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Informationen der Stadt Halle (Saale) zum Corona-Virus vom 6. bis 12. April 2020

12. April 2020: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Ostersonntag in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Das Video mit den Statements der Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips sowie auf unserem YouTube-Kanal.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt 

Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 258 (+3). Geheilte Einwohner: 93 (+6)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 47 (-2), davon 10 Hallenser (+1).

Im Zusammenhang mit dem Corona-Virus mussten wir heute einen weiteren Todesfall verzeichnen. So ist im Krankenhaus Martha-Maria in Dölau eine 87-jährige Patientin gestorben, die seit einer Woche in der Klinik behandelt worden war. Damit beklagen wir nunmehr insgesamt neun Tote.

Bei der Verdopplungs-Statistik mit Blick auf die Infektionszahlen liegen wir unverändert bei 14,5 Tagen.

In den geöffneten Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden am gestrigen Samstag 67 Abstriche durchgeführt. 
Hier noch einmal die Öffnungszeiten:
- das Fieberzentrum in der Poli Reil sowie die mobile Test-Station haben täglich von 10 bis 15 Uhr geöffnet
- die Ambulanz von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 hat täglich von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt

Von den städtischen Ordnungskräften und der Polizei gibt es leider keine erfreulichen Nachrichten: So wurden bei den 265 Kontrollen des Ordnungsamtes insgesamt 91 Strafanzeigen gestellt. Hinzu kommen 22 Anzeigen, die die Polizei aufgenommen hat. Die Mehrzahl resultiert aus Personen-Ansammlungen. Diese wurden im gesamten Stadtgebiet registriert (max. 5 bis 8 Personen). Auch heute werden wir wieder mit einem großen Aufgebot an Ordnungskräften die Eindämmungsverordnung des Landes umsetzen.

Zur Schutzausrüstung

Der Lagerbestand reicht aktuell für 12 Tage aus. 

Zu den virtuellen Osterspaziergängen der Stadt

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation hat die Stadt drei virtuelle Stadtspaziergänge produziert. Sie sind eingeladen, während des Osterfestes auf unserer Internetseite verschiedene Orte unserer Stadt zu besuchen. Wir wollen so die Möglichkeit bieten, trotz Ausgangsbeschränkungen spannende Orte in Halle (Saale) zu erkunden: den Bergzoo, die Bühnen Halle und das Erlebnisbad Maya mare.

Bei diesen unterhaltsamen Spaziergängen wollen wir auch bisher Unbekanntes über den jeweiligen Ort erzählen. Die Videos können am Ostersonntag seit 10 Uhr auf der Internetseite der Stadt abgerufen werden.

Vielleicht sind diese Spaziergänge eine kleine Hilfe, sich mit der für uns alle ungewohnten Situation über Ostern ein bisschen besser zu arrangieren.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
wir befinden uns nun seit mehreren Wochen in einer Ausnahmesituation. Die Pandemie verlangt uns allen viel ab. Und mit den Beschränkungen muten wir Ihnen viel zu. Die vergangenen Wochen haben aber ebenfalls gezeigt: Die Krise holt auch das Beste aus den Menschen. Wir sehen das an den vielen konkreten Hilfsangeboten, die wir erhalten. Viele von Ihnen erleben gewiss Ähnliches im persönlichen Umfeld.

An dieser Stelle möchte ich all denen danken, die mit großem Einsatz dabei helfen, den Alltag für uns alle so erträglich wie möglich zu gestalten:
·    dem Pflegepersonal,
·    den Ärztinnen und Ärzten und dem medizinischen Personal,
·    den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Supermärkten,
·    den Kameraden und Kameradinnen in der Freiwilligen Feuerwehr und im Rettungsdienst
·    den Männern und Frauen von Stadtwirtschaft und Energieversorgung,
·    den Kolleginnen und Kollegen in den Straßenbahnen und Bussen,
·    den Lehrerinnen und Lehrern, die im Internet den Schulalltag organisieren,
·    den Erzieherinnen und Erziehern, die die Notbetreuung absichern,
·    aber auch den Menschen, die an ihre Nachbarn denken, die für andere einkaufen,
·    natürlich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Freiwilligen, die am Bürgertelefon 115 schon viele tausend Fragen beantwortet haben. 
·    Und ich will auch den Kolleginnen und Kollegen im Katastrophenschutzstab danken, und auch Ihnen beiden, Frau Dr. Gröger, Frau Brederlow, die sie hier jeden Tag bei der Pressekonferenz dabei sind.

Die große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, die große Solidarität empfinde ich als ermutigend. Und dafür möchte ich Ihnen allen danken.

Das Osterfest fällt mit dem Frühlingserwachen zusammen. Sehen wir dies in diesem Jahr ganz besonders als Zeichen der Zuversicht – und wie wir an den Zahlen sehen: Wir haben allen Grund, zuversichtlich zu sein. Und nutzen wir es, um Anteilnahme zu zeigen: Ein Telefonat oder ein Videoanruf an Verwandte und Freunde drücken Verbundenheit und Solidarität aus. Die Digitalisierung schafft Möglichkeiten, die es vor einigen Jahren noch nicht gab.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser, ich bin sicher, wir werden gestärkt aus der Krise hervorgehen – mit neuen Gedanken und Sichtweisen für die Zeit nach Corona.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat – aus meiner Sicht – in diesen Tagen eine bemerkenswerte Öffentlichkeitskampagne gestartet, die das Motto dieser Tage auf den Punkt bringt: „Zusammen gegen Corona. Wir bleiben zuhause – auch Ostern. Und schützen uns und andere.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen: Frohe Ostern.

 

11. April 2020: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger informieren am Samstag ab 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale). 

