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Aktuelle Informationen der Stadt Halle (Saale) zum Corona-Virus

9. April 2020: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger informieren am Donnerstag ab 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale).

Den Livestream zur Pressekonferenz können Sie hier auf unserem YouTube-Kanalverfolgen.

 

 

8. April 2020: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Mittwoch um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Den Livestream der Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter können Sie auf unserem  YouTube-Kanal sehen.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 238 (+15).
Geheilte Einwohner: 63 (+4)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 43 (-1), davon 10 Hallenser (+/-0).

In der oft zitierten Verdopplungs-Statistik, sprich dem Zeitraum, in dem sich die Zahl der Infizierten verdoppelt, nähern wir uns damit weiter der Marke von zwölf Tagen an.

In der Stadt werden weiterhin umfangreich Tests durchgeführt, um Analysen auf einer möglichst breiten Datenbasis zu erstellen: In den Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden gestern 173 Abstriche (-58) durchgeführt. Heute Morgen hat in der Südstadt in der Praxis von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 die nächste Schwerpunkt-Ambulanz ihren Dienst aufgenommen. Seit 10 Uhr können sich hier Hallenserinnen und Hallenser testen lassen. Der Zulauf ist groß. Damit sind nun fünf solche Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt in Betrieb.

Eine gute Nachricht gibt es aus dem Bergmannstrost: Einer der italienischen Patienten muss nicht mehr beatmet werden. Auch der Gesundheitszustand der anderen drei Patienten hat sich stabilisiert.

Und eine weitere gute Nachricht gibt es von den Tests in der JVA – über den die Stadt bereits am Montag informiert hat. Dort war eine Mitarbeiterin an der Pforte positiv getestet worden. Inzwischen liegen alle Ergebnisse vor – es gab keinen weiteren positiven Fall. In 12 Tagen ist hier eine Nachtestung angesetzt.

Ein Ärzte-Team in der Stadt Halle (Saale) hat sich bereit erklärt, eine Studie zur Entwicklung des Corona-Virus in unserer Stadt durchzuführen. Dazu wollen die Mediziner unter anderem mit den Personen in Kontakt treten, die aktuell von COVID-19 geheilt sind. Sie sind gebeten worden, ihre Zustimmung zur Teilnahme an der Studie zu geben.

Zu dem Ärzte-Team gehören
- die Diplom-Medizinerin Gabriele Reichmann-Fürst als niedergelassene Ärztin;
- Prof. Dr. Katrin Hoffmann, Direktorin des Institutes für Humangenetik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg;
- Prof. Dr. René Schwesig, Forschungslaborleiter im Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Fakultät, MLU Halle-Wittenberg;
- sowie Dr. Hanni Bartels, Oberärztin im Diakoniekrankenhaus Halle.

Die Universitätsklinik begleitet die wissenschaftliche Studie, insbesondere im Hinblick auf die Validierung der Test-Parameter. An dieser externen Studie - unter der Leitung von Dr. Hanni Bartels - sollen 2.500 Einwohner teilnehmen. Personen, die grundsätzlich ihre Bereitschaft erklären wollen, an Studien zum Corona-Virus teilzunehmen, können das formlos tun per E-Mail an: corona@halle.de.

Die Stadt wird zudem bei allen genesenen Patienten die Bereitschaft abfragen, an einer Nachuntersuchung mit Blutentnahme und Befragung zum Befinden teilzunehmen. Die ersten Schreiben wurden gestern bereits versandt.
Ich möchte noch einmal betonen, dass Sie mit der Teilnahme an dieser Studie die medizinische Wissenschaft dabei unterstützen, Informationen zum Krankheitsverlauf dieser bisher wenig erforschten Infektion zu gewinnen. Ziel ist die Erhebung des Antikörper-Status anhand einer repräsentativen Studie. Die Tests sollen bereits am kommenden Dienstag, 14. April 2020, beginnen.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt:
Die Ordnungskräfte von Stadt und Polizei haben gestern 714 Kontrollen durchgeführt und dabei 27 Anzeigen gestellt. Diese Anzeigen verteilten sich wie folgt: 14 wegen Personen-Ansammlungen, 8 gegen Sport- und Freizeiteinrichtungen, drei wegen unerlaubter Nutzung von Spielplätzen und zwei gegen Geschäfte. Das waren die besagten Geschäfte, die gestern in der PK zur Sprache gekommen waren.

