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Friedhofslexikon

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A

Ablauf von Grabnutzungsrechten

Über den Ablauf der Ruhezeit bzw. des Nutzungsrechts werden die Nutzungsberechtigten von der Friedhofsverwaltung 3 Monate mit einem Schreiben oder einem Informationsschild an der Grabstelle im Voraus informiert. Dabei ist wichtig, dass die Angehörigen stets die gültige Anschrift des jeweils Nutzungsberechtigen der Friedhofsverwaltung mitteilen.

Abschiedsraum

Angehörige können, sofern keine hygienischen Bedingen entgegenstehen, den Verstorbenen zu einer zu vereinbarenden Zeit sehen. Die Aufbahrung dazu erfolgt in einem dafür vorgesehenen Abschiedsraum.

Anatomiebestattung

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-Universität Halle (Saale)
nimmt seit Mai 1993 Urnenbeisetzungen von Körperspendern im Grabfeld 5a des Gertraudenfriedhofs vor.
Seitdem werden jährlich durchschnittlich 45 Beisetzungen durch Studenten der Universität vorgenommen.

B

Beisetzung

Verstorbene müssen auf Friedhöfen bestattet werden. Es ist freigestellt, ob der Leichnam in einem Sarg oder in einer Urne beigesetzt wird. Auch die Wahl des Friedhofs ist freigestellt, soweit Grabstellen zur Verfügung stehen.

Bestattungsgesetz

Jedes Bundesland beschließt sein Bestattungsgesetz. Daran orientiert, beschließt jede Kommune oder Kirchenverwaltung eine eigene Friedhofssatzung.

Bestattungspflicht

Für die Bestattung haben der überlebende Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner, die volljährigen Kinder, die Eltern, die Großeltern, die volljährigen Geschwister und Enkelkinder der verstorbenen Person in dieser Reihenfolge oder eine von der verstorbenen Person zu Lebzeiten beauftragten Person oder Einrichtung zu sorgen.

Bestattungsvorsorge

Zur Bestattungsvorsorge können Einwohner der Stadt Halle (Saale) bereits zu Lebzeiten Nutzungsrechte erwerben, soweit Grabstätten zur Verfügung stehen.
Bei Abschluss von Bestattungsvorsorgeverträgen bei einem Bestattungsinstitut ist die Pflege der individuellen Grabstätte zumindest für die Dauer der Ruhefrist zu gewährleisten. Hierzu können mit der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Verträge abgeschlossen werden.
 

D

Denkmalschutz

Der unter Denkmalschutz stehende Stadtgottesacker nimmt unter den von der Stadt Halle (Saale) verwalteten Friedhöfen eine Sonderstellung ein. Er ist eine der kulturhistorisch wertvollen Renaissanceanlagen.
www.bauhuette-stadtgottesacker.de
www.la-daerr.de

Die Friedhofsanlagen des Südfriedhofs, des Nordfriedhofs und des Gertraudenfriedhofs stehen ebenfalls unter Denkmalschutz.

E

Einäscherung 

Die Kremation eines Leichnams wird in einer dafür vorgesehenen Feuerbestattungsanlage (Krematorium) vorgenommen. 

Entwidmung

Jeder Friedhof oder Friedhofsteil kann aus wichtigem öffentlichem Grund für weitere Bestattungen gesperrt  (Schließung) oder einer anderen Verwendung (Entwidmung) zugeführt werden. Hierüber entscheidet der Stadtrat.

Exhumierung

Exhumierung ist die Ausgrabung bzw. Umbettung eines Leichnams innerhalb der Ruhefrist, die der vorherigen schriftlichen Genehmigung des Gesundheitsamtes bedarf und nur aus wichtigen Gründen mit Zustimmung des Nutzungsberechtigten erfolgen darf, da die Ruhe der Toten grundsätzlich nicht gestört werden darf.

F

Flamarium

Das Flamarium oder Krematorium wird in der Stadt Halle (Saale) vom Gemeinnützigen Feuerbestattungsverein e. V.
betrieben.

