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Geologie, oberflächennaher Untergrund (Karte 2)

Der Aufbau des geologischen Untergrundes im halleschen Raum ist das Ergebnis der erdgeschichtlichen Entwicklung in den zurückliegenden 300 Millionen Jahren. Den gebirgsbildenden, tektonischen Bewegungen ist es zu verdanken, dass eine große Zahl unterschiedlich alter Gesteine an der Erdoberfläche aufgeschlossen ist. Sie gehören zu den geologischen Systemen des Quartär, Tertiär, Trias, Perm und Karbon.

Die heutigen Lagerungsverhältnisse im halleschen Stadtgebiet sind vor allem durch die tektonischen Bewegungen während der Kreidezeit entstanden. Während dieser Zeit bildeten sich, durch Nordwest-Südost gerichtete Verwerfungen getrennt, verschiedene Schollen. Die bekannteste Verwerfungslinie ist die quer über den Marktplatz der Saalestadt verlaufende Hallesche Störung (siehe unter Thema Freizeit). Entlang dieser Störung sind die Gesteine des Rotliegenden im Norden (sogenannte Hochscholle) gegen die Gesteine des Zechsteins und der Trias im Süden (sogenannte Tiefscholle) zwischen 500 und 1000 Meter vertikal gegeneinander versetzt. Darüber lagern uneinheitlich die tertiären und quartären Ablagerungen, die von den tektonischen Bewegungen nicht mehr betroffen waren.

Folgende weitere geologisch-tektonische Strukturen und Einheiten haben wesentlichen Anteil am Aufbau des Stadtgebietes.

Saaletal

Saaletal am NSG Forstwerder, Foto: Wolfgang SchusterDer südliche Bereich der Stadt stellt mit der Mündung der Weißen Elster in die Saale und der Vereinigung von Saaleaue und Elster-Luppe-Aue eine durch Salzauslagerung (Subrosion) breit ausladende Auenlandschaft dar. Nördlich der halleschen Störung stehen entlang der Saale relativ erosionsbeständige Gesteine des Rotliegenden an. Sie sind die Ursache für das enge, tief eingeschnittene Tal mit steilwandigen Hängen. Diese geologischen Verhältnisse sind auch der Grund für die Änderung der Fließrichtung der Saale von Nordost nach West an den Klausbergen.

 

Mansfelder Mulde

Bruchsee, Foto: Peter RichterWestlich der Saale bestimmen die Gesteine der Mansfelder Mulde den prätertiären Untergrund. Durch tektonische Vorgänge im Erdmittelalter, besonders in der Übergangszeit von der Kreide zum Tertiär wurden die Schichten der Trias zu Sätteln und Mulden verformt. Dominierend treten Gesteine des Mittleren und Oberen Buntsandsteins auf, die stellenweise im Raum von Halle-Neustadt von Gesteinen des Muschelkalks überlagert werden. Im Bereich von Nietleben sind über den Bildungen des Erdmittelalters stellenweise kohleführende Schichten mit einer Mächtigkeit bis 120 m zu finden. Diese wurden im 19. und 20. Jahrhundert großflächig abgebaut.

 

Hallesches Vulkanitgebiet

Blick in den Amselgrund, Wolfgang SchusterDas hallesche Vulkanitgebiet ist ein im Oberkarbon und Unterperm durch vulkanische Tätigkeit entstandener Gesteinskomplex von mehreren hundert Metern Mächtigkeit und mehr als 500 km² Ausdehnung. Durch die unterschiedlichen Erstarrungsvorgänge entstanden Quarzporphyre in verschiedenen Ausprägungen, so das kleinkristalline Gestein des Oberen Porphyr und das grobkristalline Gestein des Unteren Porphyr. Das feuchtwarme Klima des Tertiärs führte zu einer tiefgründigen Verwitterung der feldspathaltigen Quarzporphyre, wobei der für die Porzellanherstellung wichtige Rohstoff Kaolin gebildet wurde. Landschaftsprägend ist der hallesche Porphyrkomplex vor allem im nördlichen Bereich der Stadt. Dort stehen deren Gesteine über weite Areale oberflächennah an. Diese werden an einigen kleinen lokalen Stellen von kohleführenden Tertiärschichten überlagert.

Mit dem vielgestaltigen Gesteinsaufbau ist das Auftreten zahlreicher Bodenschätze und Rohstoffe verbunden. Deren Gewinnung und Nutzung sind bereits in vorchristlicher Zeit nachgewiesen. Einen deutlichen Aufschwung erlebte die bergbauliche Tätigkeit zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert. Während des Industriezeitalters erreichte sie dann ihren Höhepunkt.


 

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