zur Startseite
Seite durchblättern:
Seite 15 / 15

Altbergbau als Beispiel anthropogener Veränderung

Der Begriff anthropogen bezeichnet alles durch den Menschen Entstandene, Verursachte, Hergestellte oder Beeinflusste. Dazu gehören beispielsweise der Bergbau und der Wohnungsbau, Aufschüttungen für Verkehrsraumbauten oder Arbeiten im Rahmen des Hochwasserschutzes. Auch die Stadt Halle (Saale) wurde im Laufe der Zeit durch anthropogene Einflüsse wesentlich geprägt.

Die Entdeckung der Salzquellen spielte dabei für die Stadtentwicklung eine maßgebliche Rolle. Später wurden hier und im Umland nicht nur Sole gefördert, sondern auch größere Mengen anderer Rohstoffe wie z. B. Tone, Steine, Erden und Kohle (Stein- und Braunkohle).

Die Auswirkungen des früher in Halle betriebenen Bergbaus sind heute noch an vielen Stellen im Stadtgebiet wahrnehmbar und haben bedeutende Veränderungen im Landschaftsbild nach sich gezogen. Vor allem die offen gelassenen Restlöcher sind Zeugnisse intensiver bergbaulicher Tätigkeit. Mit der Zeit füllten sich die Löcher des Altbergbaus mit Grund- oder Niederschlagswasser. So entstand innerhalb der Stadt eine kleine Seenlandschaft, die es ohne Bergbau nicht geben würde. Diese künstlichen Seen bieten neben dem Angelsport weitere vielfältige Aktivitäten wie ein erfrischendes Bad beispielsweise im Heidesee oder Wassersport auf dem Hufeisensee oder dem Osendorfer See.

Vorrangig gewannen verschiedene Bergbauvereine im halleschen Raum Braunkohle meist im Tagebau. Als Folgen des Braunkohlebergbaus entstanden Seen und Teiche wie der Heidesee („Neuglücker Verein“), der Friedhofsteich („Altzscherben“), der Hufeisensee („Alwiner Verein“), der Osendorfer See oder als Folge des Braunkohlentiefbaus die Posthornteiche („Karl Ernst“).

Weitere Gewässer hinterließ der Bergbau für Tone/Steine/Erden. Es entstanden z. B. der Steinbruchsee (Kalksteingewinnung), der Bruchsee/Graebsee (Kalksteingewinnung), der Kleine Teich (Kalksteingewinnung), die Angersdorfer Teiche (Tongewinnung) sowie die Kiesgrube Kröllwitz (Kiesgewinnung) als wassergefüllte Bergbaurestlöcher. In der Grube „Humboldt“ (Dölau) wurde im Tiefbau Steinkohle abgebaut.

Die Karte ist eine generalisierte und in Zusammenarbeit mit dem damaligen Bergamt Halle (heute Landesamt für Geologie und Bergwesen) erstellte Darstellung der Altbergbaugebiete ohne die wassergefüllten Restlöcher und Bruchfelder (Datum der letzten Änderung: 26.09.1995). Grundlage war die Karte der bergschadengefährdeten Gebiete des Bergamtes Halle von 1992.

Nähere Auskünfte und detailreiche Karten zum Thema Altbergbau sind beim Landesamt für Geologie und Bergwesen erhältlich.
weitere Informationen: www.lagb.sachsen-anhalt.de
 

Anzeige MZ