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Bestattungsmöglichkeiten

Die Auswahl der Bestattungsform ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Je nach individuellen Vorlieben, Religionszugehörigkeit und Weltanschauung werden mittlerweile fast auf jeden zugeschnitten verschiedenste Beisetzungs-und Grabarten angeboten. Die traditionellste Bestattungsform in Mitteleuropa ist die Erdbestattung. Allerdings gewinnen Bestattungen, die eine Einäscherung im Krematorium voraussetzen, zunehmend an Bedeutung. Dadurch finden neue Beisetzungsformen wie Seebestattung, Luftbestattung oder Naturbestattung (Baum, Wald, Wiese und Fels) immer mehr Interessenten. Noch spezieller und nicht so weit verbreitet sind Diamant-, Mond- und Weltraumbestattung. Da in Deutschland noch teilweise eingeschränkte Bestattungsvorschriften gelten, sollte der Wunsch des Verstorbenen möglichst schriftlich fixiert sein. Dies ermöglicht den Hinterbliebenen ein leichteres Durchführen der Bestattungsformalitäten.
 

Besonderheiten, Ausnahmeregelungen, Spezialfälle 

  • Urnen aus dem Ausland dürfen nur beigesetzt werden, wenn gleichwertige amtliche Dokumente vorliegen. Eine Leiche, die aus dem Ausland überführt worden ist, darf nur nach Vorliegen eines Leichenpasses oder eines gleichwertigen amtlichen Dokuments des Staates, in dem die Person verstorben ist, bestattet werden.
     
  • Ein fehl- oder frühgeborenes Baby darf prinzipiell immer bestattet werden. Die Eltern können Ihrem Kind ganz gleich wann es geboren wurde oder wie viel es wiegt, einen Namen geben. Eine standesamtliche Beurkundung des Namens erfolgt erst ab 500g Geburtsgewicht. Bei einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch unter 500g besteht keine Beerdigungspflicht, aber auf Wunsch der Eltern kann eine Beerdigung durchgeführt werden. In der Stadt Halle (Saale) gibt es sowohl auf dem Gertraudenfriedhof als auch auf dem Südfriedhof die Möglichkeit dazu. Wenn das Kind lebend geboren wurde oder ein größeres Gewicht als 500g hat, ist eine Bestattung Pflicht. Hierbei sind alle üblichen Dokumente vorzulegen. Ausländischen Dokumenten muss eine beglaubigte deutsche Übersetzung beigefügt sein. Rat und Hilfe können sich Betroffene hier holen: Initiative Regenbogen
     
  • Je nach Zugehörigkeit gibt es auch in den großen Weltreligionen verschiedene Bestattungsformen.
    Im Islam und dem Judentum erfolgen ausschließlich Erdbestattungen, wohingegen im Hinduismus und Buddhismus nur Einäscherungen durchgeführt werden. Im Christentum sind beide Bestattungsmöglichkeiten zulässig.

    Der Jüdische Friedhof in der Stadt Halle (Saale) liegt an der Dessauer Straße, direkt neben dem Gertraudenfriedhof. Ansprechpartner ist die Jüdische Gemeinde Halle.

    Auf dem Gertraudenfriedhof gibt es eine Abteilung, auf dem islamische Beerdigungen vorgenommen werden. Hier ist die Ansprechpartnerin Frau Bunge von der Friedhofsverwaltung Gertraudenfriedhof. 
     
  • Bei ausländischen Mitbürgern wird die Entscheidung, ob eine Bestattung in Deutschland stattfindet und wenn ja in welcher Form, von der jeweiligen individuellen Lebenslage abhängig gemacht.
     
  • Gibt es keine Hinterbliebenen des Verstorbenen, wird die Bestattung durch den Fachbereich Sicherheit (Ordnungsamt) der Stadt Halle (Saale) veranlasst.
     
  • Hinterbliebene eines Verstorbenen sind finanziell häufig nicht in der Lage, die Bestattungskosten in vollem Umfang zu tragen. In solchen Fällen kann man sich an den Fachbereich Soziales der Stadt Halle (Saale) wenden. 

     

Bestattungsarten 

Eine Erdbestattung ist die Beisetzung eines Leichnams im Sarg in einem Reihen- oder Wahlgrab in der Erde. 

Die Feuerbestattung, auch Kremation oder Einäscherung genannt, ist eine Form der Bestattung, bei der die Leiche des Verstorbenen üblicherweise in einem Krematorium eingeäschert wird. Danach erfolgt die Beisetzung der Überreste in einer Aschekapsel bzw. Urne auf verschiedenste Art und Weise. Entweder klassisch als Reihen- oder Wahlgrab oder in einer moderneren Bestattungsform. 

Die Naturbestattung ist ein Begriff, durch den verschiedene Bestattungsformen in naturhafter, grüner Umgebung bezeichnet werden. Diese Bestattungsform setzt immer eine Feuerbestattung voraus. Die Beisetzung wird auch außerhalb von traditionellen Friedhöfen durchgeführt. Aufgrund gesetzlicher Regelungen in Deutschland sind entsprechende Flächen genehmigungspflichtig.  