Aus technischen Gründen bei YouTube ist die Live-Übertragung heute vorzeitig beendet worden. Das Video mit den Statements der Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips sowie auf unserem YouTube-Kanal.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 255 (+10). Geheilte Einwohner: 87 (+12)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 49 (+1), davon 9 Hallenser (+1).
Erneut mussten wir einen Todesfall im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verzeichnen. So ist im Johannes-Jänicke-Haus eine 91-jährige Bewohnerin gestorben, die an Vorerkrankungen litt. Über eine Patientenverfügung hatte sie festgelegt, nicht in einem Krankenhaus behandelt zu werden. 
Damit beklagen wir nunmehr insgesamt 8 Tote; 5 von ihnen waren Bewohner des Johannes-Jänicke-Hauses. 
Von den 146 Heim-Bewohnern im Johannes-Jänicke-Haus sind aktuell 18 positiv getestet; von den 39 Mitarbeitern im Dienst haben 34 negative Befunde; 5 Test-Ergebnisse stehen noch aus.
Aufgrund der Situation in den Alten- und Pflegeheimen, die wir als Hochrisiko-Bereiche einstufen, werden wir in der kommenden Woche damit beginnen, alle Mitarbeiter in den 56 Einrichtungen in der Stadt zu testen. Dazu gehören die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege genauso wie in der Verwaltung und der Versorgung. Dadurch wollen wir die Verbreitung des Virus weiter konsequent eindämmen. Rechtsgrundlage dazu ist § 28 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz.

Weiterhin werden wir alle Personen testen, die aus dem Ausland in die Stadt Halle zurückkehren. Dieser Personenkreis ist auf Grundlage der Allgemeinverfügung der Stadt und der Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende des Landes verpflichtet, sich grundsätzlich in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben und sich unverzüglich an das Gesundheitsamt zu wenden.

Zudem werden nach Sichtkontrollen die Abstandsregeln auf dem Wochenmarkt auf dem Marktplatz nicht eingehalten. Deshalb sollen hier ab Dienstag kommender Woche Besucher und Händler während der Öffnungszeiten Mundschutz tragen. Rechtsgrundlage ist § 20 Abs. 3 des Katastrophenschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt. Ständige mündliche Hinweise der Ordnungskräfte haben nicht zur Einhaltung der Abstandsregeln geführt.

Trotz der genannten Neu-Infektionen hält der positive Trend bei der Verdopplungs-Statistik weiter an, wir liegen nun bei 14,5 Tagen. 

Wenn sich alle an die Regeln halten, haben wir gute Chancen auf eine Lockerung der Maßnahmen nach Ostern. Dann wird – wenn der Trend weiter anhält - die Verdoppelungszahl von 16 erreicht sein.

Ich habe es in den vergangenen Tagen bereits erläutert: Das wichtigste Kriterium ist die Zahl der verfügbaren Intensiv-Betten in den Krankenhäusern. Aktuell verfügen die Krankenhäuser über ausreichend Kapazitäten. Der Stadt Halle ist es also in den vergangenen Wochen gelungen, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Auch setzen Überlegungen der Krankenhäuser ein, wie weiter in den kommenden Wochen zu verfahren ist.

In den geöffneten Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden am gestrigen Feiertag 89 Abstriche durchgeführt. 
Hier noch einmal die Öffnungszeiten:
- das Fieberzentrum in der Poli Reil sowie die mobile Test-Station haben täglich von 10 bis 15 Uhr geöffnet
- die Ambulanz von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 hat täglich von 9 bis 13 Uhr geöffnet. 

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt
Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 464 Kontrollen durchgeführt, daraus resultierten 17 Anzeigen; 11 davon entfielen auf Personen-Ansammlungen. Hinzu kommen 8 Anzeigen von der Polizei. So mussten die Ordnungskräfte beispielsweise an einem Kiosk in Halle-Neustadt eine Gruppe auflösen, auf einem Spielplatz in den Franckeschen Stiftung und auf dem Marktplatz. 

Zur Schutzausrüstung
Der Katastrophenschutzstab der Stadt hat erstmal einen Rückgang der Bedarfe von Einrichtungen und Praxen verzeichnet, so wurden gestern 2 Bedarfsträger registriert. Insgesamt ist die Zahl der Unterstützungsangebote für Einrichtungen auf 70 gestiegen.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
zu Beginn des Katastrophenfalls hatte ich davon gesprochen, dass das plötzliche „Einfrieren“ der Stadt ein Versuch ist mit offenem Ausgang. Wir haben rechtzeitig und konsequent gehandelt. Nun kann man davon sprechen, dass dieser Versuch erfolgreich war. 

Der Sorgfalt und gegenseitigen Rücksichtnahme der Hallenserinnen und Hallenser ist es zu verdanken, dass die Krankenhäuser nicht am Rande ihrer Kapazitäten arbeiten müssen.

Ich hatte bereits gestern informiert, dass wir daher sowohl über Lockerungsmaßnahmen nachdenken als auch darüber, den Katastrophenfall zu beenden, wenn wir in der Verdopplungs-Statistik bei 16 Tagen liegen.

Eine Lockerung der Einschränkungen im öffentlichen Leben ist in den nächsten Tagen nur unter strengen Auflagen vorstellbar. Dabei sind regionale Besonderheiten zwingend zu beachten. Der Bund sollte einen Rahmen vorgeben, die Details werden regional unterschiedlich direkt von den Landkreisen und Kommunen festgelegt.

Grundsätzlich gilt jedoch weiterhin: Eine Infektion muss möglichst so lange zu vermieden werden, bis es wirksame Medikamente oder einen entsprechenden Impfstoff gibt. 

Entscheidend wird sein, dass nachweisbar der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern und die Hygieneregeln konsequent eingehalten werden. 

Das Tragen von Mundschutz sollte zwingend dort erfolgen, wo der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern möglicherweise nicht eingehalten werden kann.

Ich bitte Sie also, wie immer an dieser Stelle: Halten Sie sich an die Regeln. Denn Sie helfen uns allen dabei, die Verbreitung des Virus einzudämmen. 
Allen Erkrankten wünsche ich gute Besserung, allen anderen wünsche ich: Bleiben Sie gesund!

