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Informationen der Stadt Halle (Saale) zum Corona-Virus vom 23. bis zum 29. März 2020

29. März 2020:  Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben auch am Sonntag in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert. 

Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Die gesamte Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf unserem  YouTube-Kanal.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters zum Nachlesen:

1. Zur aktuellen Lage
Gestern wurde eine Pflegerin Corona-positiv getestet, im Alten- und Pflegeheim Johannes-Jänicke-Haus des Diakoniewerkes in der Burgstraße. Darauf wurden gestern alle 152 Bewohner der Einrichtung getestet. Das Erd- und Untergeschoss des Hauses mit 55 Bewohnern, in dem die Pflegerin im Einsatz war, wurde zudem unter Quarantäne gestellt. Auch das medizinische Personal – also die Kollegen der Pflegerin - wurden getestet. Im Ergebnis wurden bislang 13 Infizierte festgestellt. Der Weg der Übertragung ist nicht bekannt. Das Personal wird nunmehr vollständig mit FFP2-Masken ausgerüstet.
Bei der morgendlichen Visite wurden bei diesen Personen heute zunächst keine Symptome festgestellt. Inzwischen ist ein infizierter Bewohner der Einrichtung gestorben, hier sah der Patientenwille ausdrücklich keine Behandlung im Krankenhaus vor.

Auch in einer Einrichtung der Pflegewerk gGmbH wurde gestern eine Pflegerin Corona-positiv getestet. Es handelt sich um das „Haus am Theater“. Derzeit werden die 24 Bewohner ärztlich untersucht und es erfolgt ein Abstrich. Die betreffende Station wurde unter Quarantäne gestellt.

Die Situation in den Alten- und Pflegeheimen in der Stadt fordert uns aktuell in besonderem Maße. Der Grundsatz ist, dass bei beginnender Atemnot eine Verlegung in ein Krankenhaus erfolgt.

In der Stadt Halle gibt es damit aktuell 153 Infektionsfälle (gestern: 137 Infektionsfälle). Die Zahl hat sich damit zum gestrigen Tag um 16 weitere Fälle erhöht, davon allein 13 aus der eben genannten Diakonie-Einrichtung. 
Aus der aktuellen Risikobewertung des Robert-Koch-Institutes geht hervor - ich zitiere: „Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als hoch eingeschätzt, für Risikogruppen als sehr hoch.“


Um es deutlich zu sagen: Jeder kann erkranken!
So können Viren von Infizierten etwa beim Husten oder Niesen übertragen werden. Auch eine Übertragung über die Luft in die Augen wird mittlerweile für möglich gehalten. Deshalb wurde in der Eindämmungsverordnung des Landes die Kontaktsperre angeordnet mit einem Abstand von mindestens 1,5 Metern. Das Corona-Virus infiziert auch Menschen, die ihre Erkrankung gar nicht bemerken und daher ihre Mitmenschen anstecken können, so Virologen. Diese „verdeckten“ Fälle mit oder ohne jegliche Symptome könnten nach Schätzungen fast 60 Prozent aller Infizierten ausmachen.

2. Zur medizinischen Versorgung in der Stadt:
In den Kliniken der Stadt befinden sich – Stand heute - 23 Personen in stationärer Behandlung. Bei  8 Personen hat sich der Corona-Verdacht nicht bestätigt. Sie werden jedoch weiter ärztlich beobachtet. Weiterhin müssen drei Patienten beatmet werden.
Über die mobile Test-Station auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur in der Schopenhauerstraße und die Fieberambulanz der Poli Reil wurden gestern insgesamt – also für beide Angebote - 90 Tests durchgeführt.

3. Zu den Kontrollen am gestrigen Tag:
Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 191 Kontrollen durchgeführt, hinzu kamen 37 Fahrzeugkontrollen durch die Polizei. Insgesamt wurden 31 Strafanzeigen gestellt.

4. Zur Schutzausrüstung (Anzüge, Atemschutzmasken, Brillen)
Die Stadt Halle (Saale) hat vorsorglich die Hilfe der Bundeswehr zur medizinischen Versorgung angefordert, weil nicht ausgeschlossen ist, dass die personelle und sächliche Ausstattung nicht ausreichend sein wird, wenn die Krise fortschreitet. Der Antrag wurde durch den Leiter des Kreisverbindungskommandos Halle mit E-Mail vom heutigen Tag abgelehnt.
Die medizinische Schutzausrüstung in der Stadt Halle reicht noch für 9 Tage. Die Stadt hat folgende Bestellungen an den Bund, das Land und auch an private Firmen ausgelöst:

–   3.000 Schutzsets (bestehend jeweils aus Maske, Schutzbrille, Schutzanzug, Handschuhe)
–   10.000 FFP-2 Masken                                 
–   900 Schutzbrillen                        
–   2.000 Liter Desinfektionsmittel                          
–   63.000 Paar Handschuhe
–   240 Beatmungsschläuche für den Intensivtransportwagen ( ITW)                    
–   40  Filter Beatmung (für den ITW) 
–   84 Packungen  Desinfektionstücher

Der Rettungsdienst ist ab heute vorsorglich bei allen Fahrten von vornherein mit Mundschutz, Handschuhen und Schutzbrillen im Einsatz. Hier orientiert sich die Stadt an den geänderten Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, das diese Ausrüstung anfangs nur bei Patienten aus Risiko-Gebieten und positiv Getesteten vorsah.
In unserer Stadt gibt es private Initiativen, die Schutzmasken für die Bürgerinnen und Bürger herstellen. Das ist zu begrüßen und wird aktuell vom Katastrophenschutzstab in jedem Einzelfall geprüft. Auch wenn der medizinische Schutz - wie gestern ausgeführt - nur gering ist.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
die Forschung läuft auf Hochtouren, eine Vielzahl an Medikamenten und Impfstoffen wird derzeit in Laboren weltweit entwickelt und getestet. So wird beispielsweise bei sogenannten Antikörpertests das Blut auf spezielle Virus-Antikörper untersucht; hier beteiligt sich ein Labor aus Dessau an den Studien.
Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt. Derzeit ist nicht sicher, ob nach einer Gesundung die Personen immun sind? 
Wir verfolgen den Weg, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Darauf zielen all unsere Maßnahmen im Katastrophenschutzstab ab.
Lockerungen vor dem 20. April wird es nicht geben. 
Bis dahin gilt die Kontaktsperre! Halten Sie also sorgfältig den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern ein.
Und deshalb bleibt - wie immer am Ende - mein wichtigster Wunsch.
Bleiben Sie zu Hause! Verlassen Sie nur das Haus, wenn Sie unbedingt müssen.