Friedhofsplan

An den Eingängen zu den einzelnen kommunalen Friedhöfen der Stadt Halle (Saale) sind Abteilungslagepläne angebracht.
Die Lagepläne der einzelnen kommunalen Friedhöfe können auch auf den einzelnen Friedhofsdarstellungen auf halle.de eingesehen und heruntergeladen werden.

G

Gebühren

Für die die Benutzung der von der Stadt Halle (Saale) verwalteten Friedhöfe und die Inanspruchnahme von Einrichtungen und Leistungen, sind die Gebühren nach der jeweils gültigen Friedhofsgebührensatzung zu entrichten.
Bei vorzeitiger Rückgabe von Nutzungsrechten werden nicht verbrauchte Nutzungsgebühren nicht erstattet.

Gewerbetreibende

  • Steinmetzbetriebe, Bildhauer, Grabmalschaffende
  • Friedhofsgärtnereibetriebe
  • Bestattungsunternehmen
  • Auftragnehmer der Friedhofsverwaltung 

Für die Ausführung von Tätigkeiten der Unternehmen bedarf es der vorherigen Zulassung durch die Friedhofsverwaltung. Die Gewerbetreibenden und ihre Mitarbeiter haben die Friedhofssatzung und die dazu ergangenen Regelungen zu beachten. Gewerbliche Arbeiten dürfen nur während der von der Friedhofsverwaltung festgesetzten Zeiten durchgeführt werden.

Grabpflege

Aus dem Erwerb des Nutzungsrechts ergibt sich die Pflicht zur Anlage und Pflege der Grabstätte. Die Pflege der Grabstätte, außer bei Urnengemeinschaftsanlagen, Urnengemeinschaftsgräbern und naturnahen Bestattungen, ist für die Zeitdauer der Ruhefrist zu gewährleiten. Dazu kann der Nutzungsberechtigte auch einen Dauergrabpflegevertrag bei einer bei den Friedhöfen zugelassenen Friedhofsgärtnerei abschließen.
www.dauergrabpflege-info.de

Grabzubehör

Nach Ablauf der Ruhefrist oder nach Ablauf der vereinbarten Nutzungsdauer sind Grabmale und Grabzubehör durch den Nutzungsberechtigten zu entfernen. Veranlasst der Nutzungsberechtigte keine Entfernung fallen die Gegenstände in die Verfügungsgewalt der Stadt Halle (Saale). 

Grabmale

Das Grabmal stellt den unmittelbaren, persönlichen Bezug zum Verstorbenen her. Für seine Gestaltung eignen sich Materialien wie Naturstein, Holz und Metalle. Die Verwendung richtet sich u.a. nach den in der Friedhofssatzung vorgegebenen Gestaltungsrichtlinien. Eine aufrechte Stele, ein Kreuz, ein Kubus, eine plastische Gestalt oder ein liegendes Grabmal kann zusammen mit einer Inschrift oder Sinnzeichen individuell für den Verstorbenen gestaltet werden.
Für die Aufstellung eines Grabzeichens bedarf es der vorherigen Genehmigung durch die Friedhofsverwaltung mittels Grabmalantrag.

Für das Fundamentieren und Befestigen von Grabmalen gelten die Richtlinien des Bundesinnungsverbandes des Deutschen Steinmetz-, Stein-und Holzbildhauerhandwerkes in der jeweiligen neuesten Fassung.

Grabmale des Stadtgottesackers unterliegen besonderen Gestaltungsvorschriften.

J

Jüdische Bestattung

Jüdische Bestattungen werden auf dem Jüdischen Friedhof an der Dessauer Straße vorgenommen. Der Friedhof wird von der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale), K.d.ö.R. verwaltet. Die Erdbestattung folgt einem besonderen Ritual und muss zum nächstmöglichen Zeitpunkt durchgeführt werden, meist am selben Tag, außer an jüdischen Feiertagen.