 

 

10. April 2020: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben auch am Karfreitag um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Den Livestream der Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie  auf unserem YouTube-Kanalverfolgen.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 245 (+1). Geheilte Einwohner: 75 (+2)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 48 (+5), davon 8 Hallenser (-1).
In der Verdopplungs-Statistik hält der positive Trend weiter an, wir liegen nun bei 14 Tagen. 

Ich hatte bereits gestern informiert, dass wir sowohl über Lockerungsmaßnahmen nachdenken als auch darüber, den Katastrophenfall zu beenden, wenn wir in der Verdopplungs-Statistik bei 16 Tagen liegen.
Die Verdopplungszeit zeigt an, wie viele Tage es rein rechnerisch dauert, bis sich die Ausgangszahl der bestätigten Corona-Infektionen auf Basis der aktuellen Zuwachsrate verdoppelt. Je größer die Zeitspanne, desto langsamer steigen die Fallzahlen.

In der Stadt wird nach wie vor umfangreich getestet, um die Analysen auf eine möglichst breite Datenbasis zu stellen: In den Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden gestern 290 Abstriche durchgeführt (+129). 
Wie Sie wissen, haben das Fieberzentrum in der Poli Reil sowie die mobile Test-Station an den Feiertagen durchgehend geöffnet: täglich von 10 bis 15 Uhr. Die Ambulanz von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 hat täglich von 9 bis 13 Uhr geöffnet. 

Erneut mussten wir in den vergangenen 24 Stunden drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verzeichnen. So ist im Elisabeth-Krankenhaus ein 55-Jähriger Mann mit schweren Vorerkrankungen gestorben. Einen weiteren Todesfall hat es im Johannes-Jänicke-Haus gegeben: Hier ist eine 95-Jährige gestorben, die am 6. April positiv getestet wurde. Ein 74-jähriger Mann, der aus dem Ausland zurückgekehrt ist. Insgesamt beklagen wir 7 Tote.

Dies zeigt, wie dringend neue Forschungserkenntnisse über das Corona-Virus gebraucht werden. Gestern haben sich erneut zahlreiche Bürgerinnen und Bürger als Freiwillige für eine Studie gemeldet, die von einem Ärzte-Team in Halle vorbereitet wird. Mit Stand heute haben wir damit bereits rund 400 Teilnahme-Zusagen erhalten. Ich danke allen Unterstützern sehr herzlich für dieses beeindruckende Engagement. Freiwillige, die an der Studie teilnehmen wollen, können sich weiterhin unter corona@halle.de melden.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt
Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 441 Kontrollen durchgeführt, daraus resultierten 16 Anzeigen; allesamt wegen Personen-Ansammlungen. So mussten die Ordnungskräfte zwei Ansammlungen mit jeweils 8 Personen in Halle-Neustadt auflösen (in der Neustädter Passage und in der Traberstraße). Am Kanal musste die Polizei dagegen ein Picknick untersagen.

Zur Frage der Öffnung der Filialen der TEDi GmbH & Co. KG hat das Verwaltungsgericht Halle am 9. April 2020 in einem Eilverfahren beschlossen: Bei der Frage, ob ein bestimmter Sortimentsbereich - ich zitiere - „einen nicht unerheblichen Anteil“ an einem Gesamtsortiment darstellt, ist nicht auf Regel-Längen oder Verkaufsflächen abzustellen, sondern auf den Warenbestand im Verkaufsraum. Die Filialen dürfen also wieder öffnen.
Ich möchte noch einmal darauf hinweisen: Viele Aspekte der 3. Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt dienen nur einem Ziel: die Verbreitung des tückischen Virus zu verhindern – und damit die Gesundheit aller zu schützen. Denn noch immer kämpfen Ärzte und medizinisches Personal in den Krankenhäusern unseres Landes jeden Tag um Menschenleben.

Zur Schutzausrüstung
Die Stadt hat gestern erneut verschiedene Lieferungen erhalten. Durch eine Spende der Haustechnikhandel Halle-Dessau KG haben wir gestern 1.000 Einweghandschuhe, 25 Einweg-Schutzoveralls und 100 Einweg-Überziehschuhen erhalten; die Halloren Schokoladenfabrik AG hat uns mit einer Spende von 1.500 Einwegkitteln unterstützt. Auch dafür möchte ich mich im Namen der Stadt Halle bei beiden Unternehmen sehr herzlich bedanken.
Der Katastrophenschutzstab der Stadt konnte damit weitere 16 Bedarfsträger wie Einrichtungen und Praxen unterstützen (insgesamt sind es damit bereits 68). 

Für die Ausstattung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt werden wir unsere Initiative, Masken durch die Quartiermanager zu verteilen, am Dienstag fortsetzen. Gestern wurden in allen fünf Büros erneut nahezu die gesamten Bestände ausgegeben, das entspricht rund 700 Masken. Das zeigt, wie groß der Bedarf nach wie vor in der Bevölkerung ist. Alle Quartierbüros werden am kommenden Dienstag erneut mit weiteren Masken ausgestattet. Die Öffnungszeit: 16 – 17 Uhr. 

Ein Zwischenbericht zur finanziellen Situation der Stadt
Geschätzt werden im Konzern Stadt Halle auf Grund der Corona-Krise zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 200 Millionen Euro prognostiziert. Diese Summe kann unmöglich von der Stadt allein aufgebracht werden. 
Insoweit befinden wir uns in Übereinstimmung mit allen Städten und Landkreisen. An dieser Stelle ist es deshalb richtig, vom Bund und Land einen sogenannten „kommunalen Rettungsschirm“ zu fordern. Hier braucht es eine gemeinsame Kraftanstrengung. 

Ich musste gestern auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen zudem eine „Haushaltssperre“ verfügen, wonach die Stadt nur noch Auszahlungen tätigen darf, zu der sie rechtlich verpflichtet ist oder die für die Weiterführung notwendiger Aufgaben unaufschiebbar sind. 