Und bleiben Sie gesund!

 

 

28. März 2020: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben heute in einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage berichtet. 

Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Auch die gesamte Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Hier das Statement der Oberbürgermeisters, in dem er auch die neue Allgemeinverfügung der Stadt Halle (Saale) erläutert. Den Text der Allgemeinverfügung finden Sie unter dem Statement:

Die Stadt Halle (Saale) hat auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes in Verbindung mit dem Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt eine Allgemeinverfügung zur Anordnung von Quarantäne-Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus erlassen, bekanntgemacht heute in der Mitteldeutschen Zeitung, die Wirksamkeit beginnt am morgigen Sonntag.

Zum Inhalt:

1. Die Allgemeinverfügung bezieht sich auf Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Halle (Saale) sowie Personen, die sich im Stadtgebiet Halle (Saale) aufhalten, wenn

a) sie sich innerhalb der letzten 14 Tage im Ausland aufgehalten haben,
b) sie innerhalb der letzten 14 Tage in engem Kontakt mit einem Corona-Infizierten standen,    
c) sie mit eben benannten Personen in den letzten 14 Tage zeitweise oder permanent in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben oder noch leben,       
d) bei ihnen eine Corona-Infektion labordiagnostisch bestätigt wurde.

Für diese Personengruppen wird eine häusliche Quarantäne von 14 Tagen angeordnet.

2. Schülerinnen und Schülern sowie Kindern bis zur Einschulung, die zu dem eben genannten Personenkreis gehören, ist zudem untersagt, in diesem Zeitraum eine Schule, eine Kindertageseinrichtung oder einen Hort - inklusive Notbetreuung - zu betreten.

3. Beschäftigte von Krankenhäusern, Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Altenheimen sowie Personen der polizeilichen und nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr haben vor Arbeitsbeginn den in der Anlage der Allgemeinverfügung befindlichen Gesundheitsfragebogen auszufüllen. 

4. Der beschriebene Personenkreis ist dazu verpflichtet, sich unverzüglich telefonisch unter der Telefonnummer 0345/221-3238 oder per E-Mail an corona@halle.de im Fachbereich Gesundheit zu melden.

5. Diesen Personen ist es zudem untersagt, den öffentlichen Personennahverkehr (S-Bahn, Bus und Straßenbahn) im Gebiet der Stadt Halle (Saale) zu nutzen.

6. Sollte während der angeordneten Quarantäne-Zeit eine medizinische Behandlung erforderlich werden, sind diese Personen verpflichtet, den Rettungsdienst sowie die sie versorgende medizinische Einrichtung (z. B. Arztpraxis, Krankenhaus) bereits vorab telefonisch über die angeordnete Quarantäne und deren Grund zu informieren.

7. Diese Allgemeinverfügung tritt ab morgen in Kraft und mit Ablauf des 19. April 2020 außer Kraft.

8. Für Verstöße gegen die Regelungen dieser Verfügung wird die Anwendung von unmittelbarem Zwang angedroht. Auf die Bußgeld- und Strafvorschriften des Infektionsschutzgesetzes wird hingewiesen.

Zur aktuellen Lage

In der Stadt Halle gibt es aktuell 137 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit zum gestrigen Tag um 24 weitere Fälle erhöht.

Die gestern auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur in der Schopenhauerstraße in Betrieb genommene mobile Test-Station hat 126 Abstriche durchgeführt; insgesamt waren es am gestrigen Tag 273. Das mobile Angebot steht Hallenserinnen und Hallensern von Montag bis Sonntag von 9 Uhr bis 16 Uhr zur Verfügung. Mitzubringen ist die Gesundheitskarte bzw. die Krankenversichertennummer.

Zur medizinischen Situation in der Stadt: 
In den Kliniken der Stadt steigt die Zahl der Covid-19-Patienten weiter. Aktuell befinden sich 31 Personen in stationärer Behandlung, das sind neun mehr als gestern. Weiterhin müssen drei Patienten beatmet werden.

Zu einer Berichterstattung über den Rettungsdienst vom heutigen Tag möchte ich Folgendes richtigstellen: Die Leistungserbringer im Rettungsdienst (DRK, ASB usw.) werden im Auftrag der Stadt als Trägerin des Rettungsdienstes in eigener Verantwortung tätig. Die Regeln des Arbeitsschutzes und die Hygiene-Regeln des Robert-Koch-Institutes in der jeweils aktuellen Version sind einzuhalten. Gemeinsame Standards zu einheitlichen Arbeitsanweisungen entsprechend der Vorgaben des Robert-Koch-Institutes werden vom Ärztlichen Leiter Rettungsdienst freigegeben.

Im Gesundheitswesen tätige Personen, die entsprechend der Vorgaben des RKI geschützt Kontakt zu Corona-positiven Patienten haben, müssen nicht in Quarantäne genommen werden. Bei unzureichend angelegter Schutzausrüstung hingegen, bei unerwarteten Vorfällen oder bei unterschätztem Infekt-Risiko des Patienten wird der entsprechende Mitarbeiter sofort unter Quarantäne gestellt, bis zum Vorliegen der Patienten-Testung. Eine Anweisung, dass Rettungskräfte so lange ungeschützt weiter Dienst tun sollen, bis bei ihnen Covid-Symptome auftreten, gibt es nicht. Der DRK-Rettungsdienstes hat entsprechende Informationen als falsch zurückgewiesen.

Zu den Kontrollen am gestrigen Tag:
Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 150 Kontrollen durchgeführt, hinzu kamen 405 Fahrzeugkontrollen durch die Polizei. Insgesamt wurden insgesamt 19 Strafanzeigen gestellt. Zur Eröffnung des neuen Globus-Marktes: Das Unternehmen hat ein Sicherheitskonzept entwickelt. Dazu hat die Stadt verschiedene Hinweise gegeben, die die Stadt heute vor Ort auch kontrolliert. 