  • Baumbestattungen von Urnen sind auf manchen Friedhöfen an besonders ausgewiesenen Bäumen im Wurzelbereich möglich. Eine Bestattung im Wurzelbereich der Bäume soll die äußere Hülle des Verstorbenen in den Naturkreislauf zurückkehren lassen. Der Baum ist das Grabmal mit der Symbolik für Dauer- und Standhaftigkeit. Ein Friedwald liegt in Sachsen-Anhalt im Wörmlitzer Park. Bestattungswälder besitzen ihre eigene Friedhofssatzung. Es werden nur biologisch abbaubare Urnen beigesetzt. Die Bäume oder Naturelemente sind in Karten eingezeichnet. Der Baum oder Platz kann bei bestehendem Wunsch schon zu Lebzeiten ausgewählt und über mehrere Generationen genutzt werden. Die Nutzungszeit beträgt bis zu 99 Jahre. Während dieser Zeit ist der Baum vor Abholzung geschützt. Bei Sturmschäden oder Erkrankung der Bäume gibt es entsprechende vertragliche Vereinbarungen. Ein weiterer Teil des Vertrages ist außerdem ein Lageplan. Eine namentliche Kennzeichnung des Baumes oder Naturelementes, auch mit christlichem Symbol, ist möglich. In den meisten deutschen Bundesländern außer Thüringen ist diese Form der Bestattung schon Alltag. 
     
  • Eine Beisetzung auf der Wiese kann auch nach Wunsch erfolgen. Entweder auf der grünen Wiese des Friedhofsgeländes oder aber an Orten wie Almwiesen, Bergbächen, Felsen, Berghängen, Tälern und Meeresküsten. Das deutsche Bestattungsrecht lässt diese speziellen Orte nicht unmittelbar zu, aber in der Schweiz und anderen angrenzenden Ländern gibt es diese Möglichkeiten. 
     
  • Bei einer Felsbeisetzung wird die Urne des Verstorbenen unter der Grasnarbe eines Felsens bestattet oder die Asche direkt am Felsen verstreut. Es gibt die Möglichkeit, dies an einem eigenen Felsen, an einem Gemeinschaftsfelsen oder aber einem Felsen als Familiengrab durchzuführen. Die Felsbestattung an sich ist in Deutschland nicht möglich, da die Bestattungsgesetze ein Begräbnis außerhalb einer Friedhofsfläche untersagen. In der Schweiz ist die Felsbestattung möglich.  

Die Bestattung von kremierter Asche im Meer entwickelt sich zu einer sehr gefragten Alternative gegenüber Sarg- oder Urnenbestattung auf einem Friedhof. In Deutschland ist es seit 1934 möglich, statt einer Friedhofsbestattung eine Seebestattung vorzunehmen. Hierfür wird die Asche in einer speziellen Seeurne außerhalb der sogenannten Dreimeilenzone, regulär über „rauem Grund“ nach den seemännischen Bräuchen dem Meer übergeben. Der Kapitän spricht die Trauerrede. Mit „rauem Grund“ sind Gebiete im Meer gemeint, in denen nicht gefischt oder Wassersport getrieben wird. Diese Möglichkeiten gibt es in jedem Meer, von Deutschland aus vorwiegend in der Nord- und Ostsee, aber auch im Atlantik oder Mittelmeer.

Bei entsprechender Gesetzeslage besteht die Luftbestattung darin, dass die Asche des Verstorbenen bei einer Ballonfahrt dem Luftraum übergeben wird. Dafür ist auch der Begriff Ballonbestattung gebräuchlich. In Deutschland ist diese Form nicht direkt möglich, es kann aber eine normale Einäscherung erfolgen und die Urne dann daraufhin in die Schweiz überführt werden.

Die Diamantbestattung ist eigentlich keine Bestattungsart, sondern eine erweiterte Feuerbestattung. Nach Vorgabe soll verbliebener amorpher Kohlenstoff der Kremierungsasche zu einem synthetischen Diamanten gemacht werden. Der Diamant ermöglicht eine ewige Erinnerung an den Verstorbenen. Die restliche anorganische Asche wird wie üblich beigesetzt. Derzeit ist es in Deutschland gesetzlich unzulässig, Kremationsasche zu Hause zu lagern, d. h., dass  eine Diamantbestattung in vollem Umfang nicht in Deutschland möglich ist. Eine Diamantbestattung wird in Deutschland geduldet und angeboten, aber prinzipiell ist der Wunsch des Verstorbenen nachzuweisen. In umliegenden Staaten, insbesondere in der Schweiz und den Niederlanden, ist auf Grund anderer Gesetzeslagen eine Diamantbestattung möglich. Deshalb muss für deutsche Bürger die Asche in andere Länder gebracht werden, in denen die „Transformation“ zum Diamanten als legale Bestattung akzeptiert wird.

Eine Mondbestattung wird für 25.000 Euro auch von einigen kommerziellen Firmen angeboten. Hierbei wird ein Teil der kremierten Asche in einer Kapsel mit einer Widmung zum Mond geschossen.

Die Weltraumbestattung ist eine Form der Bestattung, bei der eine kleine Menge anorganische Asche in den Weltraum getragen wird. Dies geschieht mit Hilfe einer Mikrourne, die an eine Trägerrakete oder Sonde angegliedert wird. Die Kosten für dieses Vorhaben liegen bei 11.000 Euro. 

 

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