Wie Sie wissen, ist die Stadt eine Konsolidierungs-Kommune, die gesetzlich gehalten ist, ihre Altschulden abzutragen. Auch dieses Paket gehört mit unter den kommunalen Rettungsschirm, aber auch eigene Anstrengungen. Darüber berät der Stadtrat in seiner Sitzung am 29.04.2020 im Stadthaus.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
das Corona-Virus und die damit verbundenen Einschränkungen machen es nötig, dass wir auch an den Feiertagen auf gegenseitige Besuche weitestgehend verzichten müssen. Es ist wichtig, dass wir alle uns weiter an die Beschränkungen halten. Die Entwicklung der Fallzahlen zeigt deutlich: Unsere Maßnahmen greifen. Darüber können und sollten wir uns freuen.
Ich bitte Sie daher, wie immer an dieser Stelle: Halten Sie sich an die Regeln, die helfen, die Verbreitung des Virus zu verhindern. 
Allen Erkrankten wünsche ich gute Besserung, allen anderen wünsche ich: Bleiben Sie gesund!

 

9. April 2020: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Donnerstag um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert. 

Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Den Livestream der Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter können Sie auf unserem YouTube-Kanal verfolgen.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt zum Umgang mit dem Corona-Virus

Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 244 (+6). Geheilte Einwohner: 73 (+10)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 43 (+/-0), davon 9 Hallenser (-1).

In der oft zitierten Verdopplungs-Statistik hält der positive Trend damit an, wir liegen nun bei 13 Tagen. Hält dieser Trend in den nächsten Tagen an, können Lockerungsmaßnahmen eingeleitet und der Katastrophenfall bei 16 Tagen beendet werden.

In der Stadt werden weiterhin umfangreich Tests durchgeführt, um Analysen auf einer möglichst breiten Datenbasis zu erstellen: In den Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden gestern 161 Abstriche (-12) durchgeführt. 
Das Fieberzentrum in der Poli Reil sowie die mobile Test-Station haben an den Feiertagen – also durchgehend - täglich von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Die Ambulanz von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 hat täglich von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Leider haben wir heute Morgen Kenntnis von einem weiteren Todesfall erhalten. In der Nacht ist ein 80-jähriger, schwer vorerkrankter Patient aus dem Johannes-Jänicke-Haus im Elisabeth-Krankenhaus gestorben. Es ist der vierte Todesfall in der Stadt im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Ich hatte an dieser Stelle in den vergangenen Tagen über eine geplante Studie berichtet, in der Ärzte der Stadt neue Forschungserkenntnisse über das noch immer unbekannte Corona-Virus gewinnen wollen. In diesem Zuge hatten wir gestern auch Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, sich als Freiwillige für diese Studie zu melden. Seitdem sind bei uns 130 Unterstützungszusagen eingegangen. Das ist ein beeindruckender Rücklauf und zeigt, wie sehr Sie, liebe Hallenserinnen und Hallenser, aktiv an der Erforschung dieses Virus mitwirken wollen. Die Einverständniserklärungen werden beim Gesundheitsamt gesammelt und an die Forscher weitergereicht. Wegen der Vielzahl der Meldungen bitten wir um Verständnis, dass dies etwas Zeit in Anspruch nehmen kann. Ich möchte auch heute den Appell von gestern wiederholen: Freiwillige, die an der Studie teilnehmen wollen, können sich unter corona@halle.de melden.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt

Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 574 Kontrollen durchgeführt, daraus resultierten 23 Anzeigen. Diese verteilten sich wie folgt: 13 wegen Personen-Ansammlungen, 6 gegen Geschäfte, zwei gegen Sport- und Freizeiteinrichtungen, eine gegen eine Gaststätte und eine wegen unerlaubter Nutzung eines Spielplatzes.

Wir haben an dieser Stelle auch immer wieder über Quarantäne-Verstöße berichtet. Dazu folgende Zahl: Aus dem Zeitraum 9. März bis 6. April laufen aktuell fünf Strafverfahren in Folge von Quarantäne-Verstößen. Die Stadt Halle (Saale) hatte die entsprechenden Strafanzeige erstattet, die Verfahren werden von Polizei und Staatsanwaltschaft geführt.

Zur Schutzausrüstung

Die Stadt hat gestern wie angekündigt eine große Lieferung durch das Land Sachsen-Anhalt erhalten. Insgesamt wurden 35000 OP-Masken, 48000 FFP2-Masken und 30000 Paar Handschuhe durch die Bundeswehr ausgeliefert. Für heute ist eine weitere kleinere Lieferung durch das Innenministerium angekündigt.

Durch die Firma DIGGITRADE GmbH aus Teutschenthal hat uns gestern zudem eine Spende von 1000 zertifizierten Masken erreicht. Ein solches Engagement aus der Wirtschaft ist beispielhaft. Dafür möchte ich mich im Namen der Stadt Halle ausdrücklich bedanken.

Die Situation rund um das Thema Schutzausrüstung hat sich also ein wenig entspannt. Der Katastrophenschutzstab der Stadt hat inzwischen 52 Institutionen unterstützt, die einen Bedarf nachweisen konnten; darunter waren 36 Pflegeheime und Praxen.

Für die Ausstattung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt werden wir unsere Initiative fortsetzen, Masken durch die Quartiermanager zu verteilen. Gestern wurden in allen fünf Büros die gesamten Bestände ausgegeben. Das zeigt, wie groß der Bedarf in der Bevölkerung ist. Wir haben deshalb heute Vormittag alle Quartierbüros mit weiteren Masken ausgestattet. Öffnungszeit heute: 16 – 17 Uhr.

Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise

Die Stadt kümmert sich aktuell sehr intensiv um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Stillstandes. Der Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung unter der Leitung von Frau Dr. Sachse steht als zentraler Ansprechpartner für Unternehmen zur Verfügung.

In diesen Gesprächen werden sehr viele, teilweise auch sehr detaillierte Probleme deutlich. Das betrifft oft Sorgen mit Vermietern, die sich einer Mietaussetzung oder -stundung widersetzen. Das betrifft aber oft auch ganz konkret Probleme, die bei der Inanspruchnahme der Hilfsprogramme entstehen. Deshalb möchte ich alle Gewerbetreibenden ausdrücklich ermuntern, die Beratungsangebote der Stadt zu nutzen.