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,

die angeordneten einschneidenden Maßnahmen - wie Ausgangsbeschränkungen und die Schließung von Läden - sind der Versuch, das Virus einzudämmen. Aber auch, um unser Gesundheitswesen nicht an den Rand seiner Kapazität zu bringen. Nach Ostern wird sich zeigen, ob die Maßnahmen Erfolg hatten.

Die Zahl der Neu-Infektionen zeigt: Es gibt keinen Grund zur Entwarnung. Und deshalb bleibt - wie immer am Ende - mein wichtigster Wunsch. Bleiben Sie zu Hause. Und bleiben Sie gesund!

 



 27. März 2020 (2): Die Stadt Halle (Saale) hat am heutigen Tag eine Allgemeinverfügung zur Anordnung von Quarantäne-Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 erlassen. 

Die Verfügung beinhaltet als Anlage auch einen Gesundheitsfragebogen, den Beschäftigte von Krankenhäusern, Pflege- und Behinderteneinrichtungen auszufüllen haben. Die Allgemeinverfügung finden Sie hier:

 

27. März 2020: In der täglichen Pressekonferenz informierten Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger zur aktuellen Lage Corona-Virus. 

Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Auch die gesamte Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Hier das Statement der Oberbürgermeisters:

Die Stadt Halle kommt immer mehr zur Ruhe. Der Ausbruch der Pandemie in Deutschland steht aber erst am Anfang. Ich bitte Sie eindringlich: Helfen Sie uns, diesen Stillstand zu bewahren. So lange, bis wir gesicherte Erkenntnisse darüber haben, ob sich das gefährliche Corona-Virus weiter mit dieser Dynamik ausbreitet oder nicht.
Zur Entwarnung gibt es keinen Grund. Die angeordneten Maßnahmen dürfen nicht zu früh aufgehoben oder gelockert werden, andernfalls könnte das Virus mit voller Wucht zurückkommen.

Zur Risikogruppe gehören ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Doch auch bei jungen Menschen ohne Vorerkrankung können schwere Verläufe auftreten, wie aktuelle Befunde zeigen. Ich rate daher dringend: Bleiben Sie zu Hause. Vermeiden Sie Kontakte. Verlassen Sie das Haus nur noch aus triftigen Gründen. Erst nach Ostern können wir eine erste Bilanz ziehen. Deshalb ist es derzeit nicht angezeigt, um über eine stufenweise Aufhebung der Einschränkung des öffentlichen Lebens zu diskutieren.

Meine Hoffnung ist, dass die in der Stadt Halle frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigen. Die Zahlen von heute zeigen allerdings, dass sich die Pandemie weiter ausbreitet, eine Alternative zu den strikten Eindämmungsmaßnahmen, die die Stadt bereits am 12. März eingeleitet hat, gibt es derzeit nicht. Ein Impfstoff steht noch aus.

Zur aktuellen Lage:
In Sachsen-Anhalt sind aktuell 500 Infektionsfälle gemeldet, 80 Fälle mehr als am Vortag, bei zwei Todesfällen.
In der Stadt Halle gibt es aktuell 113 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit zum gestrigen Tag um neun weitere Fälle erhöht.

Unter den Infizierten befindet sich auch ein Asylbewerber, der gestern aus der zentralen Aufnahmestelle in Halberstadt nach Halle gekommen ist. Der Betreffende wurde von Beginn an isoliert. Die Stadt Halle steht in engem Austausch mit dem Land und den Kollegen in Halberstadt. Dort wurde inzwischen die gesamte Aufnahmestelle unter Quarantäne gestellt.

Am heutigen Freitag ist auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur in der Schopenhauerstraße eine mobile Station gestartet, an der Corona-Tests durchgeführt werden können. Der Andrang zu Beginn war groß, aber geordnet – mit rund 50 Fahrzeugen. Das Angebot steht Hallenserinnen und Hallensern von Montag bis Sonntag von 9 Uhr bis 16 Uhr zur Verfügung. Mitzubringen ist die Gesundheitskarte bzw. die Krankenversichertennummer.

Unverändert stabil arbeiten die drei Schwerpunktpraxen in der Poli Reil, in der Jägergasse und am Neustadt-Centrum. Gestern wurden hier insgesamt 159 Abstriche genommen. 

Zur medizinischen Situation in den Krankenhäusern in der Stadt: 
In den Kliniken der Stadt steigt die Zahl der Covid-19-Patienten stetig. Aktuell befinden sich 22 Personen in stationärer Behandlung, sechs mehr als gestern. Drei Patienten müssen beatmet werden, diese Zahl ist gleichbleibend. Um die Entwicklung an dieser Stelle auch einmal in Relation zu setzen: Im Vergleich zum Vortag hat sich die Anzahl der Covid-19-Patienten in den Kliniken damit um über 37 Prozent erhöht. Zu- und Abgänge in den Krankenhäusern sind wichtige Indikatoren bei der Bewertung eines Erfolges bei der Eindämmung des Virus.

Um auch bei einer weiteren Ausbreitung von Covid-19 handlungsfähig zu bleiben, ist deshalb inzwischen die ehemalige Orthopädie der Uniklinik in der Magdeburger Straße ertüchtigt worden und einsatzfähig. Ich möchte noch einmal ausdrücklich betonen: Alle fünf Krankenhäuser der Stadt bringen sich hier ein. Es ist ein Parade-Beispiel dafür, wie sich alle gemeinsam dafür einsetzen, die bestmögliche Versorgung für die Patienten sicherzustellen.

Die Schutzausrüstung in der Stadt reicht gegenwärtig noch für zehn Tage aus. Die Stadt Halle (Saale) hatte bereits in der vergangenen Woche vorsorglich die Hilfe der Bundeswehr zur medizinischen Versorgung angefordert. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass die personelle und sächliche Ausstattung nicht ausreichend sein wird, falls die Krise fortschreitet.

Zu den Kontrollen am gestrigen Tag:
Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 425 Kontrollen durchgeführt, hinzu kamen 323 Fahrzeugkontrollen durch die Polizei. Verstöße wurden nur vereinzelt festgestellt. Insgesamt wurden elf Strafanzeigen gestellt.

