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Gemeinsam gegen den Hass

Entsetzen, Wut und Trauer: Am 9. Oktober jährt sich zum ersten Mal das Attentat auf die Jüdische Gemeinde in Halle (Saale). Ein 27-Jähriger hatte die Synagoge in der Humboldtstraße angegriffen – am höchsten jüdischen Festtag Jom Kippur. Als sein perfider Plan scheiterte, ermordete der Attentäter vor der Synagoge eine Passantin und wenig später den Gast eines Döner-Imbisses in der Ludwig-Wucherer-Straße.

„Der 9. Oktober 2019 gehört zu den schlimmsten Tagen, die wir erleben mussten", sagt Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand. Halle (Saale) hat nach dem Attentat große Solidarität und Anteilnahme erfahren – sowohl in der Stadtgesellschaft als auch in aller Welt. Nun, ein Jahr danach, plant die Stadt gemeinsam mit dem Land und der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale) einen Gedenktag, um zu erinnern und der Opfer und Hinterbliebenen zu gedenken. „Die Wunde, die jener 9. Oktober 2019 geschlagen hat, diese Wunde verheilt – aber es bleibt eine Narbe. Diese Narbe sollten wir nicht verstecken: Sie mahnt uns, sie erinnert daran, wie verletzlich unsere Gesellschaft ist. Ich halte es daher auch für immens wichtig, dass wir uns gemeinsam an den Tag und an die Tat erinnern", so der Oberbürgermeister.

Am 9. Oktober werden um 12.01 Uhr – also zu dem Zeitpunkt, als der Attentäter den ersten Schuss auf die Tür der Synagoge abfeuerte – alle Kirchenglocken für zwei Minuten läuten. Das öffentliche Leben wird für diese Zeit stillstehen. Anschließend wird vom Carillon des Roten Turms ein jüdisches Lied gespielt.
Am Nachmittag werden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand sowie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale), Max Privorozki, an der Synagoge eine Gedenktafel einweihen. Auch am Kiez-Döner in der LudwigWucherer-Straße wird eine Gedenktafel enthüllt. Hallenserinnen und Hallenser können im Anschluss beide Orte besuchen und dort der Opfer gedenken.

Zentrale Gedenkveranstaltung in der Konzerthalle Ulrichskirche

In diesem Jahr wird es pandemiebedingt keine Veranstaltung auf dem Marktplatz geben. Stattdessen beginnt um 17 Uhr in der Konzerthalle Ulrichskirche das zentrale Gedenken, bei dem Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, Max Privorozki, Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff sowie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen werden. Da aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin die Hygiene- und Abstandsregeln gelten, ist die Anzahl der Plätze in der Ulrichskirche begrenzt. Zutritt haben hier nur geladene Gäste. „Da wir davon ausgehen, dass viele Menschen gemeinsam gedenken wollen, wird die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Mitteldeutschen Rundfunk per Livestream aus der Ulrichskirche in Institutionen und bei Partnern übertragen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand (siehe unten „Anmeldung zur Gedenkveranstaltung“).

Zum Abschluss erklingt um 18.30 Uhr ein weiteres Mal das Carillon vom Roten Turm.

Parallel zu diesem Programm findet tagsüber im Stadthaus die nicht öffentliche Landesdemokratiekonferenz zu den Themen Antisemitismus und Rassismus statt. Diese wird um 12.30 Uhr eröffnet.
Es sind Referate, eine Podiumsdiskussion, Kurzfilme und ein kleines Konzert zum Abschluss geplant.

Mit einer Veranstaltungsreihe leistet das hallesche Museumsnetzwerk einen Beitrag dazu, die fundamentale Bedeutung der demokratischen Grundrechte zu beleuchten. So lädt das Stadtmuseum Halle vom 8. bis 10. Oktober zur nationalen Tagung „Kommunale Erinnerungskulturen“ ein, um über Orte der Demokratiegeschichte zu diskutieren. Im Rahmen dessen findet am 9. Oktober eine öffentliche Abendveranstaltung mit der Kulturwissenschaftlerin und Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels Aleida Assmann statt. Gemeinsam mit der Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH hat die Stadt die Freiluftausstellung „Unantastbar: Unsere Grundrechte“ auf dem Marktplatz gestaltet. Sie ist bis 10. November zu sehen. Auf zehn XXL-Büchern werden die Grundrechte aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland präsentiert, ergänzt mit Aussagen von Hallenserinnen und Hallensern, was ihnen die Grundrechte bedeuten, welche ihnen besonders wichtig sind und welche sie für besonders gefährdet halten.

Auch die diesjährige Interkulturelle Woche, organisiert von der Stadt und dem Verband der Migrantenorganisationen Halle (Saale) e.V., widmet sich dem Attentat von 2019. Geplant ist ein Vortrag am 8. Oktober im Audimax, Universitätsplatz 1, 19 Uhr. Im Fokus steht die Frage: „Der Anschlag am 9. Oktober 2019 auf die Synagoge in Halle – war das wirklich nur ein irregeleiteter Einzeltäter?“


Anmeldung zur Gedenkveranstaltung 

Das zentrale Gedenken in der Konzerthalle Ulrichskirche wird vom Mitteldeutschen Rundfunk übertragen und kann an folgenden Orten live verfolgt werden:

  • Audimax der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Erdgas Sportpark (1.000 Plätze)
  • Franckesche Stiftungen
  • Heilig-Kreuz-Kirche
  • „hr. fleischer“ e.V.
  • Islamisches Kulturcenter Halle (Saale) e.V.
  • Leopoldina
  • Lyonel-Feininger-Gymnasium
  • Marktkirche
  • Oper Halle
  • Steintor-Varieté

Die Orte bieten auf Grundlage der Eindämmungsverordnung des Landes SachsenAnhalt jeweils eine Kapazität von 100 Plätzen (im Erdgas-Sportpark 1.000 Plätze). Eine Anmeldung beim Team Repräsentation ist notwendig – unter Telefon 0345 221-4112 oder per E-Mail an:gedenken@halle.de.

Folgende Angaben sind erforderlich:
Name, Vorname; Anschrift; Anzahl der Personen; gemeinsamer Haushalt: ja/nein sowie der Ort, an dem der- oder diejenige die Live-Übertragung schauen möchte.
Der Personalausweis ist bitte mitzubringen.

 

28.09.2020

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