Wir unterstützen jeden mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln dabei, diese schwierige Zeit zu überstehen. Der Fachbereich ist unter den folgenden Telefonnummern zu erreichen: 221 - 4777 oder 221 - 4067

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,

in diesen Tagen wird an vielen Orten in Deutschland diskutiert, wie die bundesweit geltenden Ausgangsbeschränkungen ausgelegt werden sollten. Glauben Sie mir: Ich habe großes Verständnis dafür, dass es jeden einzelnen am kommenden Osterwochenende ins Freie zieht. Ich bitte Sie allerdings auch, eine Sache zu berücksichtigen: Wo viele Menschen leben, ist die Gefahr der ungehinderten Ausbreitung des Corona-Virus naturgemäß besonders groß. Das heißt: Eine Großstadt ist für die Ausbreitung des Corona-Virus immer besonders anfällig.

Wir haben deshalb in Halle sehr früh Maßnahmen ergriffen. Wir dürfen unser Ziel nicht aus den Augen verlieren: Wir müssen die Ausbreitung des Virus so steuern, dass wir den Schwächsten und Gefährdetsten Sicherheit bieten können. Ich möchte Sie heute, am Gründonnerstag, alle bitten, diesen Gedanken immer im Hinterkopf zu behalten, wenn Sie Ihre Planungen für das Osterwochenende machen.

Setzen Sie bitte die Kontakt-Minimierung auch in den kommenden Tagen um. Halten Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern ein, wo immer sie können. Falls das nicht möglich ist, empfehle ich dringend das Tragen einer Schutzmaske. 
 

Bleiben Sie zu Hause. Verlassen Sie die Wohnung nur aus triftigem Grund. Und bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!
 

 

8. April 2020: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Mittwoch um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert. 

Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Den Livestream der Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter können Sie auf unserem  YouTube-Kanal sehen.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 238 (+15). 
Geheilte Einwohner: 63 (+4)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 43 (-1), davon 10 Hallenser (+/-0).

In der oft zitierten Verdopplungs-Statistik, sprich dem Zeitraum, in dem sich die Zahl der Infizierten verdoppelt, nähern wir uns damit weiter der Marke von zwölf Tagen an.

In der Stadt werden weiterhin umfangreich Tests durchgeführt, um Analysen auf einer möglichst breiten Datenbasis zu erstellen: In den Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden gestern 173 Abstriche (-58) durchgeführt. Heute Morgen hat in der Südstadt in der Praxis von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 die nächste Schwerpunkt-Ambulanz ihren Dienst aufgenommen. Seit 10 Uhr können sich hier Hallenserinnen und Hallenser testen lassen. Der Zulauf ist groß. Damit sind nun fünf solche Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt in Betrieb.

Eine gute Nachricht gibt es aus dem Bergmannstrost: Einer der italienischen Patienten muss nicht mehr beatmet werden. Auch der Gesundheitszustand der anderen drei Patienten hat sich stabilisiert.

Und eine weitere gute Nachricht gibt es von den Tests in der JVA – über den die Stadt bereits am Montag informiert hat. Dort war eine Mitarbeiterin an der Pforte positiv getestet worden. Inzwischen liegen alle Ergebnisse vor – es gab keinen weiteren positiven Fall. In 12 Tagen ist hier eine Nachtestung angesetzt.

Ein Ärzte-Team in der Stadt Halle (Saale) hat sich bereit erklärt, eine Studie zur Entwicklung des Corona-Virus in unserer Stadt durchzuführen. Dazu wollen die Mediziner unter anderem mit den Personen in Kontakt treten, die aktuell von COVID-19 geheilt sind. Sie sind gebeten worden, ihre Zustimmung zur Teilnahme an der Studie zu geben.

Zu dem Ärzte-Team gehören 
- die Diplom-Medizinerin Gabriele Reichmann-Fürst als niedergelassene Ärztin; 
- Prof. Dr. Katrin Hoffmann, Direktorin des Institutes für Humangenetik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg;
- Prof. Dr. René Schwesig, Forschungslaborleiter im Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Fakultät, MLU Halle-Wittenberg;
- sowie Dr. Hanni Bartels, Oberärztin im Diakoniekrankenhaus Halle.

Die Universitätsklinik begleitet die wissenschaftliche Studie, insbesondere im Hinblick auf die Validierung der Test-Parameter. An dieser externen Studie - unter der Leitung von Dr. Hanni Bartels - sollen 2.500 Einwohner teilnehmen. Personen, die grundsätzlich ihre Bereitschaft erklären wollen, an Studien zum Corona-Virus teilzunehmen, können das formlos tun per E-Mail an: corona@halle.de.

Die Stadt wird zudem bei allen genesenen Patienten die Bereitschaft abfragen, an einer Nachuntersuchung mit Blutentnahme und Befragung zum Befinden teilzunehmen. Die ersten Schreiben wurden gestern bereits versandt.
Ich möchte noch einmal betonen, dass Sie mit der Teilnahme an dieser Studie die medizinische Wissenschaft dabei unterstützen, Informationen zum Krankheitsverlauf dieser bisher wenig erforschten Infektion zu gewinnen. Ziel ist die Erhebung des Antikörper-Status anhand einer repräsentativen Studie. Die Tests sollen bereits am kommenden Dienstag, 14. April 2020, beginnen. 

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt:
Die Ordnungskräfte von Stadt und Polizei haben gestern 714 Kontrollen durchgeführt und dabei 27 Anzeigen gestellt. Diese Anzeigen verteilten sich wie folgt: 14 wegen Personen-Ansammlungen, 8 gegen Sport- und Freizeiteinrichtungen, drei wegen unerlaubter Nutzung von Spielplätzen und zwei gegen Geschäfte. Das waren die besagten Geschäfte, die gestern in der PK zur Sprache gekommen waren.