Zu den Unterstützungsangeboten:
Uns erreichen aktuell sehr viele, teilweise private Hilfsangebote, die bei der Produktion von Mund-Nase-Schutzmasken unterstützen wollen. Diese Initiativen zeigen, wie viele Menschen sich in der gegenwärtigen Situation einbringen wollen.

Dennoch ist aus medizinischer Sicht an dieser Stelle Vorsicht geboten. Selbstproduzierte Masken erfüllen in aller Regel nicht die gebotenen Sicherheitsvorschriften. Für medizinisches Personal sind sie deshalb ungeeignet. Im privaten Sektor gibt es zwar einen gewissen Schutzeffekt für Dritte, selbst ist man aber auch bei Tragen einer Maske nicht vor einer Ansteckung gefeit.

Die Stadt Halle hält sich daher weiter an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Diese sehen das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes für medizinisches Personal und für Infizierte vor, nicht aber als Schutz gegen eine Infektion.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,

die eingangs genannten Zahlen zeigen, dass es im Moment noch viel zu früh ist, die Eindämmungspolitik zu lockern. Es gibt noch keinen Grund zur Entwarnung. Deshalb bleibt wie immer am Ende mein wichtigster Wunsch:

Bleiben Sie zu Hause. Und bleiben Sie gesund!


26. März 2020: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die  aktuelle Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert. Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips.
Auch die gesamte Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters zum Nachlesen:

1. Zur aktuellen Lage:

Je weiter die Pandemie in Deutschland voranschreitet, desto deutlicher müsste die Wirkung der strikten Eindämmungsmaßnahmen sichtbar werden. Bisher - also Stand 25. März 2020 - zeichnet sich in den Infografiken des Robert-Koch-Instituts noch kein erkennbarer Wendepunkt ab. In Sachsen-Anhalt sind aktuell 420 Infektionsfälle gemeldet, 43 Fälle mehr als am Vortag, bei unverändert einem Todesfall.
In der Stadt Halle gibt es aktuell 104 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit zum gestrigen Tag um 13 Fälle erhöht. 

2. Zur medizinischen Situation in den Krankenhäusern: 

Aktuell werden in den Krankenhäusern 16 Infizierte behandelt, 3 von ihnen werden beatmet. Die Zahlen haben sich im Vergleich zu gestern damit nicht verändert. 
Die Vorbereitungen der letzten Wochen zahlen sich aus: Alle Krankenhäuser sind abgestimmt auf die Pandemie vorbereitet. Dennoch: Auch die Krankenhäuser in der Stadt Halle wollen sich an dem Förderprogramm von Bundesgesundheitsminister Spahn zur Erhöhung der Kapazitäten an Beatmungsbetten beteiligen. Nach jetzigem Stand beantragen die Krankenhäuser ca. 200 Beatmungsbetten.

Leider mussten wir in den vergangenen Tagen wiederholt feststellen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses Martha-Maria und des Ambulanten Pflegedienstes öffentlich beschimpft wurden. Um es klar zu sagen: Ein solches Verhalten ist nicht akzeptabel. Das Krankenhaus Martha-Maria hat in Abstimmung mit allen anderen Krankenhäusern der Stadt als erstes Krankenhaus positiv getestete COVID-19-Patienten behandelt. Gleichzeitig wurden - wie in verschiedenen anderen Krankenhäusern auch - Patienten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv getestet. Diese hatten sich extern infiziert; ihr Infektionsstatus war zunächst nicht bekannt. 
Wie alle Krankenhäuser in der Stadt hat sich das Krankenhaus Martha-Maria auf die Pandemie intensiv vorbereitet und arbeitet eng mit dem Gesundheitsamt der Stadt zusammen. 
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich in den vergangenen zwei Wochen in sehr konzentrierter Weise auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereitet und spezielle Bereiche zur Versorgung von COVID-19-Erkrankten geschaffen. Gleichzeitig werden die ohnehin zahlreichen Beatmungskapazitäten mehr als verdoppelt, um die Bevölkerung im Extremfall und bei schweren Verläufen ausreichend versorgen zu können.
Das Vorgehen bei positiven Fällen im Krankenhaus ist klar geregelt, betroffene Mitarbeiter und Patienten werden isoliert und mehrfach getestet. Der Schutz der Patienten und der Mitarbeiter hat auch für das Krankenhaus Martha-Maria höchste Priorität. 
Eine unkontrollierte Ausbreitung der Pandemie im Krankenhaus ist ausgeschlossen, da das Martha-Maria umgehend ein absolutes Besuchsverbot verhängt hat. Die sichere Versorgung von Notfällen und Akut-Patienten im Krankenhaus ist jederzeit gegeben.
Die Geschäftsführung und die Leitung des Krankenhauses missbilligen - in Abstimmung mit allen Kliniken in Halle - diese öffentlichen Reaktionen und rufen dazu auf, dem Hygiene-Management des Krankenhauses sowie aller Krankenhäuser in Halle zu vertrauen. 
Gleichzeitig dankt die Geschäftsführung allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Gesundheitsversorgung für den engagierten Einsatz unter erschwerten Bedingungen in den vergangenen Tagen.
Dem schließt sich die Stadt Halle uneingeschränkt an.

3. Zu den Schwerpunkt-Praxen im Stadtgebiet: 

Am gestrigen Mittwoch wurden in den Schwerpunkt-Praxen und durch den mobilen Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung im Auftrag der Stadt insgesamt 195 Abstriche durchgeführt. Am Dienstag waren es 211. Der Rücklauf von Test-Ergebnissen aus den Laboren konnte inzwischen leicht beschleunigt werden.
Über die kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt haben sich in Halle 2 freiwillige gynäkologische Praxen gefunden, in denen sich positiv getestete Schwangere nach den Mutterschaftsrichtlinien behandeln lassen können:
-  Dr. Sylvia Matthei, Große Nicolaistraße 1
-  Christine Hieke, Leipziger Straße 5.
Hier erfolgt außerdem die Versorgung von positiv getesteten Frauen mit dringenden gesundheitlichen Problemen außerhalb des Praxisbetriebes.
Die niedergelassenen Kollegen haben sich bereit erklärt, nach telefonischer Anmeldung durch die behandelnden Gynäkologen die Patientinnen so lange weiter zu betreuen, wie es aus Pandemie-Gründen notwendig ist. Die anderen Gynäkologen sind informiert.

