zur Startseite
Seite durchblättern:
Seite 6 / 15

Talgrundwasserleiter und Unterer pleistozäner Grundwasserleiter - Verbreitung und Liegendhöhen

Talgrundwasserleiter

Bei der Verbreitung des Talgrundwasserleiters (GWL 1.0) werden Reste der weichselglazialen Niederterrasse, die holozänen Aueschottern in der Saale- und Reideaue sowie die Talsande der Zuflüsse zusammengefasst.

Die Schotter der weichselglazialen Niederterrasse füllten ursprünglich den gesamten Talbereich der heutigen Aue aus und bildeten eine ca. 3 m bis 5 m über das gegenwärtige Talbodenniveau herausragende, morphologische Stufe (Westrand der Verbreitung). Nach Umlagerungen durch Flüsse und Erosionen ist die Niederterrasse nur noch selten in ihrer ursprünglichen Struktur erhalten. An Uferbereichen sind z.T. noch 5 m bis 8 m hohe, herausragende Steilstufen erhalten, mitunter auch in der Talaue inselartige oder spanförmige, einige Meter über das rezente Talniveau reichende Erosionsrelikte anzutreffen.

In der Nacheiszeit, dem Holozän, begannen die Flüsse erneut in den im Weichselglazial angelegten Talsystemen zu sedimentieren. Die holozänen Talfüllungen bestehen aus kiesig-sandigem Aueschotter sowie tonig-schluffigem Auelehm.

Der holozäne Aueschotter besteht aus sandigen Grob- bis Mittelkiesen, im Hangenden mitunter auch aus geringmächtigen, schluffigen Feinsanden (Auesande). Eine Unterscheidung der holozänen Aueschotter von den Schottern der weichselglazialen Niederterrasse ist praktisch kaum möglich.

Die feinkörnigen Auesande gehen unter Einschaltung einer feinsandig-muddigen Schwemmschicht allmählich in Auelehm über. Der 2 m bis maximal 5 m mächtige, schluffig-tonige Auelehmhorizont deckt die Talschotter im gesamten Auebereich weitflächig ab, fehlt jedoch primär in Bereichen mit Hochlagen der weichselglazialen Terrasse.

Das Liegende des Talgrundwasserleiters fällt in der Saaleaue vom SO mit ca. + 73 m HN nach N auf ca. + 65 m HN ab. Das Liegende der Reideschotter zeigt ein deutliches Gefälle von ca. + 84 m HN im N auf ca. 73 m HN im Bereich der Mündung in die Weiße Elster.

Größere Tälchen aus dem Bereich der westlichen Hochfläche sind im Bereich des Saugrabens (Nietleben) und des Hechtgrabens (Dölau) im Stadtgebiet ausgebildet. Vor allem im Bereich der östlichen Hochfläche gab es jetzt meist aufgefüllte Nebentälchen und Gerinne, die direkt zur Saale hin entwässern.

Diese Zuflüsse sind durch die jahrhundertealte Besiedelung des östlichen Saaleufers und die zunehmende Bebauung und Industrialisierung meist seit Jahrhunderten verschwunden. Sie wurden teilweise kanalisiert, teilweise wurden sie jedoch auch mit Schutt und Erde verfüllt und bilden daher auch heute noch Bodenwasser führende Bereiche, in denen es bei Überbauung zu Kellerdurchnässungen und auch zu Bodensetzungen kommen kann.

Anzeige PYUR