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Landschaftsbild (Karte 16, Auszug)

Das Landschaftsbild ist die Abbildung der Landschaft durch den Menschen. Probleme bei der gutachterlichen Bewertung von Landschaftsbildern bzw. Auswirkungen auf das Landschaftsbild liegen im Wahrnehmungsprozess begründet. Deshalb wurde mittels objektiver Kriterien eine textliche Einschätzung vorgenommen, die dann kartographisch belegt wurde. Als Informationsgrundlage dienten die Auswertung von CIR-Luftbildern, die Kartierung im Gelände und die Auswertung aktueller und historischer topographischer Karten.

Zu den Kriterien für die Bewertung des Landschaftsbildes gehören die Strukturvielfalt, die Eigenart und der Erhalt, die Natürlichkeit und der landschaftsästhetische Wert.

Blick nach Kröllwitz; Foto: Impress DruckereiUnter Strukturvielfalt sind die Reichhaltigkeit der Ausstattung und die eindeutig erkennbare Ordnung eines Raumes zu verstehen. Es geht dabei um das Vorhandensein notwendiger Orientierungspunkte, blicklenkender und blickbegrenzender Merkmale. Zu bewertende Teilaspekte sind Oberflächenform und Gewässer, Vegetation und Nutzung, Kleinstrukturen sowie Aspekt- und Perspektivvielfalt.

Die Eigenart und der Erhalt sind gleichzusetzen mit der kulturhistorischen Charakteristik einer Landschaft, die sich aus historisch gewachsenen, besonders charakteristischen und unverwechselbaren Landstrukturen herausgebildet hat. Die Identifizierungsmöglichkeiten mit der Landschaft sind umso größer, je weniger sie von dieser historischen Eigenart verloren hat. Dabei sind solche Teilaspekte wie landbaulicher Wandel, Vielfaltverlust, Verlust spezifischer landschaftlicher Erscheinungsformen insbesondere kulturhistorisch wertvoller Elemente zu betrachten.

Auf Grundlage der Bedürfnisbefriedigung nach Selbstverwirklichung wird eine Bewertung vorgenommen und Naturnähe in diesem Sinne verstanden, als sichtbare Strukturen und Objekte die von Natur aus dort vorhanden sind, als Eindruck des Ursprünglichen, als Fehlen visueller Störfaktoren. Eine Rolle spielen beispielsweise die Teilaspekte Topographie, Nutzung und Vegetation, Harmonie von Form und Inhalt sowie die Übereinstimmung von Realität und Idealbild.

Eingang Südfriedhof mit Kapelle; Foto: Thomas ZieglerNeben der Bewertung des landschaftsästhetischen Wertes enthält die kartographische Darstellung auch Inhalte über lineare und punktuelle Strukturelemente von hohem landschaftsgestalterischen Wert, wie Einzelbäume, Flurgehölze und landschaftstypische Ortsrandlagen. Aber auch optische und akustische Störstellen des landschaftsästhetischen Erlebens, wie Wirtschaftsbauten, Hochspannungsleitungen, Sendemasten und Geräuschquellen werden berücksichtigt.

Außerdem enthält die Karte 16 des Landschaftsrahmenplanes noch Angaben zu markanten Blickbeziehungen und Aussichtspunkten.

Im Ergebnis der Bewertung der einzelnen Kriterien erwiesen sich das Saaletal, die Dölauer Heide einschließlich des Heidesees und der Altstadtkern von Halle (Saale) als gestalterisch bedeutsamste Größen.

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