4. Viele Menschen in unserer Stadt halten sich an die strengen Bestimmungen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Bei den rund 500 Kontrollen städtischer Ordnungskräfte am gestrigen Mittwoch wurden insgesamt 6 Anzeigen erstattet; bei den 317 Fahrzeug-Kontrollen der Polizei wurden keine Verstöße registriert. Insgesamt hat die Polizei am gestrigen Tag 6 Strafanzeigen gestellt. Dabei handelte es sich um Jugendliche, die mehrfach gemeinsam in einer Buslinie unterwegs waren, ohne ersichtlichen Grund.
Auch die Zahl der Personen-Ansammlungen ist stark zurückgegangen; so musste gestern eine Gruppe mit 5 Personen am Platz der Völkerfreundschaft in der Südstadt aufgelöst werden.
Die verschärften Ausgangsbeschränkungen in Form des sog. Kontaktverbots gelten zunächst bis zum 5. April. 

5. Im Kampf gegen das Virus gibt es derzeit noch keine Prognosen.

Wir hoffen sehr, dass sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt. Die Stadt Halle hat mit Wirkung vom 13.03.2020 die Nutzung von Schulen, Kitas und Horte untersagt.
Mittlerweile ist es auch kaum noch möglich, die einzelnen Infektionsketten nachzuvollziehen. Ich möchte dazu den Virologen Alexander Kekulé zitieren: „80 Prozent der positiv Getesteten haben nur sehr leichte Symptome, einige hatten drei Tage Kopfschmerzen oder leichtes Fieber.“ 
Nach Ostern werden wir sehen, wo wir stehen und wie wir nachjustieren müssen – und, in welchen Bereichen die Vollbremsung gelockert werden kann. Eines ist auch klar: Die jetzigen Maßnahmen wirken sich massiv auf den sozialen Bereich und die Wirtschaft aus.
Die Stadt Halle überlegt daher bereits jetzt, welche Maßnahmen in der Wirtschaft, im Sozialen und in der Kultur in Betracht kommen. Eine Spekulation hierüber verbietet sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt.
Aktuell unterstützt die Stadt Halle (Saale) die Unternehmen im Stadtgebiet mit Steuervergünstigungen. Auf Antrag werden keine Vorauszahlungen für Gewerbesteuern fällig. Zudem sind zinslose Stundungen möglich. Derzeit werden dazu 55 Anträge bearbeitet. Verschiebungen der Grundsteuer-Fälligkeiten und zinslose Stundungen sind auf Antrag ebenfalls möglich. Dazu liegen vier Anträge vor. Ebenso werden zinslose Stundungen auf Antrag bei der Vergnügungssteuer eingeräumt. 
Ich zitiere aus der Pressemitteilung des Landes Sachsen-Anhalt vom heutigen Tag:
„In Anlehnung an das Hilfspaket des Bundes wird das Wirtschaftsministerium eine Richtlinie zur Corona-Soforthilfe erlassen. Das Gesamtvolumen der Zuschüsse wird insgesamt 150 Millionen betragen; diese werden für Unternehmen gestaffelt ausgezahlt. Ausgereicht werden die Zuschüsse über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt. Auch Künstler und Kulturschaffende sind beispielsweise mit einbezogen.“

Soweit die aktuellen Informationen zur Lage in der Stadt Halle – verbunden mit dem Wunsch: 
Bleiben Sie gesund!

 

 

25. März 2020In der täglichen Video-Pressekonferenz haben Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger zum aktuellen Stand der Corona-Lage informiert.
Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Die gesamte Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.
 

Hier das Statement des Oberbürgermeisters zum Nachlesen:

Zur aktuellen Lage:
1. Am heutigen Tage ist die zweite Corona-Eindämmungsverordnung des Landes (VO) in Kraft getreten. Sie beinhaltet eine Zusammenfassung der 1. VO, aller Allgemeinverfügungen und teilweise auch Erlasse. Geändert hat sich an den vorherigen Anordnungen wenig, die 2. VO präzisiert lediglich.
Sie tritt für das Kontaktverbot am 5. April 2020 außer Kraft, im übrigen Bestimmungen am 19. April 2020. Das heißt: Schulen, Kitas und Horte bleiben bis zum 19. April 2020 geschlossen.

Für die Kinder von so genanntem Schlüssel-Personal gibt es laut Eindämmungsverordnung weiter die Möglichkeit der Notbetreuung. Unterschieden wird in der Verordnung des Landes zwischen Schlüssel-Personal und Personen, die im Bereich der kritischen Infrastruktur tätig sind. Die Notwendigkeit einer außerordentlichen Betreuung ist durch eine schriftliche Bestätigung des jeweiligen Arbeitgebers oder Dienstvorgesetzten oder bei Selbstständigen durch eigene schriftliche Auskunft nachzuweisen.

Als Oberbürgermeister spreche ich zu dieser Notbetreuung die dringende Empfehlung unserer Ärzte aus: Betreuen Sie Ihre Kinder zu Hause. Die Ansteckungsgefahr Ihres Kindes im Kindergarten, in der Schule oder im Hort ist zu groß. Und damit ist die Gesundheit Ihrer gesamten Familie gefährdet. Deshalb kann ich persönlich eine solche Notbetreuung nicht befürworten.

Die vollständige Verordnung des Landes finden Sie auf der Internetseite der Stadt Halle.

2. In Deutschland gab es - Stand 24. März 2020, 20.50 Uhr -  32.900 Infizierte und 156 Tote. In Sachsen-Anhalt müssen wir 377 Infizierte und einen Todesfall verzeichnen.

In der Stadt Halle gibt es aktuell 91 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit zum gestrigen Tag um 6 Fälle erhöht. Nach wie vor liegen zahlreiche Labor-Ergebnisse noch nicht vor.

Zur medizinischen Situation in den Krankenhäusern der Stadt:
Aktuell werden in Krankenhäusern 16 Infizierte behandelt (gestern: 12), 3 von ihnen werden beatmet (gestern: 3).
Das Universitätsklinikum Halle (Saale) hat eine Unterbringungsmöglichkeit für die an COVID-19-erkrankte Menschen mit leichten Symptomen geschaffen. Am Standort Medizin-Campus Steintor, Magdeburger Straße 22, wurde dazu ein Teil des Gebäudes der ehemaligen Klinik für Orthopädie als „Corona-Klinik“ wieder ertüchtigt. In diesem Vorhaben wird die Universitätsmedizin von allen halleschen Krankenhäusern und der Stadt Halle (Saale) unterstützt.