Die Staatsanwaltschaft Halle hat inzwischen ein Sonder-Dezernat geschaffen, um die Vielzahl von Strafanzeigen, die durch Corona-Verstöße entstanden sind, zu bearbeiten.

Zur Schutzausrüstung:
In den Medien war heute bereits von umfangreichen Lieferungen von Schutzmaterialien aus China zu lesen, die nun in ganz Deutschland verteilt werden sollen. Auch für die Stadt Halle ist eine Lieferung aus dieser Marge vorgesehen. Zeitpunkt und Umfang der Lieferung des Landes stehen noch nicht genau fest.

Ungeachtet dessen verfolgt die Stadt weiter die bisher etablierte Politik der Eigenbeschaffung. Hier haben wir gestern 900 Schutzbrillen, 20 Beatmungsbeutel und 40 Filter für Beatmungsgeräte erhalten.

Die Ausrüstung sensibler Bereiche wie Feuerwehr oder Rettungsdienst ist damit aktuell für neun Tage gesichert. Die Stadt unterstützt zudem Einrichtungen wie Pflegeheime oder medizinische Praxen bei der Ausstattung mit Schutzmaterialien, inzwischen gab es insgesamt 44 Auslieferungen an die Einrichtungen.

Gut angenommen wurde gestern auch das Angebot der Stadt, über die fünf Quartiermanager der Stadt privat hergestellte Masken in Empfang zu nehmen und diese kostenlos an Bürgerinnen und Bürger zu verteilen. Im Norden haben wir 165 Ausgaben registriert. Daher noch einmal der Aufruf an alle, die Masken selbst herstellen: Sie können diese wochentags von 16 bis 17 Uhr bei den Quartiermanagern abgeben. Die Adressen finden Sie auf unserer Internetseite.

Zu den Hinweisen an die HAVAG:
Matthias Lux, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Halle GmbH, hat die Hinweise der vergangenen Tage zur Auslastung der Straßenbahnen mit der HAVAG prüfen lassen mit folgendem Ergebnis: Ab morgen kommen auf den Linien 1 und 2 in den Stoßzeiten größere Fahrzeuge zum Einsatz. Ab kommendem Dienstag, 14. April, wird eine Verstärkerlinie 8 E eingesetzt. Diese verkehrt zwischen 9 Uhr und 16 Uhr auf dem Streckenverlauf der Linie 8. Damit sollen die frequentierten Linien verstärkt werden.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
vor uns liegt das lange Osterwochenende. Ein Wochenende, das viele traditionell draußen mit ihren Familien oder auch in Oster-Gottesdiensten feiern. Die aktuelle Lage fordert, dass wir in diesem Jahr liebgewordene Traditionen hinterfragen müssen. Ich möchte an alle appellieren, die Kontaktminimierung auch in den kommenden Tagen umzusetzen.

Es ist im Sinne aller! Unser Verhalten an den Ostertagen wird einen großen Einfluss darauf haben, wie schnell wir in die Normalität zurückkehren können. 

Aufgrund der aktuellen Situation haben wir uns entschlossen, die Möglichkeit von virtuellen Stadtspaziergängen zu schaffen. Wir produzieren derzeit 20- bis 30-minütige Videos, die Hallenserinnen und Hallenser an verschiedene Orte entführen sollen. Wir wollen so die Möglichkeit geben, trotz Ausgangsbeschränkungen spannende Orte in der Stadt zu erkunden, zum Beispiel den Zoo oder die Bühnen Halle. Ziel ist es, vielleicht auch bisher Unbekanntes über den Ort zu erzählen. Die Videos können am Ostersonntag ab 10.00 Uhr von der Internetseite der Stadt abgerufen werden.

Vielleicht können diese virtuellen Spaziergänge ja ein kleiner Anreiz sein, sich mit der ungewohnten Situation über Ostern ein bisschen besser zu arrangieren.

Denn meine Bitte an Sie bleibt die, die ich jeden Tag an dieser Stelle formuliere: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. Verlassen Sie die Wohnung nur aus triftigem Grund.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

 

7. April 2020: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Dienstag um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Den Livestream der Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Versorgung in der Stadt:

Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 223 (+6).
Geheilte Einwohner: 59 (+/-0)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 44 (-1), davon 10 Hallenser (+1).

In den Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden gestern 231 Abstriche (+212) durchgeführt, dazu gehören die Fieberambulanz des Allgemein-Mediziners Dr. Matthias Benecke in Halle-Neustadt, die Praxis des Internisten Dr. Frank Ackermann in der Jägergasse, die Poli Reil inklusive der mobilen Test-Station und der mobile Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung im Auftrag der Stadt.

