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Stadtmuseum schreibt „Geschichten, die fehlen" fort

Die Wand im Stadtmuseum mit Geschichten, die fehlen. Foto: Arnold(halle.de/ps) Wer ist im Stadtmuseum Halle vertreten und wer nicht? Dass sich alle Hallenserinnen und Hallenser dort wiederfinden sollen steht im Leitbild, seien es Kinder oder alte Menschen, in Halle Geborene oder Zugezogene, Menschen aus allen sozialen Schichten und eben auch Menschen mit Beeinträchtigungen. Um auch deren Geschichten ins Stadtmuseum zu bringen, wurde das Projekt „Geschichten, die fehlen“ ins Leben gerufen, welches im Rahmen des Fond „Stadtgefährten“ von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. Seit Ende März gibt es dazu Treffen im Stadtmuseum. Bei den Stammtischen oder Sprechstunden sind die Teilnehmenden eingeladen, anhand von Dingen, die ihnen wichtig sind, aus ihrem Leben in Halle zu erzählen. Im Foyer des Stadtmuseums wurde jetzt eine Zwischenbilanz gezogen. Anlass war der „Europäische Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“. Auf der Portraitwand der Teilnehmenden sind die ersten Fotos zu sehen.

Sindy Barke ist eine von ihnen. Sie zeigt eine Medaille aus Gips und erzählt deren Geschichte: In ihrer Jugend erhielt sie die Möglichkeit, über fünf Sommer lang an einem Feriencamp in Dänemark teilzunehmen. Dort bekam Sie die Medaille. Frau Barke wuchs in einem Kinderheim in Halle auf und die Fahrten nach Dänemark waren ganz besonders schöne Ereignisse für sie. Als junge Frau mit Lernschwierigkeiten hatte sie sogar eine Dankesrede auf Dänisch gehalten.

Die Medaille und weitere Dinge sind in den Sammlungsvitrinen auf der Plattform innerhalb der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung zwischengelagert. Unter anderem befinden sich hier eine Punktschriftmaschine und das Buch „Der Geschmack von Lippenrot“ der blinden Autorin Jennifer Sonntag, die darin Schmink- und Stylingtipps gibt, die vor allem, aber nicht nur an blinden Frauen adressiert sind.

Die eeren Flächen auf der Portraitwand im Foyer des Stadtmuseums stehen für weitere Menschen, deren Geschichten noch fehlen. Um die Idee des Projektes einfach zu erklären, ist ein Kurzfilm entstanden, der auf einem Teil der Wand zu sehen ist. Untertitelung, Audiodeskription und die Übersetzung in Gebärdensprache ermöglichen gehörlosen und blinden Menschen den Zugang. Den Animationsfilm gestaltete die Designerin Maria Taebling, die selbst auch am Projekt teilnimmt. Der Film ist auf der Webseite www.geschichten-die-fehlen.de zu sehen.

Zur Veranstaltung war auch Marcus Graubner angereist. Er ist Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland und Schirmherr des Projektes. Für ihn ist es wichtig, dass Menschen mit Beeinträchtigungen uneingeschränkt an kulturellen Angeboten teilnehmen und beitragen können. Deshalb sei es wichtig, dass sich Menschen mit Beeinträchtigungen auch auf den Weg machen, um kulturelle Angebote wahrzunehmen, sei es in Museen, in Theatern oder im Opernhaus. Wo dem Barrieren entgegenstehen, mu¨ssen diese abgebaut werden.
Auch Uwe Willamowski vom Allgemeinen Behindertenverband in Halle ist die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen wichtig: sei es im Stadtraum oder in der Stadtgesellschaft. „Es gibt etwa 25.000 Menschen mit Behinderungen in Halle. An der Wand müssten Bilder von 25.000 Menschen hängen.“

Das Stadtmuseum Halle lädt deshalb noch einmal herzlich zur Teilnahme am Projekt ein.
Termine Stammtische – in geselliger Runde:

  • dienstags, 17.15 bis 19.15 Uhr: 21. Mai, 18. Juni, 16. Juli
  • donnerstags, 13.00 bis 15.00 Uhr: 6. Juni, 1. August
  • Sprechstunde – Einzelgespräche
  • immer mittwochs von 15.00 – 17.00 Uhr

Hausbesuch – Wir kommen zu Ihnen!
Vereinbarung individueller Termine bei Elke Arnold (Projektleiterin), Tel.: 0345-2213351 bzw. elke.arnold@halle.de
 

15.05.2019

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