Die Corona-Klinik geht morgen 9 Uhr in Betrieb. Hier stehen dann nach schrittweiser Eröffnung bis zu 50 Betten zur Verfügung. Das Unterbringungsangebot ist freiwillig und geschieht ausschließlich auf Einweisung durch die Notaufnahme der betreffenden Krankenhäuser.

Ich möchte an dieser Stelle das vorausschauende Engagement des Universitätsklinikums und der kooperierenden Krankenhäuser ausdrücklich loben. Seit dem 4.3.2020 wird dran gearbeitet. Die Krankenhäuser passen ihre Alarm- und Einsatzpläne den aktuellen Gegebenheiten an. Diese Maßnahme ist mit den städtischen Notfallmaßnahmen im Katastrophenschutzstab abgestimmt. 

Am kommenden Freitag nimmt die Stadt in Kooperation mit der Poli Reil und der Arbeitsagentur eine weitere Test-Station in Betrieb. Hier können sich Hallenserinnen und Hallenser aus dem eigenen Fahrzeug heraus testen lassen. Täglich von Montag bis Sonntag von 9 Uhr bis 16 Uhr. Das Modul wird auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur in der Schopenhauerstraße 2 stehen. Mitzubringen ist die  Gesundheitskarte bzw. Krankenversichertennummer.
Gestern wurden insgesamt 211 Abstriche durchgeführt. Diese wurden vorgenommen in der Poli Reil, in der Praxis von Herrn Dr. Ackermann in der Jägergasse, in der Praxis von Herrn Dr. Benecke vor dem Neustadt-Centrum und durch den mobilen Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung im Auftrag der Stadt.

Seit 11. März hat die Stadt insgesamt 408 Reiserückkehrer verzeichnet: Heute werden auf dem Leipziger Flughafen 60 Ägypten-Urlauber aus verschiedenen Bundesländern erwartet. Sofern sie aus der Stadt Halle kommen, werden sie unter Quarantäne gestellt und erhalten einen Abstrich. Die Stadt steht dazu mit dem Flughafen in Kontakt.
Einige Medien berichten, dass die unvollständigen Daten des Landesamtes für Verbraucherschutz als obere Gesundheitsbehörde darauf zurückzuführen sind, dass die Gesundheitsämter in dieser Krise am Wochenende Pause machen. Dem ist in der Stadt Halle (Saale) nicht so. Wie Sie unter anderem im Rahmen unserer täglichen Pressekonferenz sehen, sind unsere Amtsärztin und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Uhr im Dienst, sieben Tage in der Woche. Das Gesundheitsamt übermittelt neue Fälle auch am Samstag und am Sonntag an die obere Gesundheitsbehörde, diese leitet die Informationen dann weiter an das Robert-Koch-Institut.
Dass die Übermittlung der Labor-Werte stockt und damit die neuesten Zahlen nicht verfügbar sind, hat schlichtweg einen Grund: Die wenigen Labore, die die Auswertung tausender Tests vornehmen, sind überlastet.

Ich möchte an dieser Stelle also noch einmal deutlich machen, dass das Gesundheitsamt der Stadt Halle (Saale) 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche im Einsatz ist.

3. Hinweisen möchte ich weiterhin darauf, dass auch in Sachsen-Anhalt das Verbot touristischer Reisen kontrolliert wird. Jeder, der überprüft wird, muss nachweisen, dass er keinen Urlaub, sondern nur Besorgungen macht oder etwa auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist.

Die städtischen Ordnungskräfte haben am gestrigen Dienstag 209 Kontrollen durchgeführt, hinzu kamen 483 Fahrzeug-Kontrollen durch die Polizei im Hinblick auf den Tourismus. Die Stadt Halle hat gestern 7 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen erstattet, 1 Quarantäne-Verstoß musste registriert werden. 
Festgestellt wurden auch 4 Jugendliche, die auf einem Dach in der Jacobstraße feierten. Hier wurden ebenfalls Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen erstattet. Das ändert sich mit dem heutigen Tag.
Ein Verstoß gegen die zweite Eindämmungsverordnung des Landes ist nunmehr eine Straftat und keine Ordnungswidrigkeit mehr. Ein Verstoß kann mit bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden. Ein Infizierter kann bei Verstößen gegen die VO mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft werden.

 

 

24. März 2020 (3): Die Universitätsklinik Halle (Saale) hat eine Unterbringungsmöglichkeit für an Covid-19-erkrankte Menschen mit leichten Symptomen geschaffen. 

Am Standort Medizin-Campus Steintor, Magdeburger Straße 22, wurde dazu ein Teil des Gebäudes der ehemaligen Klinik für Orthopädie als „Corona-Klinik“ wieder ertüchtigt. In diesem Vorhaben wird die Universitätsmedizin von allen halleschen Krankenhäusern und der Stadt Halle (Saale) unterstützt.

„Die Krankenhäuser passen ihre Alarm- und Einsatzpläne den aktuellen Gegebenheiten an. Ein solches Angebot ist  für die Krankenhausversorgung wichtig, um unseren Bürgerinnen und Bürgern Entscheidungsalternativen anzubieten. Das vorausschauende Engagement des Universitätsklinikums und der kooperierenden Krankenhäuser ist dabei äußerst positiv zu bewerten“, sagt Dr. Bernd Wiegand, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale).

Ab voraussichtlich Donnerstag, 26. März 2020, stehen dann nach schrittweiser Eröffnung bis zu 50 Betten zur Verfügung. „Diese sollen primär zur Unterbringung von Erkrankten mit leichten Symptomen genutzt werden, die sich zu Hause nicht versorgen können oder die mit Angehörigen in einem Haushalt leben, die zu den Risikogruppen gehören und nicht gefährdet werden sollen“, sagt Prof. Dr. Thomas Moesta, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums.

