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Talgrundwasserleiter und Unterer pleistozäner Grundwasserleiter - Verbreitung und Liegendhöhen

Unterer pleistozäner Grundwasserleiter

In der Karte sind der Untere pleistozäne Grundwasserleiterkomplex mit den Grundwasserleitern (GWL) GWL 1.8 - elsterglaziale Terrasse der Saale, GWL 1.5 - saaleglaziale Hauptterrasse sowie der GWL 1.0 - Talgrundwasserleiter (weichselglaziale bis holozäne Niederterrasse) dargestellt.

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass der gesamte hallesche Raum primär lückenlos von elsterglazialen glazigenen Sedimenten (zumindest des 1. Eisvorstoßes) bedeckt war. Die elsterkaltzeitliche Serie fiel jedoch weitflächig der jüngeren, vermutlich frühsaaleglazialen Erosion zum Opfer. Lediglich im östlichen Hochflächenbereich (Riegel zwischen dem jetzigen Saaletal im Westen und dem Haupttal des frühsaaleglazialen Saalelaufs im Osten) blieben zwischen Steintor, Riebeckplatz und der Südstadt (Südfriedhof) auf einer Längserstreckung von 3 bis 4 km und einer Breite von 1 bis 1,5 km Relikte der ehemaligen elsterkaltzeitlichen Sedimentbedeckung erhalten.

Die elsterglaziale Terrasse ist im Stadtgebiet Halles nur an wenigen Stellen erhalten. Sie bildet keinen eigenständigen, durchgehenden GWL. In den wenigen Pegeln, in denen dieser GWL angetroffen wurde, erfolgte der Pegelausbau auf Grund seiner geringen Mächtigkeit gemeinsam mit anderen wasserführenden Schichten.

Die saaleglaziale Hauptterrasse (GWL 1.5) ist ein Hauptgrundwasserleiter des halleschen Gebiets. Sie bildet im Hochflächenbereich östlich von Halle einen 6 bis 12 km breiten, zusammenhängenden Schotterkörper, der sich von Ammendorf/Lochau im Süden, über das heutige Reidetal, über Reideburg, Niemberg und weiter nach Norden bis zur Fuhne-Niederung verfolgen lässt. Im Stadtgebiet ist die Hauptterrasse in den südöstlichen und östlichen Stadtgebieten  nahezu geschlossen verbreitet.

Im Norden des Stadtgebietes liegt die saaleglaziale Hauptterrasse auf einem Niveau von ca. + 90 m HN auf. Die Terrassenbasis nimmt im östlichen Stadtgebiet von Halle Höhen von + 84 m bis + 86 m HN ein. Lokale Eintalungen unter diese Niveaus erscheinen möglich. Die sandigen, quarz- und kalkreichen Mittel- bis Grobkiese führen viel Muschelkalk- und andere Gerölle aus südlichen Liefergebieten und nur wenig nordisches Material (Kristallin, Feuerstein).

Die Liegendhöhe des GWL 1.8 liegt deutlich über der des GWL 1.5 (Kat-Nr. 173, Huttenstraße bei + 95,72m HN bzw. Kat-Nr. 145, Anhalter Straße bei + 100,96 m HN).


Quelle: G.E.O.S. Halle, Niederlassung der G.E.O.S. Freiberg Ingenieurgesellschaft mbH (Bearbeiterin Frau Lauer), IDU Ingenieurgesellschaft für Datenverarbeitung und Umweltschutz mbH in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt

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