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Archivale des Monats Oktober 2020

Entwurf für die Gestaltung des Hasenberges im Paulusviertel

Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts bestimmten ein sumpfiges Gelände und eine Porphyrkuppe, der Hasenberg, den Norden der Stadt. Einige Fabriken und ärmliche Mietshäuser waren hier angesiedelt. Insbesondere eine Teerschwelerei-, Mineralöl- und Paraffinfabrik und eine Abdeckerei prägten das Bild und verursachten eine entsprechende Geruchsbelästigung. Nach ersten Ideen des Stadtbaurats Lohhausen 1881 erfolgte seit den 1890er Jahren die schrittweise Bebauung des Viertels und Anlage von Ring- und Radialstraßen rund um den Hasenberg. Die Bewohner gehörten zur neu gegründeten Paulusgemeinde, für die nun eine neue Kirche erforderlich wurde.

Nachdem die Stadt Halle den im Besitz des Maurermeisters Friedrich Kuhnt befindlichen Hasenberg durch Grundstückstausch erworben hatte, konnte mit der Errichtung der Pauluskirche begonnen werden. Dazu musste zunächst der steinige Boden auf der Bergspitze abgeschachtet und durch Erdaufschüttung eine ebene Fläche geschaffen werden. Mit feierlichem Zeremoniell erfolgte am 22. Oktober 1900 die Grundsteinlegung. Noch während des Baues schrieb der Hallesche Verschönerungsverein im Januar 1903 einen öffentlichen Wettbewerb zur gartenkünstlerischen Gestaltung des damaligen Kaiserplatzes mit dem Hasenberg und der umgebenden Ringstraße aus. Die Bewerber hatten unter anderem einen kolorierten Lageplan, einen Erläuterungsbericht mit Bepflanzungsangabe und einen Kostenüberschlag einzureichen. 50 Entwürfe lagen dem Verschönerungsverein schließlich zur Auswahl vor. Der vorgestellte Plan aus dem Bestand Karten- und Plansammlung des Stadtarchivs zeigt ein Wegesystem mit Baum- und Strauchgruppen. Zur Ausführung kam letztlich ein anderer Entwurf.

Heute ist der Hasenberg eine grüne Insel im Paulusviertel, die sich als Treffpunkt und im Winter als Rodelplatz großer Beliebtheit erfreut.

Bildunterschrift:
Entwurf für die Gartenanlage auf dem Kaiserplatz (heute Rathenauplatz)
Kolorierte Zeichnung, 1903, 67 x 85,2 cm (Signatur: S 11.2 C 403)

Quelle:
Kap. VI Abt. K I Nr. 1 Bd. 1