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Archivale des Monats Oktober 2021 

 Eine Plakette zum Wahrzeichen der Stadt Halle

Zu den Sammlungen des Stadtarchivs gehört auch ein kleiner Bestand an Abzeichen, Aufnähern und Plaketten, die unter anderem die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe demonstrieren oder auch mit einem bestimmten Ereignis verbunden sein können.
Die vorgestellte Plakette zeigt auf kleinster Fläche den „Esel, der auf Rosen geht“. Dieses gleichsam zum Wahrzeichen der Stadt avancierte Motiv ist nicht nur am „Eselsbrunnen“ auf dem Alten Markt und der Tür der Ulrichskirche zu sehen. Etwas versteckt findet sich die 1583 datierte und damit älteste Abbildung als Steinrelief am nördlichen Hausmannsturm der Marktkirche.

Umstritten ist die Deutung dieser ungewöhnlichen Darstellung. Wie Halles populärste Sage berichtet, wurde die Straße zu Ehren des in der Stadt erwarteten Kaisers Otto geschmückt. Doch an Stelle des angekündigten Gastes kam zuerst ein Müllerbursche mit Esel in die Stadt. Beide liefen über einen zum feierlichen Empfang mit Rosen betreuten Weg. Nach anderer Auslegung steht die Szene für den einstigen durch die Salzgewinnung begründeten Wohlstand der Stadt Halle. In einer Beschreibung zum Arbeitsablauf in der Saline 1670 fehlt auch das Bild des auf den Rosen gehenden Esels nicht und ist hier mit folgender Inschrift versehen: »Die Arbeit und der Nutz darin zu Hall besteht | Das Saltzwerck zeiget an der hier auf Rosen geht«.

Die Datierung dieser rückseitig mit Nadel versehenen Plakette ist bisher nicht bekannt, ebenso fehlen Angaben zum Anlass und Zweck der Herstellung.

Plakette „Esel auf Rosen“, (Höhe: 2,7 cm; Breite: 3,1 cm)