K

Kriegsgräber

Die Pflege der Kriegsgräber auf dem Gertraudenfriedhof, Südfriedhof, Friedhof Dölau, Friedhof Giebichenstein veranlasst die Stadt Halle (Saale) aufgrund der gesetzlichen Vorschriften (Gräbergesetz) für die Anlage und Unterhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

L

Leibesfrüchte

Fehlgeborene Kinder unterliegen gemäß den bisherigen ethischen Vorstellungen nicht der Bestattungspflicht. Der Forderung von Elternverbänden im Bestattungsrecht Raum für Trauerarbeit zu geben, kommt man nach, in dem Bestattungen für so genannte Leibesfrüchte auf bestimmten Grabfeldern durchgeführt werden.

Hilfe und Beratung finden Sie hier:

Klinikseelsorge Halle
Initiative Regenbogen
Bundesverband verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V.
Trauerrede Ichite
 

 Leichenhalle

In Leichenhallen werden Verstorbene bis zum Tag der Bestattung aufgenommen. Diese Räume dürfen nur mit Erlaubnis der Friedhofsverwaltung und in Begleitung des Friedhofspersonals betreten werden.
Die Aufbahrung erfolgt nach vorheriger Absprache in einem dafür vorgesehenen Raum.

M

Muslimische Bestattung

Eine muslimische Bestattung erfolgt nach vorgegebenen Regeln.
Der Leichnam wird in Leinentücher gewickelt und rechtsseitig in einen Sarg gelegt. Er wird mit Blickrichtung nach Mekka gebettet. Die Bestattung soll innerhalb von 48 Stunden erfolgen. Eine Feuerbestattung ist nicht zulässig.
Das muslimische Grabfeld der Stadt Halle (Saale) befindet sich auf dem Gertraudenfriedhof, Abteilung 33.

N

Naturschutz

Friedhöfe haben aufgrund ihres Grünpotentials eine wesentliche Bedeutung für den Umwelt-und Naturschutz. Sie sind wichtige Grünflächen innerhalb der Stadt mit einem hohen Erholungswert.
Zur Vermeidung von Umweltbelastungen sind deshalb nur Särge aus leicht abbaubarem Material zu verwenden. Das gilt auch für Sargzubehör und -ausstattung. Unter Beachtung ökologischer Gesichtspunkte nimmt die Friedhofsverwaltung bei Neu-oder Umgestaltungen der Grabfelder oder des Rahmengrüns Absprachen mit der Unteren Naturschutzbehörde vor.

Nutzungsberechtigte

Hinterbliebene können an einer Grabstätte für einen bestimmten Zeitraum das Nutzungsrecht erwerben. Der Nutzungsberechtigte erhält dazu eine Urkunde und entscheidet künftig, welche Veränderungen an der Grabstelle veranlasst werden können.
Für die Bestattungsvorsorge kann man das Nutzungsrecht bereits zu Lebzeiten an einer Grabstätte erwerben.

Ordnungswidrigkeiten 

Ordnungswidrig handelt im Sinne § 6, Abs. 7 der Gemeindeordnung  des Landes Sachsen-Anhalt, wer vorsätzlich oder fahrlässig u. a. Tiere (außer Blindenhunde) mitbringt, Pflanzen und jegliches Grabzubehör widerrechtlich entwendet oder Grabstellen vernachlässigt.
Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße bis zu 2.500 € geahndet werden.

Allgemeine Hinweise finden Sie unter -Verhalten auf Friedhöfen-

Ordnungsamtliche Bestattungen

Die Ordnungsbehörde einer Gemeinde kümmert sich um die Bestattung von Verstorbenen, die keine Angehörigen haben oder wenn zum Zeitpunkt des Todes keine Angehörigen in kurzer Frist ermittelt werden konnten. Es werden vorrangig Feuerbestattungen vorgenommen. Die Beisetzungen finden auf dem Gertraudenfriedhof statt. Jährlich werden hier durchschnittlich 75 Beisetzungen durchgeführt.