24. März 2020 (2): Das Land Sachsen-Anhalt hat mit einer Verordnung heute noch einmal Präzisierungen vorgenommen für die Eindämmung des Corona-Virus. Die Verordnung finden Sie hier:

 

24. März 2020: In der täglichen Video-Pressekonferenz um 13 Uhr berichteten Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger zum aktuellen Stand Corona-Lage in der Stadt Halle (Saale). 

Das Video mit den Statements steht auf halle.de unter Aktuelle Clips zum Ansehen bereit. Die gesamte Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters zum Nachlesen:

In der Stadt Halle gibt es aktuell 85 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit um fünf Fälle erhöht. Es liegen jedoch zahlreiche Ergebnisse der externen Labore noch nicht vor. Diese sind gegenwärtig erheblich überlastet. Belastbare Zahlen gibt es somit nicht. Deshalb kann aktuell keine Bewertung der Lage vorgenommen werden. Oberstes Ziel des Katastrophenschutzstabes ist es, belastbare Daten über die Abstriche zu erhalten. Deshalb arbeiten wir mit der Universitätsklinik an einem Ausbau der Labor-Kapazitäten im Stadtgebiet. 

Zur medizinischen Situation:
Am heutigen Tag werden zwölf Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern der Stadt behandelt. Gestern waren es zehn.
-    Sechs Patienten werden im Elisabeth-Krankenhaus behandelt, einer dieser Patienten muss beatmet werden. 
-    Im Martha-Maria in Halle-Dölau hat sich die Zahl der stationären Patienten um einen erhöht: Hier befinden sich vier Erkrankte auf Isolierstationen, zwei von ihnen werden beatmet. 
-    Zudem werden zwei Covid-19-Patienten im Universitätsklinikum auf einer Isolierstation behandelt. 
-    In der Diakonie und im Bergmannstrost werden aktuell keine Covid-19-Patienten stationär behandelt.

Das Universitätsklinikum hat eine Unterbringungsmöglichkeit für an Covid-19-erkrankte Menschen mit leichten Symptomen geschaffen. Am Standort Medizin-Campus Steintor, Magdeburger Straße 22, wurde dazu ein Teil des Gebäudes der ehemaligen „Klinik für Orthopädie“ wieder ertüchtigt. In diesem Vorhaben wird die Universitätsmedizin von allen halleschen Krankenhäusern und der Stadt Halle unterstützt. Derzeit erfolgen noch letzte Arbeiten im Gebäude. Ab voraussichtlich Donnerstag, 26. März 2020, stehen dann nach schrittweiser Eröffnung bis zu 50 Betten zur Verfügung. Das Unterbringungsangebot ist freiwillig und geschieht ausschließlich über die Krankenhäuser.

Gestern wurden in der Poli Reil 87 Abstriche durchgeführt; in der Praxis von Herrn Dr. Ackermann in der Jägergasse waren es 61 Abstriche, die Zahl der Abstriche aus der Praxis von Herrn Dr. Benecke vor dem Neustadt-Centrum liegen aktuell noch nicht vor. Hinzu kamen zehn Abstriche durch den mobilen Dienst. Insgesamt: bislang 158 Abstriche.

Noch einmal der Hinweis: Alle Reiserückkehrer sind aufgefordert, sich umgehend in häusliche Quarantäne zu begeben und telefonisch Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufzunehmen.

  • Die gestern von der Stadt eingerichtete psychosoziale Beratung findet großen Zuspruch: Hier betreuen Psychologen des städtischen Gesundheitsamtes von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und am Freitag von 9 bis 12 Uhr. Die Psychologen sind telefonisch erreichbar unter 0345-6902304 und 0345-2215720.
  • Die städtischen Ordnungskräfte haben am gestrigen Montag 305 Kontrollen durchgeführt, hinzu kamen 23 Tourismus-Kontrollen durch die Polizei. Mit 182 Überprüfungen entfiel der größte Teil auf Friseursalons, Kosmetik- und Nagelstudios. Insgesamt gab es gestern 14 Verstöße: zwei bei Geschäften, zwei bei Gaststätten, eine auf einem Spielplatz und zwei bei den Tourismus-Kontrollen der Polizei. Hinzu kamen sieben Personenansammlungen. So mussten erneut Gruppen aufgelöst werden: Die größte Am Gastronom, hier wurde eine Gruppe von 17 Personen angetroffen. Die Stadt weist darauf hin, dass die Ordnungskräfte Bußgeldverfahren einleiten, falls gegen die Aufenthaltsbeschränkungen verstoßen werden.Ein mobiles Angebot für Obdachlose startet die Stadt am heutigen Tag.
  • Am Bürgertelefon der Stadt Halle - das 24 Stunden am Tag erreichbar ist - wurden unter der Telefonnummer 115 am gestrigen Montag 1535 Anrufe beantwortet.
  • Die Stadt Halle hat auf der Startseite von halle.de Informationen und Dienstleistungs-Hinweise zum Thema Corona-Virus hinterlegt: in Englisch, Französisch, Arabisch und Persisch. Zudem hat die Stadt dort unter anderem Service-Links zum umfangreichen Fremdsprachen-Service des Robert-Koch-Instituts gebündelt.
  • Zur Wirtschaft: Die Unternehmen warten dringend auf Unterstützungsleistungen von Land und Bund. Ab voraussichtlich kommendem Montag soll das Sofortprogramm des Bundes greifen: Die Stadt Halle (Saale) bereitet sich aktuell darauf vor, um entsprechende Leistungen schnellstmöglich auszuzahlen. So sind Soforthilfen für Kleinfirmen vorgesehen. Beispiel: Solo-Selbstständige mit bis zu fünf Beschäftigten sollen einmalig bis zu 9000 Euro erhalten. Existenzbedrohung bzw. Liquiditätsengpässe sind durch die Unternehmerinnen und Unternehmer eidesstattlich zu versichern. Privatleute, die Rückstände bei einem großen Kredit haben, dürfen später zahlen.

Liebe Hallenserinnen und liebe Hallenser,
die tiefgreifenden Maßnahmen der Stadt Halle haben nur ein Ziel: Es geht darum, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, um Zeit zu gewinnen. Auch um die intensiv medizinische Versorgung zu gewährleisten. Und: Um den Wissenschaftlern Zeit zu geben, Impfstoffe und Medikamente zu entwickeln.