Die Staatsanwaltschaft Halle hat inzwischen ein Sonder-Dezernat geschaffen, um die Vielzahl von Strafanzeigen, die durch Corona-Verstöße entstanden sind, zu bearbeiten.

Zur Schutzausrüstung:
In den Medien war heute bereits von umfangreichen Lieferungen von Schutzmaterialien aus China zu lesen, die nun in ganz Deutschland verteilt werden sollen. Auch für die Stadt Halle ist eine Lieferung aus dieser Marge vorgesehen. Zeitpunkt und Umfang der Lieferung des Landes stehen noch nicht genau fest.

Ungeachtet dessen verfolgt die Stadt weiter die bisher etablierte Politik der Eigenbeschaffung. Hier haben wir gestern 900 Schutzbrillen, 20 Beatmungsbeutel und 40 Filter für Beatmungsgeräte erhalten.

Die Ausrüstung sensibler Bereiche wie Feuerwehr oder Rettungsdienst ist damit aktuell für neun Tage gesichert. Die Stadt unterstützt zudem Einrichtungen wie Pflegeheime oder medizinische Praxen bei der Ausstattung mit Schutzmaterialien, inzwischen gab es insgesamt 44 Auslieferungen an die Einrichtungen.

Gut angenommen wurde gestern auch das Angebot der Stadt, über die fünf Quartiermanager der Stadt privat hergestellte Masken in Empfang zu nehmen und diese kostenlos an Bürgerinnen und Bürger zu verteilen. Im Norden haben wir 165 Ausgaben registriert. Daher noch einmal der Aufruf an alle, die Masken selbst herstellen: Sie können diese wochentags von 16 bis 17 Uhr bei den Quartiermanagern abgeben. Die Adressen finden Sie auf unserer Internetseite.

Zu den Hinweisen an die HAVAG:
Matthias Lux, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Halle GmbH, hat die Hinweise der vergangenen Tage zur Auslastung der Straßenbahnen mit der HAVAG prüfen lassen mit folgendem Ergebnis: Ab morgen kommen auf den Linien 1 und 2 in den Stoßzeiten größere Fahrzeuge zum Einsatz. Ab kommendem Dienstag, 14. April, wird eine Verstärkerlinie 8 E eingesetzt. Diese verkehrt zwischen 9 Uhr und 16 Uhr auf dem Streckenverlauf der Linie 8. Damit sollen die frequentierten Linien verstärkt werden.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
vor uns liegt das lange Osterwochenende. Ein Wochenende, das viele traditionell draußen mit ihren Familien oder auch in Oster-Gottesdiensten feiern. Die aktuelle Lage fordert, dass wir in diesem Jahr liebgewordene Traditionen hinterfragen müssen. Ich möchte an alle appellieren, die Kontaktminimierung auch in den kommenden Tagen umzusetzen.

Es ist im Sinne aller! Unser Verhalten an den Ostertagen wird einen großen Einfluss darauf haben, wie schnell wir in die Normalität zurückkehren können. 

Aufgrund der aktuellen Situation haben wir uns entschlossen, die Möglichkeit von virtuellen Stadtspaziergängen zu schaffen. Wir produzieren derzeit 20- bis 30-minütige Videos, die Hallenserinnen und Hallenser an verschiedene Orte entführen sollen. Wir wollen so die Möglichkeit geben, trotz Ausgangsbeschränkungen spannende Orte in der Stadt zu erkunden, zum Beispiel den Zoo oder die Bühnen Halle. Ziel ist es, vielleicht auch bisher Unbekanntes über den Ort zu erzählen. Die Videos können am Ostersonntag ab 10.00 Uhr von der Internetseite der Stadt abgerufen werden.

Vielleicht können diese virtuellen Spaziergänge ja ein kleiner Anreiz sein, sich mit der ungewohnten Situation über Ostern ein bisschen besser zu arrangieren.

Denn meine Bitte an Sie bleibt die, die ich jeden Tag an dieser Stelle formuliere: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. Verlassen Sie die Wohnung nur aus triftigem Grund.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!


 

7. April 2020: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Dienstag um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert. 

Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Den Livestream der Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Versorgung in der Stadt:

Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 223 (+6). 
Geheilte Einwohner: 59 (+/-0)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 44 (-1), davon 10 Hallenser (+1).

In den Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden gestern 231 Abstriche (+212) durchgeführt, dazu gehören die Fieberambulanz des Allgemein-Mediziners Dr. Matthias Benecke in Halle-Neustadt, die Praxis des Internisten Dr. Frank Ackermann in der Jägergasse, die Poli Reil inklusive der mobilen Test-Station und der mobile Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung im Auftrag der Stadt.

Viele sind unserem gestrigen Aufruf, sich testen zu lassen, gefolgt. Es bleibt wichtig, dass wir weiter viele Tests durchführen, um die Entwicklung in der Stadt weiter mit vielen Daten untersetzen zu können.  Deshalb möchte ich erneut jede Person mit Atemwegserkrankungen jedweder Schwere bitten, vorsorglich einen Test durchführen zu lassen. Gleiches gilt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen, wenn sie Symptome, wie Halskratzen oder Fieber verzeichnen.

Die Stadt will das umfangreiche Testen weiter unterstützen. Morgen wird deshalb im Florentiner Bogen 15 eine weitere Schwerpunkt-Ambulanz in Betrieb gehen. Ab 10 Uhr können sich hier Hallenserinnen und Hallenser bei Dr. Nils Hagenberg testen lassen. Die Stadt stellt ein entsprechendes Modul und die Ausrüstung. Weiterhin wird im Gesundheitszentrum Silberhöhe eine Ambulanz geplant; diese soll für Patienten in der kommenden Woche öffnen. Damit werden auch im Süden der Stadt weitere Anlaufpunkte geschaffen.

Unter den Asylbewerbern, die vor rund zwei Wochen aus Halberstadt zu uns gekommen sind, wurde ein weiterer Mann Corona-positiv getestet. Hier beginnt für alle Bewohner des Hauses nunmehr erneut eine zweiwöchige Quarantäne; alle Bewohner wurden erneut getestet.

