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Archivale des Monats April 2021

Ein Foto der Großen Ulrichstraße 51

Altes Schwarzweißfoto des Gebäudes Große Ulrichstraße 51Mit der von Peter Sodann inszenierten musikalischen Revue „Was das für Zeiten waren“ öffnete das Neue Theater am 8. April 1981 erstmals seine Türen. Dem Eckhaus in der Großen Ulrichstraße 51 als Domizil der neuen Spielstätte kam schon zuvor als Stätte der Unterhaltung und Kultur eine große Bedeutung zu.

90 Jahre vorher, im Februar 1891 waren in dem neu errichteten Gebäude die „Kaiser-Säle“ eröffnet worden, die mit mehreren Versammlungsräumen, Konferenzzimmern, Restaurant und Biertunnel bald zu den schönsten Vergnügungslokalen der Region gehörten. Im großen Saal fanden zahlreiche Konzerte, literarische Veranstaltungen und Tagungen vieler Vereine statt. Bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges gehörten die „Kaiser-Säle“ zu den Anziehungspunkten des gesellschaftlichen Lebens in Halle.  Als C.T.-Lichtspiele wurden sie 1919 neu eröffnet und blieben Jahrzehnte als Kino, seit 1969 als „Theater der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“ bestehen.

1930 entstand die Aufnahme des Gebäudes. Sie gehört zu einem Bestand von Glasnegativen des Fotografen Max Strauch (1885 - 1931) im Bestand des Stadtarchivs. Aus Berlin stammend unterhielt er ein Atelier in der Großen Steinstraße 9 und hielt eine Reihe von Straßen, Geschäften, Villen, Kaufhäusern und Fabrikgebäude mit Hilfe einer Plattenkamera fest. Kratzer auf der Glasplatte beeinträchtigen die Bildqualität im oberen Bereich.  Dennoch sind die Einzelheiten des Gebäudes gut erkennbar. In den Räumen des heutigen „Cafés nt“ präsentieren in dieser Zeit die Germania-Drogerie des Apothekers Karl Kuhnt und die Zigarrenhandlung Curt Offenhauer ihre Waren. Werbeanzeigen am torartigen Eingang des C.-T.-Kinos kündigen den gerade auf dem Programm stehenden Stummfilm „Die Herrin und ihr Knecht“ mit der Hauptdarstellerin Henny Porten an, der seit Ende Dezember 1929 in den Kinos lief.

Bildunterschrift
Große Ulrichstraße 51, Digitalisat nach einem Glasnegativ, Max Strauch