Viele sind unserem gestrigen Aufruf, sich testen zu lassen, gefolgt. Es bleibt wichtig, dass wir weiter viele Tests durchführen, um die Entwicklung in der Stadt weiter mit vielen Daten untersetzen zu können.  Deshalb möchte ich erneut jede Person mit Atemwegserkrankungen jedweder Schwere bitten, vorsorglich einen Test durchführen zu lassen. Gleiches gilt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen, wenn sie Symptome, wie Halskratzen oder Fieber verzeichnen.

Die Stadt will das umfangreiche Testen weiter unterstützen. Morgen wird deshalb im Florentiner Bogen 15 eine weitere Schwerpunkt-Ambulanz in Betrieb gehen. Ab 10 Uhr können sich hier Hallenserinnen und Hallenser bei Dr. Nils Hagenberg testen lassen. Die Stadt stellt ein entsprechendes Modul und die Ausrüstung. Weiterhin wird im Gesundheitszentrum Silberhöhe eine Ambulanz geplant; diese soll für Patienten in der kommenden Woche öffnen. Damit werden auch im Süden der Stadt weitere Anlaufpunkte geschaffen.

Unter den Asylbewerbern, die vor rund zwei Wochen aus Halberstadt zu uns gekommen sind, wurde ein weiterer Mann Corona-positiv getestet. Hier beginnt für alle Bewohner des Hauses nunmehr erneut eine zweiwöchige Quarantäne; alle Bewohner wurden erneut getestet.

Ich hatte an dieser Stelle schon mehrfach erläutert, dass es für die Analyse der Situation eine wichtige Rolle spielt, in welchem Zeitraum sich die Infektionszahlen verdoppeln. Mit Blick auf die aktuell 223 positiven Corona-Fälle ist es also wichtig zu schauen, wann wir den Stand von 112 hatten. Dies war am 27. März der Fall. Das heißt: Wir liegen nunmehr bei elf Tagen bis zur Verdopplung. Das ist der beste Wert, den wir seit Ausbrechen des Corona-Virus in der Stadt hatten. Die Kurve flacht sich also weiter ab. Wir sind allerdings noch nicht über den Berg.

Ein Ärzte-Team in der Stadt Halle (Saale) hat sich bereit erklärt, eine Studie zur Entwicklung des Corona-Virus in unserer Stadt durchzuführen. Dazu wollen die Mediziner mit den Personen in Kontakt treten, die aktuell von COVID-19 geheilt sind.

Im Namen des Ärzte-Teams möchte ich diese derzeit rund 60 Hallenserinnen und Hallenser um Unterstützung bitten. Die Stadt wird unter anderem alle genesenen Patienten anschreiben und fragen, ob ihrerseits die Bereitschaft zu einer Nachuntersuchung (mit Blutentnahme und Befragung zum Befinden) besteht. Mit der Teilnahme an dieser Studie unterstützen Sie die medizinische Wissenschaft, Informationen zum Krankheitsverlauf dieser bisher wenig erforschten Infektion zu gewinnen.

Ziel ist die Erhebung des Antikörper-Status anhand einer repräsentativen Studie. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen unter anderem auch dazu beitragen, Maßnahmen zur Lockerung der gegenwärtigen Einschränkungen in der Stadt Halle und im Land Sachsen-Anhalt abzuleiten. Die Tests sollen bereits am kommenden Dienstag, 14. April 2020, beginnen.

Aktuell ist die Versorgungslage in den Krankenhäusern stabil, es gibt ausreichend freie Beatmungsplätze.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt:

Die städtischen Ordnungskräfte haben gestern 393 Kontrollen durchgeführt und waren im gesamten Stadtgebiet präsent. Dabei wurden 7 Verstöße registriert und Strafanzeigen gestellt. Anders als in den vergangenen Tagen betrafen diese aber nicht vorrangig Personen-Ansammlungen. Drei Anzeigen entfielen auf Quarantäne-Verstöße, drei richteten sich gegen Sport- und Freizeiteinrichtungen, eine wurde auf einem Spielplatz erstellt.

Hinweisen möchte ich auch noch einmal auf Veranstaltungen, die über Ostern in den Lokalen verschiedener Gartenanlagen geplant waren; diese sind auf Grundlage der 3. Eindämmungsverordnung des Landes untersagt.

Ich weiß sehr wohl, dass viele Menschen von den Vorschriften genervt sind. Was darf ich tun? Was darf ich nicht tun? Darüber hinaus gibt es viele Widersprüche.

