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Berühmte Hallenser

Knoblauch, Carl Hermann

Porträtbild Carl Hermann KnoblauchCarl Hermann Knoblauch wurde am 11. April 1820 in Berlin geboren. Er studierte Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie an der Universität in Berlin. Dort wurde er 1847 promoviert und habilitierte sich 1848 in Physik, wechselte 1849 als Privatdozent nach Bonn und wurde noch im gleichen Jahr als außerordentlicher Professor an die Universität Marburg berufen. 1852 erfolgte die Beförderung zum ordentlichen Professor. Am 13. Mai 1853 wurde er als Dozent für Experimentalphysik nach Halle berufen, wo er bis 1895 lehrte. Knoblauch zählte zu der neuen Generation eng spezialisierter Experimentalphysiker. Er beschäftigte sich mit Wärmestrahlung, verfasste aber auch Arbeiten zur Kristallphysik und zur Elektrizität.

Besondere Verdienste erwarb sich Knoblauch als Wissenschaftsorganisator und Mäzen. Er gehörte 1854 zu den Mitbegründern der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Dreimal – von 1868 bis 1871 – wurde er zum Rektor der halleschen Universität gewählt. In dieser Funktion stiftete er mehrere Stipendien. Zudem finanzierte er gemeinsam mit der Witwe des Mediziners Peter Krukenberg die Renovierung und Ausmalung der Aula der Universität. Gegenüber dem Preußischen Kultusministerium setzte Knoblauch den Neubau des Institutsgebäudes für Physik am Friedemann-Bach-Platz durch. Auch in das städtische Leben war er u. a. durch eine Tätigkeit in der Stadtverordnetenversammlung integriert.

Ein weites, seinem Naturell besonders angemessenes Tätigkeitsfeld eröffnete sich ihm, als er 1878 zum Präsidenten der Kaiserlich-Leopoldinisch-Carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher gewählt wurde. Seiner Tätigkeit als Präsident ist es zu verdanken, dass die Akademie reformiert wurde, weitere namhafte Gelehrte aufnahm und sich schließlich dauerhaft in Halle ansiedelte. Die Leopoldina kam von der Residenzstadt Dresden aus dem Königreich Sachsen in die mitteldeutsche Industrie- und Universitätsstadt Halle (Saale) der Provinz Sachsen des Königreichs Preußen. Dies bedeutete, dass auch die bereits umfangreiche Akademiebibliothek von Dresden nach Halle verlegt werden musste. Der erste Standort der Bibliothek war am Domplatz im Gebäude der ehemaligen Chirurgischen Universitätsklinik.

Schwerpunkt der Knoblauchschen Aktivitäten war auch die Herausgabe der "Nova Acta", einer traditionsreichen medizinisch-naturwissenschaftlichen Schriftenreihe (bereits 18 Jahre nach der Akademiegründung im Jahr 1670 als weltweit erste medizinisch-naturwissenschaftliche Zeitschrift gegründet), welche er erweiterte und modernisierte. Zu Knoblauchs Zeit wurden von jedem Band der Nova Acta hunderte Exemplare gedruckt, von denen dann 533 in den Tauschverkehr gingen. Zur damaligen Zeit war es üblich, Akademieschriften mit einer Vielzahl wissenschaftlicher Vereine und Einrichtungen in der ganzen Welt zu tauschen, um damit das Wissen weltweit zu verbreiten und zugänglich zu machen. Der Umfang der Akademie-Bibliothek wuchs durch den Tauschverkehr beständig und es deutete sich bereits unter Knoblauch an, dass die vorhandenen Räumlichkeiten für die Bibliothek zu klein wurden.

Im Jahr 1887 beging die Akademie unter Knoblauch den 200. Jahrestages ihrer Erhebung zur Reichsakademie durch Kaiser Leopoldina I. Die Akademie entschied sich anlässlich des Jubiläums, die Herausgabe des ersten systematischen Katalogs der Leopoldina-Bibliothek zu verwirklichen, mit dem Ziel, die Benutzung der Bibliothek, deren Schätze wenig bekannt waren, auszudehnen.
Unter Knoblauchs Präsidentschaft hatten die gewählten Sprecher der Akademie-Mitglieder bereits 1884 beschlossen, die Bibliothek vor
weiteren Umzügen an andere Orte zu bewahren. Dieser Wunsch erfüllte sich 1904. Die Bibliothek erhielt einen festen Platz an prominenter Stelle in Halle. Und das ist bis heute so.

Bis zu seinem Tod im Juni 1895 war er der XV. Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Mit seinem Wirken hat er im ausgehenden 19. Jahrhundert maßgeblich zur Aufwertung der Universität und der Stadt Halle als Ort der Wissenschaften beigetragen.

Carl Hermann Knoblauch verstarb am 30. Juni 1895 in Baden-Baden. Er wurde auf dem Stadtgottesacker in Halle (Saale) beigesetzt.

Ehrengrab Carl Hermann Knoblauch mit PultsteinGrabstätte Carl Hermann Knoblauch. Grabpate: Freundeskreis Leopoldina. Ehrengrab seit 2022Seine Grabstätte ist in Initiative des Leopoldina Akademie Freundeskreis e. V. 2020 würdig hergerichtet worden. Dieser hat auch die Patenschaft über die Grabstätte übernommen. 2021 wurde vom Stadtrat der Stadt Halle (Saale) beschlossen, seine Grabstelle künftig als Ehrengrab zu pflegen. 2022 wird sein Grab als Ehrengrab gekennzeichnet.

 

Beruf/Funktion

 Physiker

Geburtsdatum

 11.04.1820

Geburtsort

 Berlin

Sterbedatum

 30.06.1895

Sterbeort

Baden-Baden

Ort der Beisetzung

Halle, Stadtgottesacker
Abteilung 2, Wahlstelle 15-16

Ehrengrab

seit 2022 

 

 

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