zur Startseite
Seite durchblättern:
Seite 3 / 4

Die Vogelschutzrichtlinie

Bereits 1979 setzte der Rat der Europäischen Gemeinschaften die Richtlinie 79/409/EWG in Kraft. Mit dieser Vogelschutzrichtlinie wollte man den beobachteten Rückgang der europäischen Vogelbestände aufhalten und insbesondere die Zugvögel besser schützen. Sie gehört zu den ersten Schritten der damals noch jungen europäischen Umweltpolitik. Die Richtlinie gilt für sämtliche wildlebenden Vogelarten, die im europäischen Gebiet der Mitgliedstaaten leben, für ihre Eier, Nester und Lebensräume. Die aktuelle Fassung bildet die Rechtsgrundlage für den EU-weiten Schutz aller einheimischen wildlebenden Vogelarten.

Gebietsschutz 

Ein zentrales Element der Vogelschutzrichtlinie ist die Verpflichtung, in der EU eine ausreichende Vielfalt und eine ausreichende Flächengröße an Lebensräumen für die europäischen Vogelarten zu erhalten oder wiederherzustellen. Diese für den Vogelschutz am besten geeigneten Gebiete werden zu besonderen Schutzgebieten (Special Protection Areas, SPAs) erklärt.

Während der Grundschutz für alle wild lebenden Vögel gilt, sollen für gefährdete bzw. besonders schutzwürdige Vogelarten weitere Maßnahmen ergriffen werden. Der Anhang I der Vogelschutzrichtlinie listet mehr als 190 der besonders schutzwürdigen Vogelarten auf, von denen in Deutschland fast 100 Arten und Unterarten vorkommen.

Dem Schutz von Zugvögeln wird in der Vogelschutzrichtlinie besonders Rechnung getragen, indem auch für deren Brut-, Mauser- und Überwinterungsplätze besondere Schutzgebiete gefordert werden. Wesentliche Bedeutung kommt dabei dem Feuchtgebietsschutz zu, insbesondere dem Schutz international bedeutender Feuchtgebiete. Nach der Artenliste von Barthel & Helbig (2005) sind derzeit 244 in Europa heimische Vogelarten regelmäßige Brutvögel in Deutschland.

Die Vogelschutzrichtlinie regelt nicht nur den Schutz, sondern auch die Nutzung der Vögel und listet auf, welche Arten bejagt bzw. gehandelt werden dürfen.

Zusammen mit den Schutzgebieten der FFH-Richtlinie bilden die "Besonderen Schutzgebiete" der Vogelschutzrichtlinie das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000.

Weitere Informationen:

Quelle: Bundesamt für Naturschutz (BfN); Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Erfassungsmaßstab: 1:50.000

 

Anzeige MZ