Nur eines sollten Sie bedenken: Kein Gesetz kann umfassend alles regeln. Deshalb ist das Gesetz auszulegen. Immer in dem Sinne, dass jeder möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen hat. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur mit triftigen Gründen erlaubt. Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Haushaltes sind auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren.

Zur Schutzausrüstung:
Wie bereits angekündigt, werden heute die Quartiermanager der Stadt ihre Arbeit zur Verteilung von Schutzmasken aufnehmen. Wochentags von 16 bis 17 Uhr können Bürgerinnen und Bürger sich an den fünf Standorten melden. Hier können selbst genähte Masken abgegeben werden. Bürger, die diese nicht selbst herstellen können, können in den Quartierbüros selbst genähte Masken kostenfrei abholen. Die Adressen finden Sie auf unserer Internetseite. Die Quartiermanager sind mit Beginn heute bereits mit jeweils 150 Masken ausgerüstet.

Die Stadt selbst erhält täglich kleinere Lieferungen auf der Grundlage von eigenen Beschaffungen. Gestern wurden beispielsweise 1.000 Schutzkittel geliefert. Damit kann der Bestand der Ausrüstung des Rettungsdienstes wieder auf 10 Tage aufgestockt werden. Außerdem haben wir inzwischen 29 Einrichtungen in der Stadt mit Material-Lieferungen unterstützen können, 19 davon waren Pflegeheime und Praxen.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,

die eingangs genannten Zahlen – sowohl was die Ausbreitung des Virus angeht als auch was die Resultate der Kontrollen betrifft – zeigen eine positive Entwicklung. Die meisten Hallenserinnen und Hallenser halten sich an die Regelungen von Stadt und Land. Dass die Kurve der Neuinfektionen deutlich abgeflacht ist, ist deshalb ein Erfolg für uns alle. Jeder Einzelne, der sich an die Vorgaben gehalten hat und hält, trägt seinen Teil für die Gemeinschaft bei.
Dafür herzlichen Dank!

Die Stadt Halle wird auch weiterhin verantwortungsvoll handeln, um die für uns alle einschneidenden Maßnahmen nach und nach wieder zu lockern. Vorher gilt es: Mehr zu testen, für private Schutzmasken aus Stoff zu werben und Probandentests unterstützen. Und: die Verdoppelung der Infizierten auf 14 Tage zu erhöhen.

Vorerst bleibt es bei meiner Bitte an Sie: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. Verlassen Sie die Wohnung nur aus triftigem Grund.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

 

  

6. April 2020: In der täglichen Video-Pressekonferenz informierten Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale).

 Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Ein Mitschnitt der Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter können Sie auf unserem YouTube-Kanal abrufen.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

1. Zur medizinischen Situation in der Stadt zum Umgang mit dem Corona-Virus
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 217 (+3). Geheilte Einwohner: 59 (+9)
Am 27.3. waren es 113. Wir haben jetzt einen Trend, in dem die Verdopplung der Infizierten bei 10 Tagen liegt.
Ein Infektionsfall betrifft einen Mitarbeiter der Pforte der Justizvollzugsanstalt (JVA); dieser hatte keinen Kontakt zu den Gefangenen. Wohl aber zu 19 weiteren Personen, von denen die Mehrzahl nicht aus Halle stammt. Diese 19 Personen werden in Abstimmung mit dem Gefängnisarzt nunmehr getestet und untersucht.
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 45 (+4), davon 9 Hallenser.
In der Stadt wurden durch die Poli Reil und die mobile Teststation auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur gestern 19 Abstriche durchgeführt.
Sie sehen an dieser Entwicklung, dass das Test-Verhalten der Hallenserinnen und Hallenser rückläufig ist.
Deshalb möchte ich heute jede Person mit Atemwegserkrankungen jedweder Schwere bitten, vorsorglich einen Test durchführen zu lassen. Gleiches gilt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen, wenn sie Symptome, wie Halskratzen oder Fieber verzeichnen.
Dann ist ein Test auch medizinisch erforderlich ist, und die Krankenkassen übernehmen regelmäßig die Kosten.
Wie ich am Wochenende berichtet habe, will sich die Stadt Halle (Saale) an einer Kohorten-Studie beteiligen. Die Rahmenbedingungen dafür werden wir heute Nachmittag mit dem Direktor des Institutes für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik an der medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Herrn Prof. Mikolajczyk) abstimmen.
Aktuell ist die Versorgungslage in den Krankenhäusern stabil, es gibt ausreichend freie Beatmungsplätze.
Und noch eine erfreuliche Nachricht: von den 4 italienischen Patienten ist inzwischen ein Patient ansprechbar.

2. Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt
Die städtischen Ordnungskräfte haben gestern 130 Kontrollen durchgeführt und waren im gesamten Stadtgebiet präsent. Dabei haben Stadt und Polizei insgesamt 40 Strafanzeigen gestellt.
Diese betrafen ausschließlich Personen-Ansammlungen: Insgesamt 97 mussten von der Stadt aufgelöst werden – unterstützt von der Polizei. Der Altersdurchschnitt wird statistisch nicht erfasst. Die größte Ansammlung war am Kanal mit 30 Personen.
Die Ordnungskräfte waren unter anderem Am Kanal, im Zentrum von Halle-Neustadt und auf der Ziegelwiese unterwegs. Naturgemäß herrschte in den Park- und Grünanlage starker Besucherverkehr.
Die meisten Hallenserinnen und Hallenser haben sich jedoch an die Regelungen von Stadt und Land gehalten.
Dafür herzlichen Dank!

3. Zur Schutzausrüstung
Weiterhin mangelt es in der Stadt an Schutzausrüstung. Wie Sie wissen, versuchen wir überall auf der Welt entsprechende Materialien zu beschaffen.
Die Verteilung unserer Bestände unterliegt daher weiter der Mangelverwaltung. Deshalb können wir nur dort unterstützen, wo ein nachgewiesener Bedarf unbedingt erforderlich ist. Zum Beispiel in Krankenhäusern, im Rettungsdienst, in Alten- und Pflegeheimen sowie bei Pflegediensten. Bislang hat der Katastrophenschutzstab Schutzausrüstung an insgesamt 15 Pflegeheime und Pflegedienste ausgegeben.
Viele Hallenserin und Hallenser haben damit begonnen, Schutzmasken aus Stoff selbst herzustellen. Diese Eigenproduktion ist dringend erforderlich – am besten zwei oder dreilagig. Große Mengen davon werden in den nächsten Wochen noch gebraucht. Das Tragen von Schutzmasken wird dringend empfohlen, wenn Sie sich in größeren Menschenmengen aufhalten.
Um den Austausch von selbst hergestellten Masken im Quartier zu unterstützen, öffnen die 5 Quartierbüros ab morgen, Montag bis Freitag in der Zeit von 16 bis 17 Uhr. Hier können selbst genähte Masken von Bürgern oder Initiativen abgegeben werden. Bürger, die diese nicht selbst herstellen können, können in den Quartierbüros selbst genähte Masken kostenfrei abholen. Die Adressen finden Sie auf unserer Internetseite.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
eine breite Diskussion über den Ausstieg der Ausgangsbeschränkungen muss jetzt beginnen.
Ich hatte dazu bereits auf eine stufenweise Umsetzung hingewiesen, um Schritt für Schritt wieder zum Alltag zurückzukehren.
Es ist dringend geboten, den positiven Trend in der Stadt in den nächsten Tagen genau zu beobachten. Parallel muss die Ausbreitung des Virus durch intensives Testen und Kontrollieren weiter sorgfältig beobachtet werden. Zur Erinnerung: die Stadt hatte bereits am 13. März mit einschränkenden Maßnahmen an Kitas und Schulen begonnen.
Die Risikogruppen müssen besonders betrachtet werden. Dabei geht es nicht um das Alter, sondern um Vorerkrankungen. Zudem müssen weiter die Abstandsregeln gelten. Und überall dort, wo diese nicht umgesetzt werden können, darf es vorerst keine Lockerung geben. Zu groß ist die Gefahr eines Rückfalls.
Ziel ist jedoch, unsere Wirtschaft schnell wieder in Gang zu setzen, frühestmöglich wieder in Gang zu setzen. Auch hier zählt jeder Tag und jeder Tag erfordert eine neue Bewertung.
Denn: die Freiheitsrechte der Bürger dürfen nicht länger als erforderlich eingeschränkt werden.
Kurz zusammengefasst heißt das: Mehr testen, den aktuellen Rückgang jeden Tag neu bewerten und Probanden-Tests durchführen. Das sind jetzt Aufgaben der Stadt.
Vorerst bleibt es bei meiner Bitte an Sie: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen.
Verlassen Sie Ihre Wohnung nur aus triftigem Grund.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

 
 

 

 

06.04.2020

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