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Hochwasserschutzanlage Gimritzer Damm

"Es ist besser, Deiche zu bauen, als darauf zu hoffen, dass die Flut allmählich Vernunft annimmt."

Hans Kasper deutscher Schriftsteller

Historie Gimritzer Damm

Erste Befestigungen erfolgten bereits im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts entlang des damaligen Lettiner Wegs. Die unter Oberbürgermeister Robert Rive 1927 begonnene Dammaufschüttung konnte aber auf Grund fehlender finanzieller Mittel erst mit der gleichzeitigen Aufschüttung des Passendorfer Damms zwischen 1935 und 1937 realisiert werden. 

Zeichnung einer alten schwarz-weiß Karte (Quelle: Stadtarchiv)

Trotzdem drohte der Gimritzer Damm zu brechen. Die Verteidigung des Damms musste aufgegeben, alle Helfer abgezogen werden. Die gelb markierte Fläche der Neustadt stand unmittelbar vor der Überflutung, wäre längerfristig  unbewohnbar geworden, mit Auswirkungen für die gesamte Neustadt.

 

Tafel 2: Bericht des MDR vom 4. Juni 2013 zur Hochwasserlage am Gimritzer Damm 

 

Wasser und SandsäckeSandsackbarriere Gimritzer Damm (Quelle: MZ Verlag, Silvio Kison)Unvergessen sind die Bilder zur Verteidigung des Gimritzer Damms am 05.06.2013 - über 330.000 Sandsäcke gegen die Flut wurden allein am alten Gimritzer Damm verbaut!

 

Karte  mit gelbmarkierten und blaumarkierten Flächenmögliche Überflutungsflächender in der Stadt Halle (Saale) (Quelle: LHW)Mit der Errichtung von Halle-Neustadt wurden in den Jahren 1964 bis 1972 Versorgungsleitungen in den Gimritzer Damm verlegt.

Durch zunehmend starken Baumbewuchs und die Nutzung als Fuß- und Radweg verlor der Gimritzer Damm im Bewusstsein der Bevölkerung immer mehr seine wahre Bedeutung als Hochwasserschutzanlage. Bereits im Januar 2011 erinnerte ein außerordentliches Hochwasser aber an seine ursprüngliche Rolle. Im Juni 2013 wurde noch deutlicher sichtbar, dass nur ein wirklich funktionstüchtiger Gimritzer Damm den Schutz der Neustadt garantiert.

Unter dem Eindruck der gerade noch verhinderten Katastrophe wurde  im Juli 2013 ein Ersatzneubau entlang der Halle-Saale-Schleife begonnen. Dieses Vorhaben wurde aber gerichtlich gestoppt, wie auch das spätere Plangenehmigungsverfahren. Im Rahmen des von 2017 bis 2019 durchgeführten Planfeststellungsverfahrens hat man sich für eine 1290 m lange Hochwasserschutzwand an der wasserseitigen Böschung der alten Dammanlage entschieden. Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf 3,3 Millionen Euro.

Zeichnung mit grüner und gelber FarbeSchnittdarstellung aufgelöste Bohrpfahlwand in der alten Deichanlage (Quelle: LHW)
 

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