Ich hatte an dieser Stelle schon mehrfach erläutert, dass es für die Analyse der Situation eine wichtige Rolle spielt, in welchem Zeitraum sich die Infektionszahlen verdoppeln. Mit Blick auf die aktuell 223 positiven Corona-Fälle ist es also wichtig zu schauen, wann wir den Stand von 112 hatten. Dies war am 27. März der Fall. Das heißt: Wir liegen nunmehr bei elf Tagen bis zur Verdopplung. Das ist der beste Wert, den wir seit Ausbrechen des Corona-Virus in der Stadt hatten. Die Kurve flacht sich also weiter ab. Wir sind allerdings noch nicht über den Berg.

Ein Ärzte-Team in der Stadt Halle (Saale) hat sich bereit erklärt, eine Studie zur Entwicklung des Corona-Virus in unserer Stadt durchzuführen. Dazu wollen die Mediziner mit den Personen in Kontakt treten, die aktuell von COVID-19 geheilt sind.

Im Namen des Ärzte-Teams möchte ich diese derzeit rund 60 Hallenserinnen und Hallenser um Unterstützung bitten. Die Stadt wird unter anderem alle genesenen Patienten anschreiben und fragen, ob ihrerseits die Bereitschaft zu einer Nachuntersuchung (mit Blutentnahme und Befragung zum Befinden) besteht. Mit der Teilnahme an dieser Studie unterstützen Sie die medizinische Wissenschaft, Informationen zum Krankheitsverlauf dieser bisher wenig erforschten Infektion zu gewinnen.

Ziel ist die Erhebung des Antikörper-Status anhand einer repräsentativen Studie. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen unter anderem auch dazu beitragen, Maßnahmen zur Lockerung der gegenwärtigen Einschränkungen in der Stadt Halle und im Land Sachsen-Anhalt abzuleiten. Die Tests sollen bereits am kommenden Dienstag, 14. April 2020, beginnen.

Aktuell ist die Versorgungslage in den Krankenhäusern stabil, es gibt ausreichend freie Beatmungsplätze.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt:

Die städtischen Ordnungskräfte haben gestern 393 Kontrollen durchgeführt und waren im gesamten Stadtgebiet präsent. Dabei wurden 7 Verstöße registriert und Strafanzeigen gestellt. Anders als in den vergangenen Tagen betrafen diese aber nicht vorrangig Personen-Ansammlungen. Drei Anzeigen entfielen auf Quarantäne-Verstöße, drei richteten sich gegen Sport- und Freizeiteinrichtungen, eine wurde auf einem Spielplatz erstellt.

Hinweisen möchte ich auch noch einmal auf Veranstaltungen, die über Ostern in den Lokalen verschiedener Gartenanlagen geplant waren; diese sind auf Grundlage der 3. Eindämmungsverordnung des Landes untersagt.

Ich weiß sehr wohl, dass viele Menschen von den Vorschriften genervt sind. Was darf ich tun? Was darf ich nicht tun? Darüber hinaus gibt es viele Widersprüche.

Nur eines sollten Sie bedenken: Kein Gesetz kann umfassend alles regeln. Deshalb ist das Gesetz auszulegen. Immer in dem Sinne, dass jeder möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen hat. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur mit triftigen Gründen erlaubt. Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Haushaltes sind auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren.

Zur Schutzausrüstung:
Wie bereits angekündigt, werden heute die Quartiermanager der Stadt ihre Arbeit zur Verteilung von Schutzmasken aufnehmen. Wochentags von 16 bis 17 Uhr können Bürgerinnen und Bürger sich an den fünf Standorten melden. Hier können selbst genähte Masken abgegeben werden. Bürger, die diese nicht selbst herstellen können, können in den Quartierbüros selbst genähte Masken kostenfrei abholen. Die Adressen finden Sie auf unserer Internetseite. Die Quartiermanager sind mit Beginn heute bereits mit jeweils 150 Masken ausgerüstet.

Die Stadt selbst erhält täglich kleinere Lieferungen auf der Grundlage von eigenen Beschaffungen. Gestern wurden beispielsweise 1.000 Schutzkittel geliefert. Damit kann der Bestand der Ausrüstung des Rettungsdienstes wieder auf 10 Tage aufgestockt werden. Außerdem haben wir inzwischen 29 Einrichtungen in der Stadt mit Material-Lieferungen unterstützen können, 19 davon waren Pflegeheime und Praxen.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,

die eingangs genannten Zahlen – sowohl was die Ausbreitung des Virus angeht als auch was die Resultate der Kontrollen betrifft – zeigen eine positive Entwicklung. Die meisten Hallenserinnen und Hallenser halten sich an die Regelungen von Stadt und Land. Dass die Kurve der Neuinfektionen deutlich abgeflacht ist, ist deshalb ein Erfolg für uns alle. Jeder Einzelne, der sich an die Vorgaben gehalten hat und hält, trägt seinen Teil für die Gemeinschaft bei.
Dafür herzlichen Dank!

Die Stadt Halle wird auch weiterhin verantwortungsvoll handeln, um die für uns alle einschneidenden Maßnahmen nach und nach wieder zu lockern. Vorher gilt es: Mehr zu testen, für private Schutzmasken aus Stoff zu werben und Probandentests unterstützen. Und: die Verdoppelung der Infizierten auf 14 Tage zu erhöhen.

Vorerst bleibt es bei meiner Bitte an Sie: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. Verlassen Sie die Wohnung nur aus triftigem Grund.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

 

  

6. April 2020: In der täglichen Video-Pressekonferenz informierten Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale). 

 Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Ein Mitschnitt der Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter können Sie auf unserem YouTube-Kanal abrufen.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

1. Zur medizinischen Situation in der Stadt zum Umgang mit dem Corona-Virus
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 217 (+3). Geheilte Einwohner: 59 (+9)
Am 27.3. waren es 113. Wir haben jetzt einen Trend, in dem die Verdopplung der Infizierten bei 10 Tagen liegt.
Ein Infektionsfall betrifft einen Mitarbeiter der Pforte der Justizvollzugsanstalt (JVA); dieser hatte keinen Kontakt zu den Gefangenen. Wohl aber zu 19 weiteren Personen, von denen die Mehrzahl nicht aus Halle stammt. Diese 19 Personen werden in Abstimmung mit dem Gefängnisarzt nunmehr getestet und untersucht.
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 45 (+4), davon 9 Hallenser.
In der Stadt wurden durch die Poli Reil und die mobile Teststation auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur gestern 19 Abstriche durchgeführt. 
Sie sehen an dieser Entwicklung, dass das Test-Verhalten der Hallenserinnen und Hallenser rückläufig ist. 
Deshalb möchte ich heute jede Person mit Atemwegserkrankungen jedweder Schwere bitten, vorsorglich einen Test durchführen zu lassen. Gleiches gilt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen, wenn sie Symptome, wie Halskratzen oder Fieber verzeichnen.
Dann ist ein Test auch medizinisch erforderlich ist, und die Krankenkassen übernehmen regelmäßig die Kosten.
Wie ich am Wochenende berichtet habe, will sich die Stadt Halle (Saale) an einer Kohorten-Studie beteiligen. Die Rahmenbedingungen dafür werden wir heute Nachmittag mit dem Direktor des Institutes für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik an der medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Herrn Prof. Mikolajczyk) abstimmen.
Aktuell ist die Versorgungslage in den Krankenhäusern stabil, es gibt ausreichend freie Beatmungsplätze. 
Und noch eine erfreuliche Nachricht: von den 4 italienischen Patienten ist inzwischen ein Patient ansprechbar.

2. Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt
Die städtischen Ordnungskräfte haben gestern 130 Kontrollen durchgeführt und waren im gesamten Stadtgebiet präsent. Dabei haben Stadt und Polizei insgesamt 40 Strafanzeigen gestellt.
Diese betrafen ausschließlich Personen-Ansammlungen: Insgesamt 97 mussten von der Stadt aufgelöst werden – unterstützt von der Polizei. Der Altersdurchschnitt wird statistisch nicht erfasst. Die größte Ansammlung war am Kanal mit 30 Personen.
Die Ordnungskräfte waren unter anderem Am Kanal, im Zentrum von Halle-Neustadt und auf der Ziegelwiese unterwegs. Naturgemäß herrschte in den Park- und Grünanlage starker Besucherverkehr. 
Die meisten Hallenserinnen und Hallenser haben sich jedoch an die Regelungen von Stadt und Land gehalten.
Dafür herzlichen Dank! 

3. Zur Schutzausrüstung
Weiterhin mangelt es in der Stadt an Schutzausrüstung. Wie Sie wissen, versuchen wir überall auf der Welt entsprechende Materialien zu beschaffen. 
Die Verteilung unserer Bestände unterliegt daher weiter der Mangelverwaltung. Deshalb können wir nur dort unterstützen, wo ein nachgewiesener Bedarf unbedingt erforderlich ist. Zum Beispiel in Krankenhäusern, im Rettungsdienst, in Alten- und Pflegeheimen sowie bei Pflegediensten. Bislang hat der Katastrophenschutzstab Schutzausrüstung an insgesamt 15 Pflegeheime und Pflegedienste ausgegeben.
Viele Hallenserin und Hallenser haben damit begonnen, Schutzmasken aus Stoff selbst herzustellen. Diese Eigenproduktion ist dringend erforderlich – am besten zwei oder dreilagig. Große Mengen davon werden in den nächsten Wochen noch gebraucht. Das Tragen von Schutzmasken wird dringend empfohlen, wenn Sie sich in größeren Menschenmengen aufhalten.
Um den Austausch von selbst hergestellten Masken im Quartier zu unterstützen, öffnen die 5 Quartierbüros ab morgen, Montag bis Freitag in der Zeit von 16 bis 17 Uhr. Hier können selbst genähte Masken von Bürgern oder Initiativen abgegeben werden. Bürger, die diese nicht selbst herstellen können, können in den Quartierbüros selbst genähte Masken kostenfrei abholen. Die Adressen finden Sie auf unserer Internetseite.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
eine breite Diskussion über den Ausstieg der Ausgangsbeschränkungen muss jetzt beginnen.
Ich hatte dazu bereits auf eine stufenweise Umsetzung hingewiesen, um Schritt für Schritt wieder zum Alltag zurückzukehren. 
Es ist dringend geboten, den positiven Trend in der Stadt in den nächsten Tagen genau zu beobachten. Parallel muss die Ausbreitung des Virus durch intensives Testen und Kontrollieren weiter sorgfältig beobachtet werden. Zur Erinnerung: die Stadt hatte bereits am 13. März mit einschränkenden Maßnahmen an Kitas und Schulen begonnen.
Die Risikogruppen müssen besonders betrachtet werden. Dabei geht es nicht um das Alter, sondern um Vorerkrankungen. Zudem müssen weiter die Abstandsregeln gelten. Und überall dort, wo diese nicht umgesetzt werden können, darf es vorerst keine Lockerung geben. Zu groß ist die Gefahr eines Rückfalls.
Ziel ist jedoch, unsere Wirtschaft schnell wieder in Gang zu setzen, frühestmöglich wieder in Gang zu setzen. Auch hier zählt jeder Tag und jeder Tag erfordert eine neue Bewertung. 
Denn: die Freiheitsrechte der Bürger dürfen nicht länger als erforderlich eingeschränkt werden.
Kurz zusammengefasst heißt das: Mehr testen, den aktuellen Rückgang jeden Tag neu bewerten und Probanden-Tests durchführen. Das sind jetzt Aufgaben der Stadt.
Vorerst bleibt es bei meiner Bitte an Sie: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. 
Verlassen Sie Ihre Wohnung nur aus triftigem Grund.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

 

 

14.04.2020

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