Ich bin mir sicher, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen. Allein zu erkennen, was wichtig und unwichtig ist, wie man Abläufe effektiver gestalten kann: All das werden wichtige Erkenntnisprozesse sein. Die Krise wird uns bewusstmachen, was zu erhalten und was zu verändern ist.

Das aktuelle Ziel des Stabes ist: Wir brauchen schneller die Auswertungen der durchgeführten Tests von den beauftragten Laboren im Universitätsklinikum, in Dessau, Bruckdorf und Magdeburg.

Doch vor allem gilt zunächst unser Wunsch: Bleiben Sie gesund!

 


23. März 2020 (3): In der Stadt Halle (Saale) gibt es den ersten Todesfall, der mit einer Corona-Virus-Infektion in Verbindung steht. Es handelt sich um eine 80-jährige Frau, die am vergangenen Samstag im Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau gestorben ist. 

Dem Fachbereich Gesundheit der Stadt Halle (Saale) liegt seit heute der Totenschein vor. Demnach war die primäre Todesursache ein Organversagen bei schwerer Vorerkrankung; bei der Verstorbenen wurde zudem eine Infektion mit dem Corona-Virus festgestellt.
 

23. März 2020 (2): Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben  um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die  aktuelle Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert. 

Das Video mit den Statements steht auf halle.de unter Aktuelle Clips zum Ansehen bereit. 
Auch die gesamte Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf unserem  YouTube-Kanal.


Das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

In der Stadt Halle gibt es aktuell 80 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit um 2 Fälle erhöht. Bedingt durch das Wochenende liegen der Stadt jedoch zahlreiche Labor-Ergebnisse noch nicht vor. 

1. Die medizinische Situation in den Krankenhäusern der Stadt ist stabil. Seit der Inbetriebnahme einer dritten Schwerpunkt-Ambulanz in Halle-Neustadt hat sich der Andrang an den bisherigen Fieberzentren deutlich reduziert. Am Wochenende wurden in der Poli Reil 51 Abstriche genommen. Hinzu kamen 13 Abstriche durch den mobilen Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung, der Tests bei Personen vornimmt, die sich in häuslicher Quarantäne befinden. Insgesamt haben sich die Wartezeiten in den Fieberzentren deutlich verkürzt. Dies zeigt, dass die Angebote des mobilen Dienstes und der drei Fieberzentren in der Poli Reil, der Jägergasse und am Neustadt-Centrum den Bedarf aktuell decken können.

Alle Reiserückkehrer sind aufgefordert sich umgehend in häusliche Quarantäne zu begeben und telefonisch Kontakt mit dem städtischen Gesundheitsamt aufzunehmen.

Jede Person mit schweren Atemwegserkrankungen bitten wir vorsorglich, einen Test durchzuführen.
Noch einmal ein wichtiger Sicherheitshinweis: Alle Ärzte, die im Auftrag des Gesundheitsamtes zu Hause Untersuchungen oder Abstriche vornehmen, kündigen ihren Besuch vorher telefonisch an und weisen sich mit einer städtischen Bescheinigung mit amtlichem Siegel aus.

2. Die Stadt Halle (Saale) hat zur psychosozialen Beratung von Bürgerinnen und Bürger zwei Rufnummern eingerichtet: Hier beraten Psychologen des städtischen Gesundheitsamtes von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und am Freitag von 9 bis 12 Uhr.
Die Psychologen sind telefonisch erreichbar unter 0345-6902304 und 0345-2215720.

3. Am gestrigen Sonntag haben städtische Ordnungskräfte insgesamt 13 Kontrollen durchgeführt: Dabei wurde 1 Verstoß auf einem Spielplatz festgestellt. Gestern wurden zudem 2 Gaststätten-Verstöße registriert und 3 Personenansammlungen aufgelöst, in Größenordnungen von 5 bis 40 Personen. Die Polizei hat gestern eine Vielzahl von Beherbergungsstätten  und Fahrzeugen kontrolliert, dabei wurden keine Verstöße registriert. 

4. In den Kitas werden heute 78 Kinder betreut. Aus den Schulen wurden 15 Notfallbetreuungen gemeldet. Die Stadt bittet daher erneut alle Eltern eindringlich darum, ihre Kinder nicht in die Notfallbetreuung zu bringen, sondern möglichst zu Hause zu betreuen. 
Die Schließung von Schulen, Kitas und Horten endet die Schließung aktuell mit Ablauf des 13. April, Stand heute.

5. Am Bürgertelefon der Stadt Halle - das 24 Stunden am Tag erreichbar ist - wurden unter der Telefonnummer 115 am gestrigen Sonntag 298 Anrufe beantwortet.

6. Zur Orientierung für alle Berufspendler: Im S-Bahn-Netz Mitteldeutschland sind mit Wirkung 1. April durch die Deutsche Bahn weitere Einschränkungen angekündigt. Genauere Informationen dazu liegen noch nicht vor.

Zu den Regeln in der Stadt: 

Mit der Allgemeinverfügung des Landes „Ausgangsbeschränkung COVID-19“ vom heutigen Tag erfolgten verschiedene Regelungen, die in der Stadt Halle bereits seit mehreren Tagen umgesetzt werden.

Es gilt weiterhin der am 17. März von der Stadt Halle ausgerufene Katastrophenfall.

Uns erreichen derzeit viele Nachfragen von Studierenden der Universität zur Durchführung von Staatsexamen. Hier möchte die Stadt Halle das Land auf den dringenden Abstimmungsbedarf insbesondere bei Medizin- und Lehramtsstudierenden hinweisen.

Die Stadt empfiehlt weiterhin dringend: Reduzieren Sie soziale Kontakte auf das absolut Nötigste. Meiden Sie Ansammlungen. Bleiben Sie zu Hause.

Und vor allem: Bleiben Sie gesund!
 

23. März 2020:  Die Landesregierung Sachsen-Anhalts hat heute weitere notwendige Schritte im Kampf gegen das Corona-Virus veranlasst. Kern der Maßnahmen ist die unverzügliche Einführung eines Kontaktverbots. 

Die Maßnahmen wurden heute in einer Allgemeinverfügung zusammengefasst und allen Kreisen und kreisfreien Städten übermittelt. Die neuen Regelungen gelten ab Montag, 23. März 2020, 00.00 Uhr.

 

30.03.2020

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