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Konfliktdarstellung (Karte 23, Auszug)

Entsprechend der Richtlinie zur Aufstellung eines Landschaftsrahmenplanes nach § 6 des Naturschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt sind die Gefährdungen der Schutzgüter Arten- und Lebensgemeinschaften, Boden, Wasser, Klima/Luft und Landschaftsbild/Erholung darzustellen. In der Karte 23 werden die Konfliktbereiche zwischen den Inhalten des Landschaftsrahmenplanes und bestehenden beziehungsweise vorgesehenen Raumnutzungen aufgezeigt. Damit wird eine Übersicht zur räumlichen Verteilung der Konflikte gegeben.

Die wichtigsten Konfliktpotentiale für die einzelnen Schutzgüter im halleschen Stadtgebiet sind nachfolgend kurz beschrieben.

Schutzgut Boden

  • Versiegelung natürlich gewachsener Bodenschichten und damit Beeinträchtigung aller Bodenfunktionen
  • Verlust natürlich gewachsenen Bodens durch Abbau von Steinen und Erden
  • Ackernutzung von Böden in Hanglagen mit einer hohen Disposition für Wasserressourcen und dadurch Verlust natürlichen Bodens sowie Beeinträchtigung der Bodenfruchtbarkeit
  • Verarmung der Landschaft an gliedernden Strukturen verbunden mit erhöhter Winderosion
  • Ackerbauliche Nutzung im Überschwemmungsgebiet verbunden mit Bodenerosion bei Hochwasser
  • Intensive landwirtschaftliche Nutzung verbunden mit einem hohen Biozideinsatz und starker Düngung
  • Bodenkontamination durch Altlasten

Schutzgut Wasser

  • Beeinträchtigung der Grundwasserneubildung durch großflächige Oberflächenversiegelung
  • Grundwasserabsenkung
  • Veränderung des natürlichen Bodenwasserhaushaltes durch Drainage
  • Einengung des Retentionsraumes der Saale durch Eindeichung
  • Bebauung im Überschwemmungsgebiet von Saale und Reide
  • episodische Einleitung von Wasser aus dem Oberflächenabfluss von geplanten Wohngebieten in kleine Vorfluter
  • Gewässerbegradigung und dadurch Erhöhung der Fließgeschwindigkeit sowie Verstärkung der Tiefenerosion
  • Einengung der Gewässer- bzw. Talquerschnitte durch Brücken und Dämme verbunden mit dem Rückstau bei Hochwasser
  • Gefährdung des Grundwassers durch Altlasten
  • Verschlechterung der Wasserqualität von Oberflächengewässern durch Einleitung von kommunalen Abwässern
  • intensive Ackernutzung bis an die Ränder von Fließgewässern oder von Quellbereichen verbunden mit einem Eintrag von Bioziden und Nährstoffen
  • Verrohrung von Oberflächengewässern

Schutzgut Landschaftsbild/naturbezogene Erholung

  • Störung des Stadtbildes und der alten Dorfkerne durch den Zustand der Bebauung
  • Beeinträchtigung des Wohnumfeldes durch fehlende und ungestaltete Freiräume
  • Beeinträchtigung des Landschaftsbildes am Stadtrand und an den Hauptzufahrten der Stadt
  • Beeinträchtigung durch landschaftsuntypische Bebauung
  • Zersiedlung der Landschaft
  • Ungestaltete Übergänge von städtischen und dörflichen Strukturen
  • Störung des Landschaftsbildes durch weithin sichtbare technische Anlagen wie Hochspannungsleitungen
  • Verfremdung natürlicher Landschaftsstrukturen
  • Verarmung der Landschaft an gliedernden und belebenden Strukturen wie Baumreihen, Hecken oder Alleen
  • Fehlen durchgängiger Rad- und Wanderwege
  • Verlärmung und Immissionsbelastung

Schutzgut Klima/Luft

  • Flächenhaftes lufthygienisches Belastungsgebiet
  • Beeinträchtigung der Luftqualität durch wichtige punktuelle Emittenten
  • Schadstoff- und Lärmemissionen entlang von Hauptverkehrswegen
  • Lärmemissionen entlang von Eisenbahnlinien und anderen Verkehrsträgern
  • Aufforstung von Kaltluftentstehungsgebieten
  • Verbauung von Kaltluftbewegungsbahnen bzw. bedeutsamen Durchlüftungsbahnen

Schutzgut Arten- und Lebensgemeinschaften

  • Bebauung von für Pflanzen und Tiere bedeutsamen Lebensräumen
  • Verarmung der Landschaft an Ackerrainen, Hecken, Feldgehölzen und anderen Gehölzstrukturen verbunden mit einem Verlust von wichtigen Lebensräumen für Flora und Fauna in der Agrarlandschaft und einer Verschlechterung des lokalen Biotopverbundes
  • Intensive Ackernutzung im unmittelbaren Randbereich von sensiblen Biotopen mit Biozid- und Nährstoffeintrag
  • Nicht standortgerechte Artenzusammensetzung der Gehölzbestände
  • Melioration von feuchten Auenbereichen, Ackernutzung oder intensive Grünlandnutzung und dadurch verursachte floristische Verarmung
  • Barrierewirkung der Bebauung im Randbereich der Dölauer Heide
  • Trennwirkung ausgehend von Hauptverkehrsverbindungen im Bereich von lokalen, regionalen und überregionalen Biotopverbundstrukturen sowie im Bereich von Amphibienwanderwegen
  • Gefährdung der Avifauna durch Hochspannungsleitungen im Bereich von großräumigen Verbundstrukturen
  • Beeinträchtigung sensibler Biotope oder Biotopkomplexe durch Erholungsnutzung
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