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Brutvogelarten der Roten Liste – Kennwertsumme (Karte 10)

Schleiereulen am SteinbruchseeDie langjährigen Beobachtungsreihen von Generationen hallescher Ornithologen und die in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts systematisch durchgeführte Rasterkartierung des Stadtgebietes und des Saaletales haben eine nahezu lückenlose Bestandserfassung der Vogelwelt erbracht.

Für die Saalestadt konnten insgesamt 112 Brutvogelarten kartiert werden, von denen 20 Arten in der Roten Liste Sachsen-Anhalt verzeichnet sind. Davon gelten 17 Arten als gefährdet und drei Arten als stark gefährdet.

Die Verteilung der gefährdeten Vogelarten wird in der Karte 10 des LRP dokumentiert. Sie geht auf die auf Rasterquadranten von jeweils einem Quadratkilometer basierende Kartierung der Artenhäufigkeit von Rote-Liste-Arten und die nach der Artenkennzahl berechneten Kennwertsumme zurück.

Vogelarten besitzen infolge ihrer verschiedenartigen Körpergrößen, Verhaltensweisen, Habitatpräferenzen und anderer die Siedlungsdichte beeinflussender Eigenschaften auch artspezifisch unterschiedliche Flächenansprüche und Siedlungsdichten, spezifische Verteilungsmuster im besiedelten Raum und Trends in der Bestandsentwicklung.
Anhand einer zehnteiligen Skala für diese genannten Kriterien und deren Addition zum Kennwert lässt sich ein numerisch vergleichbarer und verallgemeinerungsfähiger Faktor, der Artenkennwert ermitteln.

Dieser Artenkennwert gibt Auskunft über den Status der jeweiligen Art. Hohe Kennwerte signalisieren Seltenheit und niedrige Kennwerte Häufigkeit und weite Verbreitung. Die Summe aller in einem Rasterquadranten auftretenden Kennwerte ergibt die Kennwertsumme. Sie dient als Maß für die naturschutzfachliche Wertigkeit der Biotope als Lebensraum für Vögel.

Der ungewöhnlich hohe Anteil von Brutvögeln in der stark zersiedelten und von Industrie und Landwirtschaft geprägten Landschaft des Stadtgebietes ergibt sich aus der Existenz von noch relativ großflächigen und naturnah gebliebenen Resten der Wasser-, Verlandungs- und Auenwaldbiotope, aus dem flächenmäßig beachtlichen Anteil von Mager- und Trockenrasenhabitaten unterschiedlichen Verbuschungsgrades, aus der regional noch relativ stark durch Flurenelemente gegliederten Agrarlandschaft und aus dem reichlichen Angebot an Nistplatzressourcen für Felsenbrüter im Altstadtbereich.

 

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