Kommunale Wärmeplanung in Halle (Saale)
Kommunaler Wärmeplan für Halle (Saale) beschlossen – erste Umsetzungsschritte sind angestoßen
Der Stadtrat der Stadt Halle (Saale) hat am 29. April 2026 den Kommunalen Wärmeplan (KWP) beschlossen –deutlich vor der gesetzlichen Frist am 30. Juni 2026. Halle (Saale) verfügt damit über einen strategischen Fahrplan, der den Weg zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung aufzeigt.
Ein erster Umsetzungsschritt wurde bereits am 30. April 2026 angestoßen: An diesem Tag fiel der Startschuss für die Großwärmepumpe an der Kläranlage Halle-Nord.
Was bedeutet der KWP für Halle (Saale)?
Der Kommunale Wärmeplan ist der strategische Fahrplan der Stadt, der den Weg zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung aufzeigt. Treibhausgasneutralität bedeutet, dass verbleibende Treibhausgasemissionen ausgeglichen werden. Für die Wärmeversorgung heißt das, den Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Erdgas schrittweise zu verringern und erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser sowie Umwelt- und Abwärme zu nutzen.
Da die Voraussetzungen vor Ort sehr unterschiedlich sind, gibt es keine Einheitslösung: Jede Kommune muss prüfen, welche Wärmelösungen vor Ort praktikabel und wirtschaftlich sinnvoll sind. Die Stadt Halle (Saale) hat die EVH GmbH mit der Erstellung des Kommunalen Wärmeplans beauftragt. Der KWP ist zugleich Bestandteil der Roadmap Klimaneutralität < 2045 der Energie-Initiative Halle (Saale).
Vom Plan in die Umsetzung
Mit dem Beschluss des Kommunalen Wärmeplans wurde die Grundlage für die systematische Umsetzung geschaffen. Die Maßnahmen werden priorisiert, konkretisiert und zeitlich eingeordnet. Bereits im Vorfeld konnten Stadtwerke Halle und EVH Fördermittel des Bundes in Höhe von 50 Mio. Euro sichern. Die Mittel sind für den Ausbau der Wärmeversorgung in Halle (Saale) vorgesehen.
Erste konkrete Schritte:
- Am 30. April 2026 fiel der Startschuss für das Großprojekt „Großwärmepumpe Kläranlage Halle-Nord“.
- Geplant ist der Ausbau von rund 100 neuen Fernwärmeanschlüssen pro Jahr.
- Weitere Großprojekte werden vorbereitet.
- Der Kommunale Wärmeplan begründet keinen Anschluss- und Benutzungszwang. Halle (Saale) setzt auf Freiwilligkeit und Transparenz.
Drei zentrale Planungsgrundsätze:
- Ziel ist, eine verlässliche Wärmeversorgung für alle Gebäude zu ermöglichen.
- Der Wärmeplan zeigt Optionen für die Wärmeversorgung auf. Welche Lösung im Einzelfall vorteilhaft ist, hängt von den Gegebenheiten des Gebäudes und den Kosten ab.
- Das städtische Gesamtkonzept soll eine wirtschaftlich tragfähige Wärmeversorgung unterstützen und zur Erreichung des Ziels einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung beitragen.
Weitere Informationen
Sie möchten wissen, wie die künftige Wärmeversorgung an Ihrer Adresse aussehen kann? Über den digitalen WärmeAtlas der EVH können Bürgerinnen und Bürger den aktuellen Planungsstand abrufen und sehen,
- welche Gebiete bereits mit Fernwärme versorgt sind,
- wo ein Ausbau geplant ist,
- welcher Status für einzelne Adressen gilt
und direkt Interesse an einem Fernwärmeanschluss übermitteln.
Hintergrund: Das Bundes-Klimaschutzgesetz legt das Ziel fest, dass Deutschland bis 2045 treibhausgasneutral werden soll. Halle (Saale) verfolgt das Ziel, dieses bereits fünf Jahre früher – bis 2040 – zu erreichen.
Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) haben sich die bundesrechtlichen Rahmenbedingungen für die Wärmewende konkretisiert. Das Gesetz wurde am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet; wesentliche Neuregelungen gelten seit dem 29. Juli 2026. Einzelne ergänzende Regelungen, darunter Details zur Grüngasquote, sollen noch gesondert festgelegt werden. Informationen zu Vorgaben, Fristen und Verpflichtungen richten sich daher nach dem jeweils geltenden Rechtsstand.
[ Bundesregierung.de ]
Die EVH stellt digitale Informations- und Planungstools bereit – von der Einschätzung möglicher Heiztechnologien bis hin zu Informationen zu Fördermöglichkeiten und Sanierungsbegleitung.
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