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Archivale des Monats Februar 2022

Ein Denkmal für den Nachwächter 

Zeichnung eines NachtwächtersMit der Ortsbezeichnung „Petersberg“ bringt man heute zumeist die höchste Erhebung des Saalkreises in Verbindung. Dabei führten ein im Nordosten der Stadt gelegener Porphyrfelsen und die umliegende Siedlung den gleichen Namen. Deren Pfarrkirche war die auf dem Gelände des Opernhauses gelegene Kapelle St. Petri. Im Zuge der Stadterweiterung wurde der Vorort im 19. Jahrhundert mit der Altstadt Halle verbunden, wobei 1875 die Kapelle und neun Jahre später der Kirchhof dem Abriss zum Opfer fielen. Einem 1849 datierten Schriftwechsel in einer historischen Akte können wir Verhandlungen zwischen dem Magistrat der Stadt Halle und Petersberger Einwohnern entnehmen. Gemeindemitglieder wollten dem 61jährig an der Cholera verstorbenen Nachtwächter Andreas Pechmann auf dem Petersberger Friedhof ein Denkmal setzen und beantragten deshalb die Nutzung eines alten beschädigten Grabsteins. Hinsichtlich der Gestaltung kam es jedoch zu Unstimmigkeiten zwischen den Antragstellern. Nach den Angaben des verpflichteten Steinhauers sollte auf der Kehrseite „eine dem Pechmann als Nachtwächter vorstellende Gestalt“ dargestellt werden. Andere Gemeindemitglieder plädierten nun aber für einen Gedenkstein für die 1849 durch die Cholera zu Tode gekommenen Petersberger Einwohner. Dem Vorgang ist eine Zeichnung beigegeben, die den Nachtwächter mit typischer Ausrüstung, Hellebarde, Laterne und Horn zeigt. Das Vorhaben kam nicht zur Ausführung. Wie ein Sekretär des Magistrats schließlich bemerkte, wurde der Grabstein eingelagert und „das Ganze, das Denkmal betreffend, hiermit zu Ende gebracht.“

Zeichnung aus der Akte „Die Kapelle St. Petri“ (A 1.1.11 Kap. XI Abt. Fg Nr. 6), Bl. 234