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Überschwemmungsgebiet und überschwemmungsgefährdete Gebiete der Saale

Schafsbrücke in der Saale-Elster-AueAm südlichen Stadtrand von Halle (Saale) mündet die Weiße Elster in die Saale. Beide Flüsse besitzen bis dahin ein recht großes Einzugsgebiet, was die Wahrscheinlichkeit von Hochwässern erhöht. Das weiträumige Auengebiet am Zusammenfluss von Saale und Elster ist eine natürliche Überflutungsfläche.

Durch das Errichten von Deichen und Dämmen zum Hochwasserschutz wurde diese Überflutungsfläche jedoch stark eingeengt. Dazu kreuzen eine Reihe von Verkehrsbauten (Bahnstrecke Halle-Merseburg, Kasseler Bahn, B 91) die Saale-Elster-Aue, wodurch weitere Abflusshindernisse entstehen.

Im gleichen Gebiet mündet auch die Reide in die Weiße Elster und transportiert wiederum das Wasser der Kabelske und vieler kleiner Gräben und Bäche aus der Reideniederung.

Um die Hochwassergefahr für Siedlungsräume zu verringern, sind die natürlichen Überschwemmungsflächen entlang der Gewässer zu erhalten und die Fluss- und Bachniederungen von Nutzungen, die den Hochwasserabfluss stören, freizuhalten.

Überschwemmungsgebiete wurden vom Land Sachsen-Anhalt rechtlich festgeschrieben. So können Nutzungsbeschränkungen und andere administrative Maßnahmen kurzfristig durchgesetzt werden.

Die Karte zeigt die Wahrscheinlichkeit von überfluteten Flächen durch ein Jahrhunderthochwasser (HQ100) und die überschwemmungsgefährdeten Gebiete durch ein 200jähriges Hochwasserereignis (HQ200) der Saale.

Das Landesverwaltungsamt hat per Verordnung vom 15.09.2006 das Überschwemmungsgebiet (HQ100) und die überschwemmungsgefährdeten Gebiete (HQ200) der Saale festgelegt. Mit der Bearbeitung und Digitalisierung war eine Ingenieurgesellschaft vom Land Sachsen-Anhalt beauftragt worden. Die Modellierung erfolgte mit einem digitalen Höhenmodell, dessen Grundlage eine im Jahr 2005 durchgeführte Laserscannerbefliegung bildete.

Seit dem verheerenden Hochwasser im Jahr 2013 wird verstärkt an der Beseitigung von Hochwasserschäden und der Ertüchtigung der Hochwasserschutzanlagen gearbeitet. Dann werden das Überschwemmungsgebiet und die überschwemmungsgefährdeten Gebiete der Saale neu verordnet. Bis dahin ist die Verordnung von 2006 im Zusammenhang mit den vom Land erstellten Hochwassergefahren- und risikokarten rechtskräftig.