohle der Bewohner.3 Am 13. August 1949 gab Professor Hübener in einem Schreiben an den Landtag seinen endgültigen Rücktritt für den 30. September bekannt, um nun endlich seine Professur für Verwaltungskunde an der Universität Halle wahrnehmen zu können.

Landtagspräsident Wolfram sowie Vertreter aller Fraktionen würdigten am 10. Oktober 1949 Leben und Werk des scheidenden Politikers, der dann das Wort selbst nahm. Professor Hübener gab einen Rückblick über die Arbeit für das Land und mahnte dann die Abgeordneten: „Als eine deutsche Politik können wir nur diejenige gelten lassen, die bei jeder Maßnahme, die getroffen wird, ausgeht von dem Gesichtspunkt: Dient sie Deutschlands Einheit, so ist sie gut, dient sie ihr nicht, so ist die Maßnahme schlecht.“4

Professor Hübener lebte seit Ende Mai 1951 in Wernigerode und starb dort am 3. Juni 1958.


1 Die Deutsche Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935. Kommentar von Reichsminister Hanns Kerrl und Oberbürgermeister Dr. Dr. Weidemann, Berlin 1937, S. 221, Bl. 44.
2 Ebd. Bl. 40.
3 Liberal-Demokratische Zeitung Nr. 105 vom 9. November 1948.
4 Freiheit Nr. 238 vom 11. Oktober 1949. 

Beruf/Funktion

Präsident der Provinz Sachsen, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt 

Jahr der Verleihung

1948 

Geburtsdatum

04.08.1881 

Geburtsort

Tacken (Brandenburg) 

Sterbedatum

03.06.1958 

Ort der Beisetzung

Wernigerode 

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