S

Sozialbestattungen

Bei Bestattungen, die die Ordnungsbehörde veranlasst, ist oft die Rede von Sozialbestattungen.
Aber auch Bürger können eine Bestattungsbeihilfe beim Fachbereich für Soziales beantragen. Meist übernimmt der Fachbereich für Soziales die Kosten für eine Bestattung in einer Reihengrabstätte bis hin zur Übernahme für ein Grabzeichen.

Sarg

Für die Erdbestattung eines Leichnams ist die Verwendung eines Sarges aus Holz verpflichtend. Ein Sarg soll höchstens 2 m lang, 70 cm breit und 75 cm hoch sein. Für Beisetzungen in vorhandene gemauerte Grüfte sind nur Metallsärge oder Holzsärge mit Metalleinsatz zugelassen, die luftdicht verschlossen sind.

T

Trauerfeiern

Trauerfeiern auf den kommunalen Friedhöfen der Stadt Halle (Saale) dürfen nur in den vorhandenen Feierhallen abgehalten werden.

Der Zeitraum einer Trauerfeier sollte in der Feierhalle 30 Minuten nicht überschreiten, es sei denn, mit der Friedhofsverwaltung wurde etwas anderes abgesprochen.

Totengedenkfeiern

Totengedenkfeiern und andere, nicht mit einer Bestattung zusammenhängende Veranstaltungen auf Friedhöfen bedürfen der Zustimmung der Friedhofsverwaltung. Sie sind 8 Tage vorher anzumelden.

Totenruhe 

Die Ruhe der Toten darf grundsätzlich nicht gestört werden.
Die Ruhezeit für Urnen- und für Sargbestattungen betragen 20 Jahre.

U

Umbettung

Umbettungen von Aschen und Leichen bedürfen der vorherigen Zustimmung durch die Friedhofsverwaltung. Die Zustimmung zur Umbettung kann nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes erteilt werden. Antragsberechtigt ist der jeweilige Nutzungsberechtigte.
Umbettungen aus Urnengemeinschaftsanlagen und aus naturnahen Urnenbestattungsflächen sind nicht möglich.

Urne

Die sterblichen Überreste eines Leichnams werden nach der Kremation in eine Aschekapsel gefüllt, die mit den persönlichen Daten des Verstorbenen versehen werden. Diese Kapsel wird oft mit einer Schmuckurne umhüllt. Inzwischen werden auch ökologisch abbaubare Urnen verwendet, die im Erdreich vergehen.

V

Vegetationsbestand

Für Rahmenbepflanzungen auf Grabstätten und im öffentlichen Grün sind standortgerechte Gehölze zu verwenden. Die fachgerechte Pflege der Pflanzungen erfolgt durch die Friedhofsverwaltung oder wird einer Fachfirma übertragen.
Die Friedhofsverwaltung achtet auf den Erhalt alter Baumalleen.
Auf dem unter Denkmalschutz stehenden Stadtgottesacker ist es nicht gestattet, Laub-und Nadelgehölze, Sträucher und Stauden mit einer Wuchshöhe über 30 cm zu pflanzen.

Verkehrssicherungspflicht

Sie beschreibt das Verhalten zur Abwehr von Gefahrenquellen, deren Missachtung zu Schadensersatzansprüchen führen kann. Zum Beispiel trifft dies bei Nutzungsberechtigten von Gräbern bei nicht standsicheren Grabmalen als mögliche Gefahrenquelle zu.
Die Friedhofsverwaltungen sichern durch Baumkontrollen die Standsicherheit von Bäumen und beurteilen deren Vitalität oder überprüfen  Platz-und Wegeflächen.

Vernachlässigung der Pflege von Grabstätten

Wird eine Grabstätte nicht in einem würdigen Zustand hergerichtet oder gepflegt, erhält der Nutzungsberechtigte eine schriftliche Aufforderung der Friedhofsverwaltung mit einer angemessenen Frist, die Grabstätte in Ordnung zu bringen. Ist der Nutzungsberechtigte nicht ohne weiteren größeren Aufwand zu ermitteln, wird an der Grabstelle eine öffentliche Bekanntmachung mit einer 6wöchigen Frist angebracht.

 

 


 

                                             

 

 

 

 

 
 

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