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Biotisches Lebensraumpotenzial des Bodens (Karte 12a, Auszug)

Die darstellungsrelevanten Flächen bestehen aus einem kleinräumig wechselnden Mosaik von versiegelten oder überbauten Bereichen und offenen Bodenflächen. Als wesentliches Kriterium bestimmt hier der Versiegelungsgrad die Bodenfunktion größerer Flächen. Der Versiegelungsgrad wurde anhand von Luftbildern ermittelt. Es erfolgte eine visuelle Einschätzung von gleichartigen oder ähnlichen Bebauungsstrukturen, die durch Straßenzüge voneinander getrennt werden oder sich durch scharfe Grenzen von anderen Nutzungsstrukturen abheben.

Die Bebauungsstrukturen wurden folgenden 4 Gruppen zugeordnet:
Versiegelung bis zu 40 %; Versiegelung 40 % ­bis 60 %; Versiegelung 60 % ­bis 80 %; Versiegelung über 80 %.

Unversiegelte Flächen mit natürlich gewachsenem Boden aber auch anthropogene Böden bilden den Lebensraum einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt, über die jedoch keine räumlich differenzierten Erkenntnisse vorliegen. Darüber hinaus besitzen sie eine Bedeutung hinsichtlich ihrer Funktion als Standort bzw. potenzieller Standort für gefährdete Biotope oder Biotope mit einer hohen Bedeutung als Lebensraum gefährdeter Pflanzen­ und Tierarten.

Da nur eine unzureichende Kenntnis über den Umfang von anthropogenen Veränderungen einzelner Bodeneigenschaften natürlicher Böden besteht, wird von den natürlichen Bodeneigenschaften ausgegangen. Bekannte Vorbelastungen sind der Konfliktkarte (Karte 23) zu entnehmen und müssen bei Renaturierungsmaßnahmen auf diesen Flächen berücksichtigt werden.

Die Bewertung des Biotischen Lebensraumpotenzials kann als Anhaltspunkt für eine Biotopschutz­ und -entwicklungsplanung genutzt werden. Besonders die Flussauen sollten als „Suchräume“ betrachtet werden, die sehr wertvolle Standorte aufweisen können und somit als „hoch“ bis „sehr hoch“ eingestuft wurden. Außerhalb der Bebauungsstrukturen wird das Lebensraumpotenzial der Tier- und Pflanzenwelt generell als mittel bis sehr hoch bewertet.

Filter­ und Pufferfunktion

Eine wesentliche landschaftsökologische Funktion des Bodens besteht in seinem Vermögen, Schadstoffe zu adsorbieren und abzubauen. Damit sind neben der Selbstreinigung des Bodens und des Bodenschutzes auch Wirkungen bezüglich des Grundwasserschutzes verbunden. Die Puffer­ und Filterfunktion bestimmt die Empfindlichkeit der Böden gegenüber Schadstoffeintrag. Eine Einstufung der Böden gibt Tabelle 5.1.2 – 2 auf Seite 123 des LRP wieder.

Die Bedeutung der Böden hinsichtlich der Puffer­ und Filterfunktion wird durch ihre physiko­chemischen Eigenschaften wie z. B. Sorptionsfähigkeit, Art­ und Gehalt an organischer Substanz, Oberflächenaktivität der Bodenteilchen bestimmt. Entscheidenden Einfluss hat darüber hinaus auch die biologische Aktivität.

Bezogen auf die im Planungsraum und seiner Umgebung vorkommenden Substrate kann die folgende grobe Einstufung vorgenommen werden:

Substrat  

Filter­ und Pufferfunktion
 

 Grobsand, Kies, Fein- und Mittelsand

gering

Sandige Schluffe, schwachlehmige und schluffige sowie tonige Sande

mittel
 

tonige und lehmige Schluffe, mittel- und starklehmige Sande, Tone

hoch

Insgesamt kann für weite Teile der natürlichen Böden des Stadtgebietes von einem hohen Puffer­ und Filtervermögen ausgegangen werden. Ausnahmen bilden hier vorwiegend die Auenböden und die sandbestimmten Böden im südöstlichen und nordwestlichen Teil des Stadtgebietes. Diese weisen eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Schadstoffeinträgen auf und sind durch ihre Grundwasserbeeinflussung ökologisch besonders kritisch zu bewerten.
 

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