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Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (kurz FFH-Richtlinie)

Zusammen mit der EU-Vogelschutz-Richtlinie bildet die FFH-Richtlinie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union.

Ihr Ziel: Alle für Europa typischen wildlebenden Arten und natürlichen Lebensräume sollen in einen günstigen Erhaltungszustand gebracht werden. Damit dient die FFH-Richtlinie dem Erhalt der biologischen Vielfalt in der Europäischen Union.

Im Kern verfolgt die FFH-Richtlinie dazu zwei Strategien. Für bestimmte Arten und Lebensräume werden FFH-Schutzgebiete ausgewiesen. Diese bilden zusammen mit den Gebieten der Vogelschutzrichtlinie das Netzwerk Natura 2000. Andere Arten sind durch direkte Bestimmungen flächendeckend geschützt - unabhängig davon, ob sie sich in einem Schutzgebiet befinden.

Gebietsschutz

Die Anhänge I und II der FFH-Richtlinie listen die europaweit gefährdeten Arten und Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse auf. Von den in diesen Anhängen aufgeführten Lebensraumtypen und Tier- und Pflanzenarten übernimmt jedes Land auf seinem Territorium eine besondere Verantwortung.

Die Ausweisung von FFH-Gebieten gliedert sich in drei Phasen.
Zuerst werden Gebiete ausgewählt, die den in der FFH-Richtlinie festgelegten fachlichen Kriterien am besten entsprechen.

Danach werden die vorgeschlagenen Gebiete von der Europäischen Kommission bewertet und geeignete Gebiete in die Liste von "Gebieten gemeinschaftlicher Bedeutung" aufgenommen. Dies ist in Deutschland vollständig erfolgt.

In einer dritten Phase weisen die Mitgliedstaaten die ausgewählten Gebiete so schnell wie möglich (spätestens aber innerhalb von sechs Jahren) als "besondere Schutzgebiete" aus und legen geeignete Erhaltungs- bzw. Managementmaßnahmen fest.

Artenschutz 

Manche Arten können durch Schutzgebiete allein nicht effizient geschützt werden. Beispielsweise nutzen Fledermäuse gerne menschliche Bauten wie Kirchtürme oder Dachstühle als Quartiere. In Anhang IV der FFH-Richtlinie sind darum die direkt geschützten Arten aufgelistet, von denen 134 in Deutschland vorkommen. Für diese Arten gelten Schutzbestimmungen, egal ob sie außer- oder innerhalb von Schutzgebieten auftreten. Dazu gehören unter anderem das absichtliche Stören, Fangen oder Töten sowie der Handel mit diesen Arten. Ferner sind ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten geschützt.

Die Finanzierung zur Umsetzung der festgelegten Maßnahmen erfolgt oftmals anteilig durch EU-Mittel. Alle sechs Jahre erstellen die Mitgliedstaaten einen nationalen Bericht über die im Rahmen dieser Richtlinie durchgeführten Maßnahmen und den erreichten Erhaltungszustand der Arten und Lebensraumtypen.

Weitere Informationen:

Quelle: Bundesamt für Naturschutz (BfN); Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Erfassungsmaßstab: 1:50.000
 

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